Die Herzdame backt – Käsesahnetorte

Dieser Artikel wird freundlicherweise gesponsored, daher wird er hier auch als WERBUNG deklariert.

Und für dieses Sponsoring gibt es eine äußerst nette Erklärung, die ganz wunderbar zu der ebenso alten wie immer noch schönen Regel passt, dass Blogs wie Schaufenster sind. Da legt man rein, was man hat, Texte, Kolumnen, Bilder, Ideen, Formate, was auch immer – und manchmal, mit etwas Glück, kommt jemand vorbei, der das kauft. Das ist mir im Laufe der Jahre mehrfach passiert, ich finde es immer noch großartig. Viel eleganter kann Akquise nicht laufen.

Wie hin und wieder bereits bemerkt wurde, trägt die Herzdame beim Backen in der Regel geradezu irritierend schöne Kleider. Das waren meist welche von King Louie, weil die Marke nun einmal ihren halben Kleiderschrank füllt. Diese Kleider im Vintage-Look passen hervorragend zum Lindy-Hop und zum Balboa, und da die Herzdame tendenziell immer öfter tanzt, besteht da ein gewisser Bedarf an Ausrüstung. Sie sind aber nicht so vintage, dass man sie nicht auch im Büro tragen könnte. Wir hatten tatsächlich schon ein paar mal daran gedacht, die Firma anzuschreiben, wir sind dann aber nie dazu gekommen. Mussten wir auch gar nicht, denn nun haben sie uns angeschrieben, weil aus dem Blog doch einige dort im Shop gelandet sind, obwohl wir die Marke gar nicht so prominent genannt haben. Es folgten zwei, drei nette Mails und zack, diese Ausgabe der Backkolumne hat wieder einmal einen Sponsor – und zwar genau den, den wir wollten. Wir freuen uns sehr. Und nun zur Torte.

Dossenmandarinen

Es ist, da kann man gleich den höchst erwartbaren Kommentaren vorbeugen, so etwas wie eine Glaubensfrage, ob Dosenmandarinen etwas im Kuchen zu suchen haben oder nicht. Ich aber glaube an Dosenmandarinen, mehr Diskussion dazu brauchen wir also gar nicht. That was easy!

Käsesahnetorte

Es gibt also Käsesahnetorte, und zwar nach einem für Eltern optimierten Rezept, denn weiter unten folgt ein Schritt, der nur für Menschen mit Kindern Sinn ergibt. Das bezieht sich auf die Art der Zubereitung, nicht auf die Zutaten. Die sind immer wie folgt, ob mit oder ohne Kinder in der Küche:

Für den Boden:

3 Eier

150 g Zucker

150 g Mehl

3 Pk Vanillezucker

1 TL Backpulver

Für die Käsesahne:

500g Quark

125 g Zucker

375 ml Sahne

1 Dose Mandarinen

4 TL von diesem Zeug (San-apart), das ist nun kein werbender Link, ich weiß nur nicht, wie das sonst heißt – alternativ nimmt man 1 Pk Gelatine weiß

Eier

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Eine Springform einfetten und dünn mit Mehl bestäuben. Die Eier mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren.

Zucker

Mehl und Backpulver mischen, drüber sieben und unterheben. Den Teig in die Springform füllen und 10 bis 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Eier

Die Figur rechts hat mit den Eiern gar nichts zu tun. Wenn man Kinder hat, muss man auch mit sinnlosen Kombinationen im Dekobereich klarkommen können.

Herzdame an Herd

Wobei es übrigens gar nicht so einfach ist, hier Fotos ohne Kinder hinzubekommen. Die meisten Bilder sehen so aus:

Herzdame an Herd mit Sohn II

Stäbchenprobe

Während der Boden abkühlt, die Mandarinen abtropfen lassen, dann die Sahnefüllung anrühren.

Dosenmandarinen

Und zwar wie folgt:

Den Quark mit Zucker schaumig rühren oder rühren lassen.

