Gesehen:
Dann habe ich gemerkt, dass ich beim Suchen nach Sendungen grandios auf mich selbst hereingefallen bin, nämlich auf meinen typischerweise leicht genervten Kenn-ich-schon-Reflex. Durch den ich z. B. immer sekundenschnell am Tatortreiniger von Mizzi Meyer alias Ingrid Lausund vorbeigeklickt habe. Denn das haben wir doch damals gemeinsam gesehen, noch im Familienkreis. Aber als ich daran kurz einmal zurückdachte, kam mir doch auf einmal ein gewisser Verdacht.
Den ich dann prompt bestätigt fand: Ich kannte höchstens die Hälfte der Folgen, eher noch weniger. Wir haben es damals noch im Fernsehen gesehen, nicht im Streaming, aber dazu hatte man gar nicht immer Zeit. Es stellt sich jedenfalls heraus: Ich finde das immer noch gut, und es war mir geradezu ein Fest, die fehlenden Folgen nachzuholen. Eine hervorragende Produktion. Ein ideales Programm auch für nahezu hirntote Hitzetage, wenn man dringend Input von außen braucht, weil von selbst im Schädel nichts mehr funkt und das Stand-by-Licht auch stündlich schwächer wird.
Und Staffel 4, Folge 4, diese vollkommen irre Episode, in der alle Dialoge durchgehend gereimt gesprochen werden und der Gorilla Priscilla auftaucht, sie bleibt in unserer gemeinsamen Erinnerung eine, vor der die Familie damals hysterisch lachend saß. Wir haben insgesamt nicht viel gemeinsam ferngesehen, da ist es umso schöner, wenn so etwas dabei war.
Walther Ziegler erklärte mir ansonsten Wittgenstein, soweit es in dieser Woche eben möglich war:
Auf arte sah ich eine weitere Film-Doku, diesmal über Shirley MacLaine. Diese Doku macht mir, mehr noch als manche der anderen aus der Reihe, Lust darauf, alte Filme noch einmal anzusehen. Und vielleicht auch, sie neu zu verstehen. Also etwa so, wie ich es auch bei einigen wiederholt gelesenen Büchern gerade anstrebe.

Gelesen:
Die geschätzte Landlebenbloggerin war bei Hitze in der Stadt, und richtig gut fand sie es nicht.
Einen Bericht über einen besonders attraktiven High Tea im Mutterland dieser Veranstaltung las ich auch.
Außerdem einen Artikel in der taz über die neulich auch hier erwähnte Lage der Obdachlosen in Hamburg bei Hitze.
Ich las als Mitglied des Freundeskreises Herrenmode ferner interessiert nach, was etwa über den abgehenden Keir Starmer bilanzierend in modischer Hinsicht zu sagen ist. Und guck an: Wir tragen wohl gelegentlich Anzüge vom gleichen Hersteller. What a nice surprise!
Schließlich eine Besprechung zum aktuellen Bachmann-Film von Regina Schilling, mit Sandra Hüller (die übrigens auch eine Hauptrolle in einer der Folgen vom Tatortreiniger hatte).
Die Rezension klingt anziehend, vielleicht mal ins Kino gehen. Dort ist es am Ende sogar klimatisiert.

Gehört:
Das Hörbuch „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren habe ich weiter gehört, gelesen wird es von Dominik Freiberger. Und wie immer bei der Literatur aus dieser Zeit wirkt schon der andere, deutlich ruhigere Umgang mit der Zeit, der sich etwa im Satzbau ausdrückt, wirkt diese aus heutiger Sicht eher gemächliche Art der Gedankenentwicklung angenehm und mild sedierend auf mich. Literatur aus dem 19. Jhdt., dieser Roman etwa ist von 1848, fällt für mich im Grunde unter Wellness.
Ich nehme zwar an, gewisse Autorinnen oder Autoren aus jener Zeit könnten dies als Beleidigung empfinden. Aber andererseits – sie sind allesamt längst darüber hinaus.
Eine Folge Radiowissen hörte ich über die Geschichte des Muskatnusshandels – „Krieg um ein Gewürz“, 21 Minuten. Kurz möchte man vielleicht doch einen historischen Roman schreiben, wenn man sich solche Geschichten anhört. Schon diese anziehenden geografischen Bezeichnungen!
Dieses Verlangen gibt sich dann aber Gott sei Dank bald wieder.

