Gartenbuchhinweis

Kurz vor Toresschluss noch ein Gartenbuchinweis von mir. Vor einiger Zeit hatte die Herzdame auch schon bei der Blogparade vom Hauptstadtgarten mitgespielt, das war hier. Sie hatte da quasi kein richtiges Gartenbuch, sondern ein Laubenbuch, ich werde auch kein typisches Gemüseanzuchtbuch oder Blumenbuch empfehlen. Obwohl mir ein paar gute begegnet sind, in Erinnerung ist mir etwa das Spriessbürger-Buch geblieben (siehe hier). Sehr brauchbar fand ich auch verschiedene Bücher der Stiftung Warentest, die regelmäßig in unspektakulärer Aufmachung, aber dafür mit sehr fundiertem Inhalt daherkommen, das gilt übrigens auch für deren Kochbücher.

Aber eines der Bücher, die mich in unserem ersten Gartenjahr überhaupt am meisten fasziniert haben ist “prinzessinnengärten – anders gärtnern in der Stadt”. Mit Texten von Marco Clausen und Stefanie Müller-Frank, herausgegeben von Nomadisch Grün, erschienen bei Dumont.

Buchcover prinzessinnengärten

Die Prinzessinnengärten sind ein Gartenprojekt in Berlin, das ich nie gesehen habe, ich kenne das alles nur online und aus dem Buch. Wie bei etlichen ähnlichen Projekten auch, entstand es nicht aus einer Überfülle an gärtnerischem Fachwissen, sondern mehr aus Lust, etwas zu machen. Etwas irgendwie Sinnvolles, Schönes, Soziales, Grünes, Nettes, da kann man jetzt alles einfüllen, was dem mittlerweile vielgeschmähten Gutmenschen so Spaß macht.

Buchseite prinzessinnengärten

Im Buch geht es dann um die vielen Aspekte dieses Machens, um soziologische, politische, gärtnerische, stadtplanerische Aspekte, was womöglich etwas dröge klingt, es aber überhaupt nicht ist. Im Gegenteil, man bekommt schon beim Lesen Lust, sich an so etwas zu beteiligen, auch etwas zu machen, in die Stadt einzugreifen, und sei es nur, durch das Pflanzen von Kapuzinerkresse auf der nächsten Verkehrsinsel (das ist eine Ordnungswidrigkeit, also pfui, machen Sie das nicht. Oder machen Sie das doch, aber wir kennen uns nicht, eh klar.). Es ist ein gartenpolitisches Buch, durchsetzt mit Hinweisen auf bepflanzbare Tetrapacks und auf überraschend simple self-made Tomatengewächshäuser, es gibt sogar Kochrezepte, es ist ein Buch, das mir enorm viel Lust gemacht hat, endlich irgendwo anzufangen. In einem Gartenprojekt, im eigenen Schrebergarten, auf dem Balkon, wie auch immer. 

Ein wenig gefährlich ist für mich dabei die häufige Erwähnung von Themen aus der Stadtplanung, denn Stadtplanung finde ich ungeheuer interessant – wenn ich da einmal anfange, ich finde nie wieder raus, ende irgendwann als Halbwissensexperte in Stadtteilgremien und diskutiere dort Parkaumverordnungen, schlimm. Aber es ist eben auch so, dass ich mich als Vater dabei etwas zuständig fühle, denn noch gehöre ich ja zur weltgestaltenden Generation und die Söhne stehen demnächst zur Übernahme bereit, da ist es doch ganz gut für alle Beteiligten, etwas getan zu haben. Und sei es nur, Naturschutz, Ernährungspolitik, Ökologie und dergleichen auf ein paar Quadratmetern enthusiastisch vorzumachen, man beginnt eben irgendwo, wie klein auch immer. Und wenn man dabei seine politischen Ansichten schon nicht erfolgreich an den Nachwuchs weitergibt, dann doch wenigstens ein knackiges Möhrchen. Wer also sein Garteninteresse etwas intensiver mit seinem Weltbild verbandeln möchte, wird in diesem Buch vermutlich auch fündig.

Wir erhalten soeben übrigens endlich die Nachricht, dass die alte Laube abgerissen wird, das könnte schon im Januar/Februar über die Bühne gehen. Im nächsten Jahr kann die Herzdame sich dann also gestalterisch in der neuen Laube austoben, während ich draußen auf den Beeten, die dann keinem Bagger mehr im Weg liegen, nach Herzenslust herumdilettieren werde. Das entsprechende Möhrchenbeweisbild folgt dann, wie klein und vermurkelt auch immer die erste Ernte ausfallen wird. Ich habe seit langer Zeit nicht mehr so dermaßen Lust auf etwas gehabt.

Buchseite prinzessinnengärten

Die Herzdame dreht am Rad – Genauer am Rasenmäherrad

Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, die seit Tagen nicht geschlafen hat.