Rührgerät mit Sahne

Wenn man dieses San-apart-Zeug hat, schlägt man die kalte Sahne eine halbe Minute auf, gibt dann 4 TL San-apart dazu und schlägt sie dann bis zur gewünschten Festigkeit. Anschließend die Sahne unter die Quarkmischung heben.

Herzdame und Sohn I

Gelatinevariante: Wenn man das seltsame Sahnesteifzeug nicht hat, schlägt man die Sahne steif und zieht sie unter die Quarkmischung. Dann die Gelatine quellen lassen, auflösen und auch unterrühren.

Kleid

Die Herzdame rührt Teig

Für Bilder dieser Art, um mal etwas Making-Of unterzubringen, hänge ich übrigens etwas aus dem Dachfenster, so groß ist die Küche gar nicht, dass diese Bilder einfach wären. Ich hänge rückwärtig in der Frischluft – und wenn ich mich etwas nach draußen drehe, sehe ich auf diese Art auch einmal die Stiefmüttchern in der Dachrinne. Wie auch immer die da hinkommen, egal.

Dachrinne

Bei beiden Varianten jetzt die Mandarinen vorsichtig unterheben – wenn man keine Kinder hat. Sonst erst einmal ohne Mandarinen weiter im Text.

Den abgekühlten Boden horizontal und mittig halbieren, so dass man zwei Böden bekommt, also einen Boden und einen Deckel (man sieht es dem Satz nicht an, aber alleine über diese schöne und präzise Formulierung haben die Herzdame und ich lebhaft und lange gestritten, bis sie endlich einen sinnvollen und allgemein verständlichen Satz ergab. Wir sollten definitiv keine Texte gemeinsam verfassen, das ist nicht gut für die Beziehung.)

Der Teig wird halbiert

Teigboden und Deckel

Teigboden

Um den unteren Boden einen Tortenring dengeln. (Das ist womöglich etwas nordostwestfälisch und rustikal formuliert, aber die Herzdame steht immer noch neben mir und diktiert, was soll ich machen. Es wird also gedengelt.) Dann die Quarkmasse auf dem Boden verstreichen.

Teigboden

Sahne einfüllen

Wenn man Kinder hat, können diese jetzt die Mandarinen liebevoll einzeln darin versenken, das ist bei den Söhnen quasi der Hauptspaß bei diesem Rezept. Wenn man keine Kinder hat, sind die Mandarinen schon drin, das ist sehr vernünftig und erwachsen.

Dann den Deckel vorsichtig aufsetzen und die Torte kaltstellen. Setzt man den Deckel nicht vorsichtig auf, sondern so energisch wie ein etwa achtjähriges Kind, dann wird die Torte womöglich schief. Siehe Bildbeweis.

Mandarinen versenken

Deckel auflegen

Torte von der Seite mit Tortenring

Puderzucker

Wenn die Masse erstarrt ist, den Ring abnehmen und den Deckel mit Puderzucker bestäuben. Zack, fertig ist die Torte, das ist im Grunde sehr einfach.

Torte von oben

Die Herzdame an Torte

Die Herzdame schneidet Torte

Ein Tortenstück

Torte von oben

Wir weisen, wie oben angekündigt, empfehlend auf den Shop von King Louie hin.

Kin Louie Onlineshop

 

Und hier zum Schluss noch ein Tortendekorationsvorschlag von Sohn II. Die anderen Familienmitglieder waren nicht überzeugt, aber wer wird Geschmacksfragen debattieren, siehe auch Dosenmandarinen.

Torte mit Deko von Sohn II

 

Die Herzdame backt: Marzipankartoffeln und Kokosmakronen

Dekostern

Man darf das ja gar nicht laut sagen, aber ich finde selbstgebackene Kekse, insbesondere Weihnachtskekse, insbesondere von Kindern gebackene Weihnachtskekse, geschmacklich oft wenig ansprechend. Gar keine Frage, es gibt großartiges Weihnachtsgebäck, auch schlichte Kekse können sicher sehr gekonnt zubereitet werden, aber oft schmecken sie eben einfach nach Zucker und Mehl.

