Mit Dank an den Kommentator Ede ein Nachtrag zum letzten Text. Er wies zurecht darauf hin, dass in Sachen Jazz und Text auch die Kombination Peter Rühmkorf und Michael Naura zu erwähnen sei. Was vollkommen richtig und auch wichtig ist. Auf YouTube findet man auch dazu einen Ausschnitt:
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Vanessa hat sich schubsen lassen und hat die Anders-Zorn-Ausstellung besucht. Sie betont da noch einmal einen Aspekt, den ich auch wichtig finde, nämlich dass es eher unerklärlich ist, dass uns Anders Zorn nicht als einer der Großen überliefert wurde.
Es ist durchaus nicht so, dass der Bildungskanon, in welchem Fach auch immer, stets der Logik der Werke entspricht und die Menschen lediglich getreu ihren Leistungen abbildet. Sämtliche Kanonvarianten, die wir kennen, auch und gerade in der Literatur, sind unfair und vermutlich auch kaum anders vorstellbar.
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Eine weitere Sendung zu einem der Standard-Themen bei mir habe ich gehört, über unsere wackeligen, unzuverlässigen Erinnerungen und die schwierige Sache mit der Wahrheit: „False-Memory – So fälscht unser Gehirn Erinnerungen“. 23 Minuten. Besonders interessant ist dabei die Sache mit den induzierten Erinnerungen.
Und apropos Hirn. Beim Schweizer Fernsehen sah ich in der Sternstunde Philosophie die Sendung mit Christof Koch über den Tod und das Bewusstsein. Es geht auch ein wenig um das Bewusste oder Nicht-Bewusste bei der KI.
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Nicht gerade mein Standard-Thema, aber geschichtlich doch interessant und ein weihnachtlicher Nachklapp: Die Radiosendung (45 Minuten) „Jungfrau Maria – die berühmteste Mutter aller Zeiten.“ Auch ohne dem christlichen Glauben zuzuneigen, finde ich den Forschungsstand zu biblischen Themen immer wieder faszinierend. Fast hätte ich spannend geschrieben und wäre damit der Seuche zum Opfer gefallen. Man muss ständig aufpassen, dass man sich nicht versehentlich assimiliert, es ist wirklich lästig.
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Außerdem gibt es noch einige Instagram-Empfehlungen. Zunächst die Künstlerin Angelica Hicks, die mit einfachsten Mitteln Designer-Mode und bombastische Outfits der extravaganten Art nachmacht.
Dann The Vintagearian. Der allen Spaß machen wird, die den Zug zur analogen Seite auch gerade stärker spüren und außerdem nostalgische Schlagseite haben oder zumindest vergangenem Design gründlich nachtrauern. Es gibt viele Creator seiner Art, vor allem im Bereich Mode. Was der Vintagearian aber darstellt, das ist doch oft bemerkenswert konsequent durchgespielt. Bei mir wächst beim Betrachten manchmal die Lust, hier und da einige Gegenstände in meinem Alltag vielleicht doch durch etwas ästhetischere, also meist ältere Varianten zu ersetzen.
Natela Grigalashvili wurde hier schon öfter empfohlen und liefert immer weiter fantastische Bilder aus Georgien. Bilder, die oft so aussehen, als seien sie nicht nur aus einer anderen Gegend, sondern wie beim Vintagearian auch aus einer anderen Zeit.
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Ein Konzerthinweis noch. Man könnte als Mensch aus oder nahe bei Hamburg den Erwerb von Tickets erwägen, ich habe schon zugeschlagen: Der Auftritt der James Hunter Six im Knust am 10. Februar 2026. Hier der Link zum Veranstaltungsort.
Zu James Hunter zwei Videos, einmal das zu „Ain’t that a trip“ mit Van Morrison, mit einer großartigen Choreografie, bei der sich das Dranbleiben nach dem etwas unspektakulären Anfang lohnt:
Und einmal der neueste Song, ruhiger und nett animiert: „Here and now“.
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Sie können hier Geld in die virtuelle Version des Hutes werfen, herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch. Die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel.
Eine schöne Ergänzung zu Anders Zorn wäre der andere große Porträtist der Zeit, John Singer Sargent, der bis 11.Januar im Musée d’Orsay in Paris zu sehen ist. Ernsthaft in Erwägung gezogen, aber zwei Nächte Flixbus im Januar …
Lieber Herr Buddenbohm,
noch ein Nachnachtrag zum Jazz-Lyrik-Nachtrag. In der DDR gab es in den 1960er Jahren die sehr beliebte und stets ausverkaufte Veranstaltungsreihe „Lyrik, Jazz, Prosa“ . Die Berliner Jazz Optimisten spielten Dixiland, DDR-Schauspielstars wie Manfred Krug, Angelika Domröse und Eberhard Esche und auch der Sänger Wolf Biermann lasen satirische Texte, in denen man oft zwischen den Zeilen kritische Anspielungen auf DDR-Verhältnisse lesen konnte. Sagen Sie mal einem Boomer aus der DDR mit halbwegs kulturellem Interesse „Das Flugwesen entwickelt sich, Genossen“ – er wird grinsen. Das Zitat aus „Die Kuh im Propeller“ wurde zum geflügelten Wort. Schallplatten dazu gibt’s übrigens noch zu erwerben. (Ich hatte vor ein paar Jahren in Nordwestmecklenburg mit der Band Jazzebo eine ähnliche Reihe wiederbelebt, das Projekt gibt es leider nicht mehr)
Und noch eine ganz private Nachricht, etwas spät, ich gebe es zu. Mit großem Bedauern habe ich gelesen, dass Sie Ihre Kolumne in den Lübecker Nachrichten aufgeben mussten. Was für ein Verlust für das Blatt. Wir haben uns ja damals wegen dieser Kolumne kennengelernt, und es war mir immer eine Freude, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und Ihre Texte zu lesen.
Zum Glück gibt es diesen Blog, ich kann weiterhin an Ihrem Leben, Ihren Gedanken zur Lage der Nation teilnehmen, mich über Buch- und Musikanregungen freuen. Kommen Sie gut und zuversichtlich ins Neue Jahr, nützt ja nix.
Mit herzlichen Grüßen von der Küste, Petra Haase
Ganz herzlichen Dank!