Oh! Mein! Gott! Ich habe schon ganz dunkle Ringe unter den Augen. Ich kann seit Tagen nicht mehr richtig schlafen. Und das alles weil der Gatte täglich neue Gartenbücher anschleppt: „Guck mal, Schatz!“, „Lies mal, Schatz!“, „war total günstig, Schatz“, „Hier, Garten im Shabby Chic, Schatz, das gefällt dir bestimmt!“

#Strebergarten #schrebergarten

An sich wäre das ja gar nicht so schlimm – nicken und weiterreden lassen. Das gibt sich wieder. Aber der Gatte will auch direkt alles aus den Büchern nachgärtnern. Am besten sofort. Setzlinge in alten Konservendosen, „Vertical Gardening“ (quasi das neue Urban Gardening) mit Europaletten, Insektenhotels aus Schrott und Blumen in Treckerreifen. Wir haben noch nicht mal die essentiellen Dinge wie Wasser, eine Laube oder einen Rasenmäher, aber der Gatte will mir schon den ganzen Garten zumüllen. Das ist der eine Grund meiner schlaflosen Nächte: Albträume.

Der andere Grund heißt Rasenmäher. Jetzt haben wir einen Garten mit sehr viel Rasen, aber noch nichts um ihn zu kürzen. Wenn es nach dem Gatten gegangen wäre, wäre er gestern schon in den nächsten Baumarkt gegangen und hätte einfach den nächstbesten gekauft. Dabei kann er noch nicht mal einen Rasenmäher von einer Sense unterscheiden.

Ich hingegen gehe so eine Investition gerne strukturiert an und recherchiere erst mal, was es gibt und was das Beste für uns ist. Das Allerbeste wohlgemerkt! Und das zum besten Preis, versteht sich! Eine wahre Herausforderung – vor allem mit dem Mann im Nacken, der schon auf halben Weg in den Baumarkt ist.

Ich habe jetzt so viel über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Rasenmäher gelesen und Vergleichsportale bis spät abends studiert, man könnte mich nachts wecken und ich könnte alles im Schlaf runterbeten „Benzinrasenmäher … Akkurasenmäher … Bosch … Einhell … SABO … WOLF … BRAST … BRILL … Makita … HECHT … geeignet für xyz qm Rasenfläche … Leistung … Schnittbreite … Fangkorb … Radantrieb … Lautstärke … Mulchfunktion … gutes Schnittbild … besonders gutes Schnittbild … gute Fahreigenschaften …“. In der Theorie weiß ich jetzt sogar, wie man die Messer wechselt oder einen Benzinrasenmäher richtig wartet. In der Praxis weiß ich aber immer noch nicht, welchen wir überhaupt kaufen sollen. Oder ob doch lieber gebraucht bei…. taddaa… Ebay-Kleinanzeigen. Denn so viel Geld wollten wir eigentlich nicht dafür ausgeben. Immerhin kommt noch eine neue Laube auf uns zu.

Eines kann ich aber schon mal ausschließen, ein Elektrorasenmäher mit Kabel kommt für uns nicht in Frage. Nach spätestens zweimal Mähen ist einer der Jungs (erwachsene inklusive) übers Kabel gefahren. Ein Akkurasenmäher wäre bestimmt besser für die Umwelt, leiser und wartungsärmer als ein Benzinrasenmäher. Aber unsere Rasenfläche ist zu groß dafür, als dass man entspannt mit einer Akkuladung auskommen würde. Außerdem fehlt uns neben der Laube auch noch die Stromversorgung im Garten, vielleicht auch noch für länger. Also bleibt erstmal nur Benzin.

Unverzichtbar finde ich einen zusätzlichen Radantrieb. Man wird ja auch nicht jünger und das schwere Ding durch den Garten zu wuchten, ist mit “Rücken“ und „Knie“ und „Schulter“ bestimmt kein Spaß.

Außerdem liebäugele ich mit einer Mulchfunktion. Dabei wird das Gras so klein gehäckselt und wieder ausgeworfen, dass der Rasenschnitt als Mulch liegenbleibt und somit den Rasen düngt.

Und der Gatte möchte natürlich schnell mit dem Rasenmähen durch sein, damit mehr Zeit bleibt, um all die Treckerreifen, Europaletten und Konservendosen zu bepflanzen. Das heißt: viel Leistung, große Schnittbreite und großes Volumen beim Fangkorb (wenn nicht gemulcht wird). Wir bewegen uns also schon wieder im Luxussegment der Rasenmäher. Es ist doch zum am Rad drehen.

