Gehört habe ich die Lange Nacht über Heinrich Heine in der ARD-Audiothek. 159 interessante Minuten: „Aus meinen großen Schmerzen mach‘ ich die kleinen Lieder.“
Man könnte auch mal wieder Heine lesen, fällt einem dabei ein. Also mir jedenfalls, und ich lege ihn mir erneut auf dem Nachttisch zurecht, das ist überhaupt eine gute Idee. Und er passt auch in diese Jahreszeit, wurde er doch unter anderem durch „Deutschland, ein Wintermärchen“ unsterblich.
Heine-Vertonungen werden auch in der Sendung erwähnt. Der verdienstvolle Reinhard Repke mit seinem Club der toten Dichter kommt dabei aber nicht vor. Dabei haben sie mit Dirk Zöllner ein Heine-Album gemacht, wovon ich immerhin ein Lied hier zeigen kann. Und es ist sogar eines der besten daraus, „Ich hab im Traum geweinet“:
Ich habe es schon oft geschrieben, aber ich wiederhole es doch, wenn Sie Reinhard Repke mit Truppe irgendwo angekündigt sehen, gehen Sie bloß hin. Die Abende, aktuell sind es Morgenstern-Vertonungen, sind wunderbar.
Ich wiederhole mich einfach weiter, pardon, das ist bei Heine und mit öfter der Fall, wie langjährige Leserinnen wissen. Vielleicht aber gibt es zwei, drei neue Leserinnen (besonders herzliche Grüße nach Bonn, by the way), die noch nicht alles kennen, was ich hier regelmäßig oder gar reflexmäßig von mir gebe.
Deswegen noch einmal die mir allerliebste Heine-Gesangsversion, welche Esther Ofarim vor Jahren eingesungen hat, eine Variante seines Gedichtes „Kinderspiele“. Mit den unvergesslichen Zeilen:
„Vorbei sind die Kinderspiele
Und alles rollt vorbei
Das Geld und die Welt und die Zeiten
Und Glauben und Lieb und Treu.“
Man möchte aus dem Schaukelstuhl heraus weise nicken.
Es ist dazu ein Gedicht, das wir gerade in diesem Jahr des großen, globalen Analogtrends und der bereits zur Hippness eskalierten Nostalgie vermehrt hören, lesen oder gerne auch wieder aufsagen können.
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Am Hamburger Rathaus aber steht dauerhaft der große Heine aus Bronze und sieht in diesen Tagen mit den um den Leib geschlungenen Armen ein wenig so aus, als würde er in seinem vermutlich zu dünnen Mäntelchen frieren. Dabei blickt er grüblerischen Blickes auf Hunderte kleiner Schneemänner auf dem Rathausmarkt. Denn diese Stadt hat es gerade mit den saisonalen Figuren.



Nachdem jemand an der Krugkoppelbrücke etliche besonders liebevoll inszenierte Miniaturschneefiguren zerstört hat, wurden sie dort mit großer Beteiligung neu geformt, und auch an anderen Standorten wurde dieses Wintervergnügen daraufhin auf einmal zum Trendsport.
Was in erstaunlicher Fortsetzung der bereits gestern angerissenen Stimmungsausnahmesituation dazu führt, dass da also etliche Menschen aller Altersgruppen begeistert im Schnee knien und versonnen Figürchen formen. Während etliche andere vorsichtig durch die Reihen der fertig geformten Schneeskulpturen spazieren, Fotos und Filme machen, sichtlich gerührt sind und sich gegenseitig die schönsten Exemplare zeigen.






Dieser Wintereinbruch ist das mit Abstand kälteste Wetter-Event seit vielen Jahren, aber er scheint die Stadt seltsam aufzuwärmen, so viel steht fest.
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Kennen Sie diese Version: https://youtu.be/_Wws6Jsrh58?si=VBkQkd9q-ymtPOc9 ? Zupfgeigenhansel, in fernen Jugendjahren und mir die liebste
Ja, danke., die war mir ganz entfallen, auch gut!