In der Sendung „Breitband“ gab es eine Sequenz über KI an Kassen: „Warum uns die KI im Supermarkt beobachtet“ (35 Minuten). Es ging da auch um das Erkennen und Eingeben von Gemüse und Obst, also um die Frage, ob Ware an SB-Kassen von den Kundinnen korrekt deklariert wird. Und es wird ein Aspekt ausgelassen, fiel mir auf. Oder vielmehr eine naheliegende Frage, über die man offensichtlich wenig nachdenkt. Und die man vielleicht, wenn ich sie gleich kurz notiere, zunächst für einen Scherz halten möchte, es ist aber gar keiner.
Ich weiß nämlich nicht, warum ich Obst und Gemüse an automatisierten Kassen kundiger deklarieren sollte, als es menschliche Kassiererinnen und Kassierer tun, die nicht so selten falsch liegen. Was aber keine Kritik an einem mir ausgesprochen heldenhaft vorkommenden Berufsstand sein soll. Vermutlich würden wir alle viele Fehler machen (direkt nach diesem Absatz ging ich einkaufen, und die rote Paprika wurde wie zur Bestätigung als „Rote Beete, Bio“ erfasst).
Die KI in den neuen Kassen ist aber auch nur ein Mensch, bzw. eine schlechte Kopie davon. Bevor man über die Fehlerquote an Self-Service- und AI-gestützten Kassen spricht, müsste man erst die Fehler der gegenwärtigen Prozesse durchzählen. Es wäre nur fair, und es wäre eine korrekte und praxisbezogene Ermittlung der Basis-Werte.
Dann bin ich noch etwas beim Thema KI geblieben. Im Medienmagazin ging es um KI im Journalismus (28 Minuten).
Und bei „Neugier genügt“ im WDR gab es ein Interview mit Ralf Otte, KI-Experte (24 Min.). Das fand ich empfehlenswert, sogar auch etwas tröstlich, da er gegen die gerade vorherrschenden Allmachtfantasien in Bezug auf AI argumentiert. Und sehr schön fand ich den gerade in Corporate-Jobs elegant verwendbaren Euphemismus „Deskilling“, als wunderbare Umschreibung für die schlichte Verblödung. Ein Wort, das wir uns wohl merken sollten.
In einem anderen Interview, mit dem Medienphilosophen Roberto Simanowski, fiel in diesem Zusammenhang der ebenfalls schöne Begriff „Kognitive Schuld“, der eine weitere elegante Umschreibung für Verdummung ist.

Bei „Alles Interpretationssache“ ging es in der neuen Folge um den Song „Sunny“ von Bobby Hebb (31 Min.).
Und im Podcast „Meilensteine – Alben, die Geschichte machten“ ging es eine Stunde lang um den Buena Vista Social Club. Interessant fand ich darin etwa die Stelle, bei der verschiedene kubanische Rhythmen ausführlich erklärt wurden, inklusive laut vorgezählter Takte. Interessant fand ich es deswegen, weil ich absolut nichts davon verstanden habe.
Ein wenig war es wieder so, als würde mir im Hirn schlicht ein komplettes Modul fehlen. So fühlte es sich jedenfalls an. Ich hörte die Sätze, ich wusste, sie waren logisch, sie waren auch deutsch, aber sie ergeben dennoch überhaupt keinen Sinn. Und sie ergaben auch nichts, was ich mir merken konnte.
Ein wenig schade ist es aber doch, so gar keinen Zugang zu haben.

In der Küche stand ansonsten auf einmal ein saisonales Update aus dem Garten. Es ist sicher eine der besseren Arten, den Wechsel der Saisonzutaten zu registrieren, wenn es dabei Kuchen zum Frühstück gibt.
Und zu Kirschen gibt es in diesem Blog zwei Traditions-Songs, wie Sie vielleicht wissen. Ein deutsch-französisches Obst-Intermezzo.
Und zwar wie folgt – zur Geschichte des französischen Liedes siehe bitte hier, zum leider nicht mehr unter uns weilenden deutschen Sänger, wenn Sie ihn versehentlich nicht kennen sollten, siehe bitte hier.
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