Adventskalender

Und um uns selbst gar nicht erst ins Risiko zu begeben, gibt es hier jetzt Marzipankartoffeln und Kokosmakronen. Da kann man nicht viel falsch machen, die Dinger haben Schokokawumm und sehen nett aus, außerdem sind sie absolut kindertauglich, denn sie gehen sehr schnell. Und mit der Geduld hat es hier eher keiner. Deswegen wurden beide Rezepte noch einmal vereinfacht, leichter geht es wirklich nicht, die Marzipankartoffeln muss man nicht einmal backen.

Sohn II, Marzipankartoffeln, Nüsse

Für die Marzipankartoffeln braucht man:

1 Tafel Rittersport Nougat (Das hat sich so bewährt, sagt die Herzdame. Keine bezahlte Werbung)
Nüsse
300 g Marzipanrohmasse
100g Puderzucker
Etwas Kakaopulver

So wenig? Ja, so wenig. Das Marzipan wird kleingeschnitten, damit es etwas einfacher zu verarbeiten ist.

Sohn II schneidet Marzipan

Dann wird es mit dem Puderzucker verknetet, daran kann sich ein Kind schon einmal komplett verausgaben, denn das muss wirklich gründlich geschehen.

MarzipankartoffelteigMarzipankartoffelteig

Aus dem so entstandenen Teig dann Kartoffeln drehen. Dabei kann man beobachten, dass evtl. beteiligte Kinder quasi im Handumdrehen Taschenspielertricks lernen. Eben war die Kugel noch da, zack, ist sie weg. Unerklärlich verschwunden, in der ganzen Küche nicht mehr wiederzufinden, nicht auf dem Tisch, nicht auf dem Boden – und nur das Grinsen des Kindes könnte ein zielführender Hinweis sein.

Sohn II rollt Kartoffeln

Aber egal, es ist natürlich immer sinnvoll, die Geschicklichkeit des Nachwuchses auf jede denkbare Art zu fördern. In die Kartoffeln dann jeweils ein Stück Schokolade versenken – und zwar jeweils ein Viertel eines Schokoladenstücks. Danach in Kakao rollen, dabei aufpassen, dass die Kakaoschicht nicht zu dick wird.

Schokolade in Marzipan
MarzipankartoffelnMarzipankartoffel in Kakao

Selbstverständlich kann man auch Nüsse in die Kartoffeln stecken, mit etwas Phantasie fällt einem auch noch mehr ein.

That was easy!

Marzipankartoffeln sehen nett aus, lassen sich prima verpacken und schmecken garantiert. Fast jedem.

Sohn II mit Marzipankartoffeln

Kreative Kinder muss man allerdings davon abhalten, etwas anderes als Schokolade, Nüsse und andere sinnvolle Zutaten hineinzubasteln, hier verschwanden auf diese Art etwa größere Mengen Müsli im Marzipan. Das ist dann geschmacklich evtl. nicht mehr so toll.

Sohn II mit Marzipankartoffel

Für die Kokosmakronen brauchen wir:

200 g Zucker
60 g Butter
200 g Mandelblättchen
100 g Kokosraspel
200 g Schlagsahne
4 EL Mehl
200 g Zartbitter- und 100 g Vollmilchkuvertüre

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Zucker, Butter, Mandeln, Kokosraspeln, Sahne und Mehl 2 – 3 Minuten verrühren.

Herzdame rührt Zeug

Man beachte das beleidigte Kind im Hintergrund, an den Grund kann sich niemand mehr erinnern. Vermutlich musste es für das Foto kurz aus dem Weg gehen, auch so etwas kann zu Dramen führen.

Das schmollende Kind trösten, dann alles aus der Schüssel in einem Topf erhitzen, dabei immer weiter dauernd rühren, bis alles gründlich vermischt ist.

Makronenteig

Mit zwei Löffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen.

Herzdame bastelt Makronen

Zehn Minuten in den Ofen, fast schon fertig. Auskühlen lassen.