Nun gut. So lange ich noch darüber nachdenke, welcher Rasenmäher jetzt am besten zu uns passt, kaufe ich dem Gatten einen handbetriebenen Spindelmäher, pflocke ihn wie eine Ziege in der Mitte des Gartens an und lasse ihn dann immer im Kreis mähen. Da hat er was zu tun und kommt nicht weiter auf dumme Gedanken.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eine Ausgabe zu Erfindungen und Neuerungen, warum sollte man nicht einmal nach vorne sehen. Denn es gibt faszinierende Entwicklungen und ganz abgesehen von dem ewigen Horror vor Algorithmen etc. kann man auch einfach mal staunend überlegen, was alles gehen kann. Etwa das Internet der Dinge im Hörgerät, um hoffentlich etwas unvermutet zu beginnen. Wenn man das etwas weiterdenkt, eröffnen sich auch immer mehr Möglichkeiten für Blinde, Sehbehinderte etc., die Technik kann enorm viel zur Inklusion beitragen, das ist nicht nur ein soziales Thema.

Damit sind wir bei der Gesundheit, die hat traditionell viel mit Erfindungen zu tun und nicht alle sind medizinisch. In Indien will man Drohnen für medizinische Zwecke nutzen. Solche Artikel sind ganz gut, um zur Abwechslung einmal auf die positiven Aspekte der Technik umzuschalten, die betroffenen Patienten werden am Sinn dieser Erfindung jedenfalls sicher nicht mehr zweifeln. Und so eine Drohne ist ziemlich greifbar, jeder kann sich vorstellen, dass das funktioniert, auch heute schon, warum denn nicht. Andere Entwicklungen, die noch nicht funktionieren, sind dennoch bereits gut vorstellbar, etwa Knorpel aus dem Drucker. So wird es wohl kommen, wann auch immer.

Auch Ideen können neu sein, etwa bei Apps, die einem bei der Versorgung in der Mittagspause helfen. Oder ist das doch wieder nur irgendein 2.0-Schnickschnack, den man butterbrotwedelnd ignorieren sollte?

Beim Thema Ernährung geht aber noch mehr, auch mit Hardware, das klingt dann schon eher nach Erfindung. Hier wird ein Garten-Roboter vorgestellt, ein Farmbot. Ob das auch bald normal sein wird, vielleicht sogar im Stadtgebiet? Urban Gardening in der vollautomatisierten Version, ganz ohne den romantisierten Entspannungseffekt – wer weiß.

Oder, noch einmal kurz zurück zu den Drohnen, wird das Essen für die alternde Landbevölkerung ganz hinten in der Provinz von oben geliefert (englischer Text)? In Deutschland gibt es bereits entsprechende Überlegungen zur Versorgung der Inseln, das hatten wir schon einmal. So abwegig ist das also gar nicht.

Das autonome Fahren beschäftigt viele Menschen, da geht es um Innovationen, die unseren Alltag wohl gründlich umkrempeln werden. Man sieht seltsam oft Artikelbilder mit Autobahnaufnahmen und ziemlich schicken Limousinen, dabei sollte man vielleicht eher auf langsame und klobige Fahrzeuge achten, wie hier in der Schweiz. Da rollt die Zukunft ganz gemächlich heran, kommen wird sie dennoch. In den Mühlen der Bürokratie ist die Zukunft der Autos übrigens auch bereits angekommen, das sind die kleinen Meldungen am Rande, die man leicht übersieht, die aber doch recht deutlich über den Stand der Dinge Auskunft geben. Vielleicht sogar besser als eine Produktvorstellung von Tesla.

Innovation kommt in der Regel nicht von einzelnen Erfindern à la Daniel Düsentrieb, Innovation kommt aus Betrieben, aus Start-Ups, aus mittelständischen Familienunternehmen oder aus Weltkonzernen. Und da es in einer der nächsten Ausgaben hier wieder um Formen der Arbeit und um unseren Büroalltag gehen wird, ist es als Übergang dazu recht passend, etwas zum Thema Innovation und Führung zu lesen. Denn Innovation muss irgendwie auch betrieblich ermöglicht werden. Sie findet heute aber nicht mehr in geheimen Labors, sondern an den Außengrenzen der Unternehm statt, sagt Franz Kühmayer. Eine kleine Feststellung mit ziemlich weitreichenden Folgen, das kann man ruhig einmal für die eigene Branche durchdenken und sich fragen, wie das die Zukunft der Organisation beeinflussen wird.

Für den Freundeskreis Fahrrad haben wir natürlich auch Innovationen im letzten Link, es geht um ein Thema, dem man eventuell mit veralteten Meinungen begegnet. Falträder sind nämlich mittlerweile recht schick geworden. Oder “Foldies”, wie man jetzt sagt, wieder etwas gelernt. Es ist vermutlich auch für Design-Interessierte spannend, die im Text erwähnten Herstellerseiten kurz durchzuklicken. Die haben zwar alle das Rad nicht neu erfunden – aber doch immerhin neu gedacht.

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