Freiheit und Prophylaxe

Am Montagabend hätte ich im Rahmen meiner eigenen Kulturfördermaßnahmen zu einem Konzert gewollt, da der Blues-Gitarrist und Sänger Hans Theessink (Wikipedialink) in der Stadt auftrat, der auf meinen Playlists mehrfach vertreten ist und mir sympathisch vorkommt. Zumindest singt und spielt er sympathisch.

Der Freundeskreis deutsches Liedgut möchte vielleicht einen Satz aus dem oben verlinkten Wikipediatext besonders beachten:

„Wenige Wochen vor seinem Tod schenkte ihm der Liedermacher Georg Danzer seine Lieblingsgitarre mit dem Beisatz, er möge gut auf sein „Baby“ aufpassen. Am 29. Juni 2007 spielte Theessink dann erstmals live auf dieser Gitarre – unter anderem auch den Danzer-Song Freiheit.“

Mit kaputtem Fuß stundenlang in einem unbestuhlten Club zu stehen, das klang für mich aber irgendwie nicht empfehlenswert. Das Konzert fand also ohne mich statt.

Hans Theessink aber, der klingt wie gesagt gut, und falls Sie den nicht kennen, zeige ich Ihnen eben ein Beispiel. Ruhiger, gechillter Blues wie aus seiner Whisky-Reklame. Auch in dieser Stimmung ist man doch manchmal.

Wenn ich den Danzer und sein vielleicht längst halbvergessenes Lied von der Freiheit schon kurz erwähne, dann soll er auch mit eben diesem Song gewürdigt werden. Ältere Mitlesende dürfen beim Anblick des Wortes “Liedercircus” im Video umgehend schwer nostalgisch werden. Das ist vollkommen in Ordnung und auch intendiert.

Es ist okay gealtert, dieses Lied, befinde ich beim Wiederhören. Den Text kann man weiterhin hören, der steht noch.

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Kreideschrift auf dem Pflaster: Dicki was machst du

Im neuerdings für mich relevanten Fachbereich Medizin scheitere ich ansonsten an dem, woran gerade auch so viele andere scheitern, und zwar in vielen Fällen seriell. Ich kann Praxen telefonisch nicht erreichen und sie scheinen dort auch keine Mails zu lesen. Man müsste also hingehen. Am Empfangstresen müsste man antreten, um etwas zu erreichen oder auch nur um eine Frage, die eigentlich ernsthaft in die aus Konzern-Calls vielleicht bekannte Kategorie „quick question“ fällt, beantwortet zu bekommen.

Aber das ist etwas ungünstig, wenn man gerade nicht so gut gehen kann und die Ärztinnen zudem nicht um die Ecke sind, sondern gleich ein paar Stadtteile weiter. Schwierig, das alles. Noch schwieriger, wenn man an dieser Stelle kurz innehält und sich vorstellt, was eine nur realistische Vorausschau ist, dass man nämlich zehn, zwanzig oder noch mehr Jahre älter sei und vor diesem Problem stehe.

Ich bekomme am Beispiel meiner Mutter, die zudem kein Handy hat, unangenehm oft und deutlich mit, zu welchen Problemen diese Nichterreichbarkeit dann führen wird.

Noch eine kleine Erkenntnis nebenbei: Man kann, wenn man an Krücken läuft, beim Gehen gar nicht aufs Handy sehen und dadurch erneut stürzen. Wie klug ist das denn eingerichtet? Und sollte man also einfach zur Prophylaxe an Krücken gehen?

So wirft jeder Tag neue Fragen auf und man bleibt geistig beschäftigt. Auch schön.

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