Herzdame an Herd

Die Kuvertüre schmelzen, die Unterseite der Plätzchen damit einpinseln und trocknen lassen. Zack, auch schon fertig!

Kokosmakronen mit KuvertüreKokosmakronen

Kokosmakronen, Marzipankartoffeln

Und obwohl beide Rezepte wirklich pappeinfach sind, kann man das dennoch sehr gut essen. Oder verschenken.

 

Die Herzdame backt: Katharine Hepburn’s Brownies

Herzdamenhände

Die Herzdame hat Brownies nach einem Rezept aus “Süßer Sonntag” von Ilse König, Clara Monti und Inge Prader gemacht, einem ausgesprochen attraktiv aufgemachten Backbuch, das sinnvoll nach den Tageszeiten eines Sonntags sortiert ist, wann soll man auch sonst zum Backen kommen.

Backbuch

Das beginnt also etwa mit Brötchen für Frühaufsteher, geht weiter mit Zubehör für den Langschläfer-Brunch, über Desserts für den Mittagstisch und dann zum Sonntagskaffee mit und ohne Gesellschaft usw. Bis hin zu “süßen Traumbringern”, warum auch nicht. In der letzten Kategorie auch die Madeleines à la Proust, die wären auch einmal einen Versuch wert. Vielleicht schreibe ich danach ein paar weitere Bände Erinnerungen?

Die Herzdame backt

Das in diesem Buch gefundene Brownie-Rezept stammt aus einem historischen Interview mit the one and only Katharine Hepburn, die ihre drei goldenen Lebensregeln einmal so definiert hat: “Dont, put too much flour in your brownies – Never quit – Be yourself.” Eine interessante Zusammenstellung, keine Frage.

Backbuch

Das Rezept ist charmant simpel, man braucht fast nichts und das hat man in einem gut sortierten Haushalt auch noch sowieso vorrätig. Die Zutatenmenge ist für eine Form von 22 X 22 cm.

Nämlich 100 Gramm Wal- oder Pekanüsse

120 Gramm Butter

60 Gramm ungezucktertes Kakaopulver

2 Eier

200 Gramm Zucker

2 EL Mehl

1 Pkg. Vanillezucker

1 Prise Salz

Der Ofen wird auf 165 Grad vorgeheizt. Die Nüsse zerkleinern.

Nüsse

Die Butter mit dem Kakao über einem Wasserbad schmelzen und glattrühren, das bitte unbedingt gründlich. Sehr gründlich. Wirklich gründlich.

Topf mit Kako und Butter

Die Eier nacheinander unterrühren, dann Zucker, Mehl, Nüsse, Vanillezucker (ich habe gerade reflexmäßig Vanilleeis geschrieben, schlimm) und Salz unterheben. Sollte ein Mann mit Kamera im Raum sein, stellt man sich gerade hin und guckt dabei in die richtige Richtung, eh klar.

Herzdame mit NüssenHerzdame

Man braucht übrigens Nerven wie Drahtseile, wenn man im neuen Kleid und ohne Schürze einen solchen Teig rührt.

Rührschüssel

Was Nordostwestfälinnen können, das können nur Nordostwestfälinnen. Das Kleid ist übrigens (keine bezahlte Werbung) von King Louie.

Die Masse in eine Form geben. Oder, wie wir hier sagen: alles auf ein Backblech verteilen. Also sofern man denn die Masse vom Löffel bekommt.

Herzdame mit TeigHerzdame mit TeigTeig

Im Ofen etwa 20 Minuten backen.

Herzdame an Herd

Zack. Einfacher kann man nicht an Brownies kommen, das Rezept ist also der Knaller, wenn man notfallmäßig schnell irgendwo Kuchen liefern oder vorrätig haben muss. Und sie schmecken verdächtig ähnlich wie die Exemplare aus dem Coffeeshop um die Ecke.

