Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, seit 100 Jahren zum ersten Mal wieder im Mojo Club und das erste Mal bei Shantel gewesen.

Ich war im Konzert. Das war am 22. November. Schon etwas her. Aber auch ich komme ja zu nichts und frage mich immer, wie das die ganzen „echten“ Blogger machen, regelmäßig und zeitnah Texte zu veröffentlichen. Ich will immer so viel schreiben – wenn die Kinder groß sind vielleicht.

Stefan Hantel, eher bekannt unter seinem Künstlernamen Shantel begleitet mich schon seit dem Ende der 1990er: ich Anfang 20, neu in Hamburg und möglichst jeden Abend in Clubs unterwegs. Ach, das waren noch Zeiten als man endlich 21 war und in den Mojo Club durfte ohne zu mogeln.

Was viele nicht wissen, Shantel hat nicht immer Balkan-Pop gemacht. Angefangen hat er als DJ in den 90ern mit Downbeat – elektronische, eher langsame Lounge-Musik. Das Album „Higher than the Funk“ von 1998 steht immer noch bei mir im Regal und ist auch immer noch gut.

Zwischendurch hatte ich ihn aus den Augen verloren und mich dann erstmal kurz gewundert, dass es noch einen weiteren Künstler mit dem Namen Shantel gibt, der aber nicht Downbeat sondern Balkan-Pop macht. Die Sache war aber schnell aufgeklärt. Stefan Hantels Großeltern kamen aus der Bukowina und bei einer Reise in deren Heimatstadt Czernowitz in der heutigen Ukraine begann er sich für osteuropäische Musik zu erwärmen und diese mit elektronischen Klängen zu mixen.

2003 und 2005 veröffentlichte Shantel dann zwei Compilations unter dem Titel „Bucovina Club“, mit dabei eigene Songs, Remixe sowie Songs anderer osteuropäischer Künstler. Der Sound ist super tanzbar und trug massiv zum Erfolg des Balkan-Pops bei.

Seitdem tourt Shantel abwechselnd mal alleine als DJ durch die Clubs oder gibt mit seinem extra hierfür ins Leben gerufene Bucovina Club Orkestar Konzerte.

Zu seinen erfolgreichsten Stücken gehören „Disko Partizani“ oder „Disko Boy“. Ich glaube, die hat der Gatte hier im Blog auch schon mal verlinkt:

Seit Jahren schon wollte ich immer mal zu einem Konzert des Bucovina Club Orkestars gehen, aber irgendwas war immer. Nun habe ich es endlich mal geschafft, mir meine Freundin S. geschnappt und sie dahingeschleppt. Und es hat sich wirklich gelohnt.

Das Konzert fand, wie geschrieben, im Mojo statt, wo ich seit der Neueröffnung auch noch nicht gewesen bin. Der Sound war eher die Kategorie „geht so“. Ich weiß nicht, ob das an der Akustik des Clubs lag, ob ich ungünstig gestanden habe oder ob die Trompeten verbogen waren. Aber wirklich schlimm fand ich das nicht, wenn ich guten Sound möchte, kann ich auch die teuren Boxen meines Vaters aufdrehen.

Viel entscheidender als den Sound fand ich die Stimmung und die war großartig. Mit den ersten Klängen fingen auch gleich die ersten Leute um mich herum an zu tanzen. Es dauerte auch nicht lange und der ganze Saal hüpfte und tanzte mit. Und das, obwohl bestimmt so manch steifer Hanseat anwesend war. Auch die haben es nicht ausgehalten, nur mit dem Fuß zu wippen. Und schön war auch, dass die ganzen „Ausdruckstänzer“, über die man sich normalerweise gern lustig macht, nicht großartig auffielen.

Das Orkestar hat es immer wieder geschafft, die Menge neu anzuheizen und zum Schluss stand das halbe Publikum auf der Bühne zwischen den Musikern und hat da getanzt. Meine Freundin und ich hatten lange nicht mehr so viel Spaß und sind ganz beglückt nach Hause.

Der Schweiß läuft in die Schuhe: Shantel & Bucovina Club Orkestar

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Leider habe ich den Anfängerfehler begangen und mich für den Weg „schön warm“ angezogen – mit meinen dicken Winterstiefeln. Sehr schlau. Nicht nur, dass es sich beim Tanzen anfühlte, als hätte ich Beton an den Füßen, es dauerte auch keine 15 Minuten und in den Schuhen stand das Wasser bis zum Rand. Das nächste Mal weiß ich es besser und es wird ein nächstes Mal geben. Da bin ich sicher!

Shantel & Bucovina Club Orkestar

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