Gesehen:
Kaum ein paar Minuten Filme oder Serien habe ich geschafft, und nur kurz sah ich die in der letzten Ausgabe noch spöttisch behandelte Krimiserie „Murder in a small town“ weiter, bei der mir der Gattungsbegriff so suspekt war: Cosy Crime.
Mir fiel nämlich noch ein, dass jemand, der mit Agatha Christie und Dorothy L. Sayers in seiner Jugend in die Krimiwelt eingestiegen ist, jemand, der später etwa die Bücher von Janwillem van de Wetering mochte und der im Fernsehen gerne so etwas wie Columbo sah, womöglich aus einer ausgeprägten Cosy-Crime-Welt kommt. Cosy Crime war wohl unser Normalfall, bevor es alles in Richtung blutrünstiger Thriller und immer üblerer Massaker eskalierte. Nur dass es damals nicht so hieß. Wir hatten ja nichts! Nicht einmal schick benannte Schubladen.
In dieser Serie versucht der Polizeichef jedenfalls etwas, das man sonst eher selten sehen kann, so weit ich weiß. Er versucht nämlich, ein guter Vorgesetzter zu sein. So etwas wird normalerweise ex negativo erläutert, indem krasse Verfehlungen der Leitenden vorgeführt werden. Dass aber einfach Positives gezeigt wird – es ist doch selten, nehme ich an.
Eine Rezension gibt es z. B. hier bei den Serienjunkies.

Gelesen:
Spontan und schnell eingeschoben durchgelesen habe ich zwischendurch das in der letzten Ausgabe dieses Formats aufgetauchte „Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler. Hier die Verlagsseite dazu. Interessant und mitreißend ist das. Hier und da mit einem gewissen Meyerhoff-Faktor im Tonfall, dabei aber ungeheuer ernst in der Thematik. Hat mir sehr gefallen.
Kid37 erlebt Positives in für Hamburger Verhältnisse ungeheuren Dimensionen.
Thomas Gigold: „Wieso es keine gute Idee ist, Einsteigerjobs durch KI zu ersetzen“
„Dies und das aus den Bergen“ – und zwar aus französischen Bergen und außerdem sehr, also wirklich sehr ansprechend bebildert.

Die Sache mit der Bucket-List wieder einmal, diesmal bei Fragmente.
Eine Meldung sah ich, die mich gar nicht dringend interessiert hat, zum Konzert der Toten Hosen in Hamburg. Ich überflog sie nur, blieb dann aber kurz an einer Stelle hängen – und wenn Sie auch zu diesen Leuten gehören, die Verfilmungen und weitere Bearbeitungen für andere Gattungen, Roman, Kurzgeschichte, Theater etc. jederzeit spontan vor sich sehen, dann wissen Sie gleich auch, warum ich hängenblieb:
Und jetzt bitte alle im Chor und in angemessenen Kapitälchen: „DAS KANNSTE DIR DOCH NICHT AUSDENKEN!“
Weitere Links im aktuellen Newsletter von Ligne Claire. Im dazugehörigen Blog wird noch einmal die Motivation für diesen Newsletter zusätzlich zum Blog (oder auch später stattdessen) erläutert, und ich finde es interessant, dass die Sichtweise natürlich vollkommen legitim, für mich aber überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Andere Leute, andere Gedanken, es überrascht doch immer wieder.

Gehört:
In der Hörsaal-Reihe von Deutschlandfunk Nova gab es einen Vortrag des Wirtschaftshistorikers Klaus Weber: „Ungleichheit – Über Reichtum und Überreichtum“.
Es wird einem vielleicht ein klein wenig schlecht dabei, das möchte ich nicht ausschließen.
Beim BR eine Sendung über die Qualität und Genauigkeit der Klimawarnungen aus der Wissenschaft, mit historischem Rückblick und Erinnerungen an frühe Warnungen in den Medien.
Im Medienpodcast beim Deutschlandfunk gab es eine Sendung mit Matthias Spielkamp von Algorithmwatch – wie sich Algorithmen auf Medien und Gesellschaft auswirken.
Im History-Podcast hörte ich eine Folge „Wie war das damals? Als Pizza und Döner nach Deutschland kamen“
Außerdem die Hörbuchversion (gelesen vom Autor) der Poetik-Vorlesung von Sven Regener: „Zwischen Depression und Witzelsucht – Humor in der Literatur.“

Zur Musik. Um Dolly Parton zu würdigen, muss ich über die Auswahl nicht lange nachdenken, denn sie hatte so fantastische Kooperationen, etwa hier mit einem Neil-Young-Titel:
Oder hier mit einem der Carter-Family:
Und bei Tim Curry fällt die Wahl a little too obvious aus, aber was soll man machen: Es muss doch so. Und es ist und bleibt einfach ein anbetungswürdiger Auftritt.
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