Und hier wird es ausnahmsweise auch einmal Zeit für ein “Making of”-Foto. Denn wir sind spät im Herbst, das Tageslicht wird denkbar knapp und die Foodbloggerei wird immer herausfordernder. Da muss die Herzdame schon etwas Einsatz zeigen, um die fertigen Brownies am langen Arm in den letzten Lichtrest des verdämmernden Tages zu halten.

Making of "Die Herzdame backt"

Aber ohne Foto vom fertigen Produkt geht es ja nun einmal nicht.

Brownies

Und ohne wenigstens einen Blick auf die namensgebende Schauspielerin kommen wir hier natürlich auch nicht raus.

Die Herzdame backt: Eierlikörkuchen vom Oberglunigerhof

Herzdame

Auf dem Oberglunigerhof in Südtirol gab es jeden Morgen zum Frühstück unter anderem gleich zwei selbstgebackenen Kuchen, wie überhaupt, ich erwähnte es bereits, das Frühstück dort super war. Unter diesen Kuchen war auch ein Eierlikörkuchen, der uns besonders gut schmeckte, er sah außerdem überhaupt nicht kompliziert aus. Die Herzdame hat Frau Platter, die Chefin des Hofs, um das Rezept gebeten, das sie uns dann mit der Hand eben notiert hat, ich weiß nicht, woher es ursprünglich stammt.

Der Kuchen ist in der Tat ganz einfach, aus Sicht von Frau Platter, die jeden Tag backt, sogar so einfach, dass auf dem Rezept, direkt nach den Zutaten, als Handlungsanweisung einfach steht: “Kuchen backen”. Über diese Textstelle im Rezept freue ich mich schon seit Wochen. Man stelle sich das in Kochbüchern oder -Apps vor, erst eine ellenlange Zutatenliste und dann darunter ganz lapidar: “Gericht kochen”. Ist das nicht wunderbar?

Herzdame an Backofen

Auf Nachfrage erfuhren wir dann natürlich noch die richtige Backzeit und die Temperatur – unter Menschen, die wirklich aus dem Handgelenk backen können, braucht man solche Angaben vermutlich gar nicht. Aber wir sind ja nur Laien, wir können hier nur Sachen ablesen und nach Vorgabe zusammenwerfen. RaspelschokoladeWir brauchen:

80 Gramm Butter

100 Gramm Zucker

5 Eier

200 Gramm gemahlene Mandeln

100 Gramm dunkle Raspelschokolade

1 TL Backpulver

2 Esslöffel Rum

1 Gläschen Eierlikör

Rum und Eierlikör

Durch dieses Rezept haben wir jetzt auch Rum im Haus, und sogar die Marke, die es schon in meiner Kindheit gab. Dann kann es bei uns im Herbst also endlich einmal Grog geben! Das habe ich schon seit Jahren immer wieder vorgehabt und doch immer wieder verpasst. Mein Lübecker Bruder schreibt im Herbst und im Winter ab und zu etwas vom Grog, den er gerade trinkt, dann denke ich jedesmal, das mache ich auch bald, habe dann aber keinen Rum im Haus, denke, den müsste ich mal kaufen und zack, ist es schon wieder Frühling. Aber in diesem Herbst! Es wird mir ein Fest. RumIch schweife ab, pardon. Wir waren bei: “Kuchen backen”.

Herzdame an Rührschüssel

Und zwar, nachdem man die Zutaten verrührt und in eine gefettete Springform gegeben hat, bei 170 Grad für 35 Minuten, es ist tatsächlich pappeinfach. Bitte nur beachten, die Schokolade erst ganz zum Schluß einzurühren. Herzdame an TeigEin Kuchen für jederzeit also, für ganz schnell, für immer wieder. Wenn auch nicht für Kinder, aber irgendwas ist ja immer.

Herzdame an Rum

Bleibt noch die Frage, was denn nun “ein Gläschen” ist, also welche Größe das hat. Was meint die Südtirolerin, wenn sie von Gläschen spricht, was hat sie da im Sinn? EierlikörUnd ist es vergleichbar mit dem Gläschen einer Nordostwestfälin oder dem eines Hanseaten? Wir haben uns nach längerer Diskussion vor dem Küchenschrank für etwas deutlich über Schnapsglas entschieden, und geschmacklich scheinen wir da auch richtig zu liegen.

Eierlikörkuchen

Der Kuchen schmeckt, obwohl er so einfach ist, ganz hervorragend, er ist sehr fluffig und doch reichhaltig, wir haben ihn jetzt schon dreimal gemacht, das sagt ja auch etwas aus. KuchenFrau Platter hat ihn nach dem Backen mit Sahne und Eierlikör verziert, wir haben ganz banal Puderzucker genommen – noch einfacher.

Sehr guter Kuchen

Und warum haben wir die Rezepte für die anderen Kuchensorten nicht mitgenommen? Schlimm! Herzdame

 

Roter Hahn

Die Herzdame backt: Tarte Tatin – featuring Patricia

Die Tarte Tatin ist natürlich nicht irgendein Kuchen, das ist eine sehr, sehr französische Angelegenheit mit dazugehörigem Mythos von den beiden Damen Tatin. Da ist es besser, man lässt Fachleute ran, in diesem Fall also z.B. eine Französin. Wir haben dafür Patricia besucht, eine langjährige Freudin der Herzdame. Patricia hat die richtige Nationalität, sie hat außerdem damals eine wichtige Rolle bei unserer Hochzeit gespielt, sie ist Patentante von Sohn II und der Familie also auf so manche Art verbunden – und jetzt auch per Blogeintrag.

Patricia

Patricia hat ein Händchen für Deko und Einrichtung, weswegen man nach einem Besuch bei ihr immer ein seltsames Gefühl empfindet, wenn man wieder nach Hause kommt und das eigene heruntergewirtschaftete Chaos betritt, das man so Wohnung nennt. Sie wohnt irgendwie immer dekorativer als wir, obwohl sie auch zwei Kinder hat.

Dekoklimbim

Bei Patricia sieht immer alles gut aus, ist nett arrangiert und wohlüberlegt. Bei Patricia schmeckt auch immer alles, was sie wie nebenbei in der Küche zusammenrührt, ich bewundere das sehr.

Nüsse

Ich rede mir manchmal ein, dass das mit dem Essen daran liegt, dass sie dauernd so viel Lebensmittel aus Frankreich mitbringt, aber im Grunde kann man das natürlich nicht glauben.

Dekoklimbim

Sie kann es einfach. Jedesmal, wenn wir bei ihr waren, denken wir hinterher ein paar Tage lang, das wir das doch auch können müssten! So mit Liebe kochen, alles so nett anrichten und einrichten, überhaupt so gepflegt herumleben. Zumindest ein wenig! Dann legen wir zaghaft zwei Weintrauben neben den Käse auf dem Abendbrottisch, aber es ist irgendwie doch nicht vergleichbar. Wir bleiben stets bemüht, mehr ist es nicht.

Wasser mit Zeug

Tarte Tartin also, wir brauchen zunächst mal einen Mürbeteig, Pâte Brisée, wie die Fachfrau sagt. Es geht los.

Patricia und die Herzdame

Für den Mürbeteig brauchen wir:

200 g Mehl
100 g Butter
10 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz

Zutaten Mürbeteig
Teig in Schüssel

Butter in Flöckchen in eine Schüssel geben. Mehl dazusieben (Patricia siebt wirklich, war klar), das Ei, Zucker und Salz dazugeben. Alles sehr gut verkneten, zu einer Kugel rollen und in Frischhaltefolie etwa eine Stunde kaltstellen.

Teig in Folie

Patricia backt übrigens nach diesem Buch hier, es macht schon einen etwas abgelebten Eindruck, wie es sich für wirklich anwendbare Kochbücher gehört.

Kochbuch

Wir brauchen außerdem:

Etwa 600 Gramm Äpfel
150 Gramm Zucker
75 Gramm Butter
Etwas Zimt

Pommes

Die Äpfel werden in wirklich dünne Scheiben geschnitten, nicht etwa in norddeutsche Apfelkuchenkeile. Dünn!

