Alu über Plastik im Meer. Wobei ihre Namenskurzform in diesem Zusammenhang auch nicht ganz ohne Komik ist, nicht wahr.

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Enno Park über die Folgen der DSGVO.

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Im Vorbeigehen im sonnendurchglühten Hammerbrook gehört:

“Das zieht sich aber nachher noch zu, was?”

“Alter, das einzige was sich hier zuzieht, das ist dein Hirn. Wir ham knallblauen Himmel!”

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Eine kleine sprachliche Irritation – in den Gartengruppen auf FB und in den Bilderläuterungen auf Instagram schreiben immer wieder Menschen, dass sie Pflanzen “am Balkon” anbauen, also so wie damals im Lied auch der kleine grüne Kaktus draußen am Balkon stand. Am Balkon klingt für viele bestimmt ganz normal, für mich klingt das aber immer, als würden sie da wahnsinnig kompliziert etwas von außen an der Balkonbrüstung machen, vielleicht mittels einer Hebebühne oder so. Denn alles andere ist ja “auf dem Balkon.” Und ich weiß gar nicht, ist das eigentlich regional, dass man etwas “am Balkon” macht, das man also am Balkon Erdbeeren hat, dass man am Balkon Mangold wachsen lässt? