Es gibt endlich Pellkartoffeln

Das Thema Plastikfreiheit und Nachhaltigkeit – heute mal beim Künstlerbedarf. Beruflich übrigens verbrauche ich kein Plastik und auch kein Papier. Ich drucke nichts aus, ich hefte nichts ab, ich benötige bei all meinen bezahlten Jobs nur einen PC, der aber natürlich aus Plastik besteht, schon klar. Ich trinke keinen To-Go-Kaffee mehr, ich habe keine Brote in Plastiktüten dabei, das ist alles ganz gut, mein Bürostuhl und der Tisch halten ziemlich lange. Wenn man nur kurz nachdenkt. Wenn man etwas länger nachdenkt, was oft fatale Folgen hat, dann arbeite ich ganz ohne Plastik für sämtliche Weltkonzerne, die das mit dem Plastik um uns herum anrichten. Ganz toll.

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Apropos plastikfrei, ich bin jetzt endlich dazu gekommen, die vor 14 Tagen angedachten Pellkartoffeln mit Kräuterquark zu machen, mit selbstgepflückten Kräutern versteht sich, Streifzug durch den Garten und guck, das kann man ja auch essen. Knoblauchsrauke, Radieschengrün, Dill, Schnittlauch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Petersilie, Giersch, ja, auch Giersch, ich habe es der Herzdame erst hinterher gesagt, sie ging dann kurz hinter die Laube, egal. Ein grandioses Essen jedenfalls, ohne Plastik, wenn man den Quark im Glas bekommt, was nicht ganz so einfach ist, zugegeben.

Ich könnte meine Ernährung jetzt umstellen, wenn das Wetter so bleibt, mehr brauche ich nämlich gar nicht. Pellkartoffel mit Kräuterquark zum Abendessen, tagsüber Melone und Erdbeeren, die gibt es auch unverpackt oder in Pappe. Herrlich.

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In Hamburg gelten jetzt irgendwelche Fahrverbote auf ein paar Metern in bestimmten Straßen und mit tausend Ausnahmen, es gibt da eine lustige Verbindung zur ebenfalls jetzt gültigen DSGVO: Niemand kann auf Anhieb erklären, was da wie geregelt wurde. Und insofern isses egal, ne. Wie sangen wir damals so schön: Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran. Das war die Gruppe Fehlfarben, liebe Kinder, die war gar nicht mal so unwichtig oder, wie die Söhne sagen würden: “Die waren gut? Und sind die denn auch schon tot, wie alle, die du magst?”

 

 

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8 Kommentare

  1. Ach Fehlfarben, nee watt waren wir jung …
    Wenn die Familie anfängt zu mäkeln, wegen Pellkartoffeln + Quark, einfach mal Matjes dazulegen, wegen der Abwechslung!

  2. Ich finde ja Müllvermeidung bei Plastik, Papier und sonstigem Hausmüll sehr ehrenwert und richtig. Am schlimmsten finde ich aber den Elektro- und Elektronikmüll.
    Unser Wäschetrockner hat den Geist aufgegeben. (Richtig, der ist auch nicht das Beste für die Umwelt, aber wir waren ja beim Thema Müll vermeiden.) Jedenfalls wollten wir beim örtlichen Elektrofachgeschäft wieder einen gebrauchten kaufen, wie wir das vor 15 Jahren schonmal gemacht haben. Tja, die haben nur noch die richtig teuren exklusiven Markengeräte. Das Lager für die gebrauchten Geräte ist zu teuer geworden. Also wurde es der neue (nicht ganz so exklusive) Markentrockner beim Media Markt für 300 Euro weniger.
    Mein iMac hat vor kurzem den Geist aufgegeben. Das Display will nicht mehr. Am Beamer arbeitet er noch hervorragend, was mir aber nicht wirklich was bringt, ausser ich will Netflix anschauen. Also bin ich in den örtlichen AppleStore gegangen, um zu erfragen, ob er noch zu reparieren ist und was das denn kosten würde. Die weigern sich, den iMac auch nur anzuschauen. Der ist zu alt. Das ist von Apple-Seite VERBOTEN.
    Wie sieht das denn bei dir aus? Wie oft brauchst du neue Hardware? Ein neues Handy? Ich fahre jetzt los und kaufe mir ein neues, weil mein altes, das mir auch schon ein par Jahre treue Dienste geleistet hat, nicht mehr will. Ich freue mich da schon drauf. Aber irgendwie hat es dann doch auch wieder einen bitteren Beigeschmack.

  3. Ich bin bei Hardware kein Käufer aus Begehrlichkeit und folge keinen Trends, schon aus reinem Desinteresse an Technik. Ich kaufe Handy und Computer neu, wenn sie wirklich kaputt sind, vorher nicht. Und meine Windows-Notebooks scheinen länger zu halten und stabiler zu arbeiten als die Apple-Dinger der Herzdame, das ist auch faszinierend. Spannend wird es, wenn das Auto mal nicht mehr kann, darüber müssen wir dann länger nachdenken, ob wir das ersetzen.

  4. Fehlfarben – einer meiner Lieblingsbands aus dieser Zeit und „Monarchie und Alltag“ eines der besten Alben. Fast jedes Lied gut – Musik und Text. Danke fürs erinnert werden.

  5. @Doro – Für manche dieser Hardwareprobleme gibt es in vielen Städten Reparaturcafés. Kostenlose Reparatur durch Freiwillige.

  6. @Buddeenbohm: also das stimmt ja gar nicht. Der Mac Mini war so eine Montagsproduktion. Aber der iMac hat irgendwie rund 7 Jahre gehalten und so lange wie ich jetzt mein MacBook benutze, hast du schon das zweite Notebook.

  7. Ich weiß gar nicht, warum Sie sich so sehr wegen Ihres Plastemüls sorgen. Laut EU würde es doch vollkommen ausreichen, auf Strohhalme und Plastegabeln zu verzichten, das sollte machbar sein.

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