Äpfel schneiden

Die Herzdame schneidet Äpfel

Butter in einer Pfanne erhitzen, Zucker zugeben und schmelzen lassen. Dann kommen die Äpfel und der Zimt dazu.

Geschnittene Äpfel

Äpfel in Pfanne

Äpfel in Pfanne

Das sieht gut aus, das riecht auch gut, da kommen, wenn die Fenster offen sind, sämtliche Kinder aus dem weiteren Umkreis des Hauses wie zufällig vorbei und fragen, ob es vielleicht bald Kuchen gibt. Die Äpfel sind nach kurzer Zeit hübsch bräulich karamellüberzogen.

Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen, was Patricia hier übrigens nur wegen des besseren Lichts auf dem Wohnzimmertisch macht, normalerweise machen das auch Menschen aus Frankreich eher in der Küche. Prüfen ob die Größe reicht!

Teig ausrollen
Teig ausstechen

Teig auslegen

Teig auf Tisch

Die karamellisierten Äpfel kommen in die Kuchenform, der Teig kommt auf die Äpfel, es wird kunstvoll ein Rand gebastelt und alles wird vorsichtig festgedrückt. Ich hoffe, die Bilder sprechen hier einigermaßen für sich.

Äpfel in Form

Äpfel in Form

Teig über Äpfeln

Rand schneiden

Teig in Form

Patricia und Maret und Teig

Teig andrücken

Backofen vorheizen. Nach dem Backen – bei 180 Grad etwa 20 Minuten, Patricia backt nach Gefühl – wird die Form beherzt gestürzt, ein Moment, der nicht ohne Spannung ist.

Patricia an Ofen

Gebackener Mürbeteig

Tarte Tatin stürzen

Tarte Tatin stürzen

Im besten Fall sieht das Ergebnis etwa so aus:

Tarte Tatin schneiden

Man isst es mit Vanilleeis und Sahne. Und mit erheblicher Begeisterung, versteht sich.

Tarte Tatin

Die Herzame mit Kuchen

Laut Original-Rezept isst man es in Frankreich übrigens mit Crème fraîche, bzw. mit geschlagener Crème fraîche. Da sagt Patricia aber, es müsse gute Crème fraîche sein, womit sie vermutlich eine Qualität meint, die hier nicht im Kühlregal steht. Es gibt anscheinend etliche Möglichkeiten zwischen Crème Fouettée und Crème Chantilly, gerade bei Milchprodukten gibt es doch ein paar entscheidende Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland, man rede nur einmal über Butter. Mit Vanilleeis und banaler geschlagener Sahne schmeckt es auf jeden Fall großartig.

Und das alles ist, so sagt Patricia, total einfach und macht sich nebenbei, während man kocht. Die Herzdame denkt darüber noch nach.

Die Herzdame

Die Herzdame backt: Rhabarber-Baiser-Kuchen

Rhabarberkuchen

Auf Wunsch meiner nordostwestfälischen Schwiegereltern backt die Herzdame diesmal nicht in exaltierten Kleidchen und partytauglichen Pumps, sondern ganz schlicht in Jeans und Dings und barfuß. Mehr so der bodenständige Look, das passt aber auch ganz wunderbar zur verwendeten Hauptzutat: Rhabarber.

Rhabarber

Rhabarber ist der ewige Dritte der Saison, nach Spargel und Erdbeeren, ohne die geringste Chance, jemals aufzuholen. Das ist ein wenig bedauerlich, aber das werden auch wir nicht ändern können, wir können nur kurz darauf hinweisen, dass Rhabarber-Baiser-Kuchen etwas ziemlich Großartiges ist. Ich habe den noch nie vorher so gegessen, bin aber restlos überzeugt, den machen wir jetzt nur noch so, das ist eindeutig besser als schlichter Rhabarberkuchen, der natürlich auch schon nicht schlecht ist.

Herzdame mit Kuchen

Das würden auch die Söhne unterschreiben, die Rhabarberkuchen gar nicht mögen, in dieser Variante aber immerhin die Baiserschicht runterknabbern können. Und zwar mit erheblicher Begeisterung. Wobei mir bei Durchsicht der Bilder auffiel, dass Sohn I beim Backen gar nicht dabei war. Das war etwas irritierend, bevor mir wieder einfiel, dass der feine Herr gerade eine Woche auf Sylt war, man kommt bei dieser umtriebigen Jugend gar nicht mehr hinterher. Was die alles unternehmen! Als ich in seinem Alter war, bin ich höchstens alleine Milch holen gegangen. Wir hatten ja nix! Die Milch übrigens, die Älteren erinnern sich, gab es damals noch in Plastikschläuchen, die als Verpackung denkbar ungeeignet und geradezu lachhaft unpraktisch waren. Und ich erinne mich bis heute an einen Tag, an dem mir so ein glitschiges, kaltes Mistding dreimal auf dem Rückweg vom Laden runterfiel, an diese riesige Milchpfütze auf dem Gehweg vor meinen Füßen. Und noch einmal. Und noch einmal. Bis es meiner Mutter zu teuer wurde und sie schließlich selbst Milch holen ging. Traumatische Erfahrungen, die heute keiner mehr versteht. Aber egal.

Rhabarber

Wir brauchen:

600 Gramm Rhabarber

150 Gramm Mehl

75 Gramm Speisestärke

Anderthalb TL Backpulver

150 Gramm Margarine

150 Gramm Zucker

1 Packung Vanillezucker

2 Eier

3 Eigelb

Für die Baiserschicht:

3 Eiweiß

175 Gramm Zucker

1 TL Zitronensaft

Sohn II hält Zitrone

Den Rhabarber vom Nachwuchs waschen und in Stücke schneiden lassen, wenn Nachwuchs vorhanden. Wir haben für solche Fälle ein Spezialkinderküchenmesser, das klappt sehr gut. Und bei rotem Rhabarber fällt Blut auch gar nicht so auf.

Sohn II schneidet Rhabarber

Und da Kinder durch Nachahmung lernen, schnippelt man selbst auch ein wenig.

Herzdame an Rhabarber

Mehl, Speisestärke und Backpulver sieben. Ich halte das ja nach wie vor für eine Glaubensfrage, aber egal, das Thema hatten wir schon und ich darf auch einmal unbelehrbar sein. Die Herzdame siebt tatsächlich. Die Margarine mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig rühren. Drei Eigelbe und zwei ganze Eier darunter rühren und beim Rühren das Mehlgemisch dazugeben.

Herzdame

Den Teig in eine vom Nachwuchs eingefettete Springform geben. Die Rhabarberstücke auf dem Teig verteilen. Das sieht eventuell zunächst so aus, als seien es zu viele, aber das passt schon.

Herzdame an Rhabarberkuchen

Rhabarberstückchen

Bei 180 Grad etwa 45 Minuten backen, wir wollen hier gar keine Präzision vortäuschen.

Die drei Eiweiße mit einer Prise Salz, welches oben in der Zutatenliste fehlt, zu steifem Schnee schlagen.

*rühr*

Zucker und Zitronensaft unterrühren. Den Kuchen aus dem Ofen holen und die Baisermassse darauflöffeln. Das darf und soll ruhig etwas unregelmäßig aussehen, finde ich.

Rhabarbertorte

Herzdame mit Baisermasse

Herzdame mit Kuchen

Baiser

Danach den Kuchen etwa 15 Minuten weiterbacken, die Baisermasse sollte nicht zu dunkel werden. Aber doch ein wenig Farbe nehmen.

Herzdame an Backofen

Zack, fertig. Sehr guter Kuchen, sehr einfache Zubereitung, sehr oft wiederholen.

Wird die Herzdame vor der Pflaumensaison noch einen weiteren Kuchen schaffen? Und was wird sie dabei tragen? Fragen über Fragen!

Das Originalrezept kommt von hier.

Kuchen

 

Herzdame mit Kuchen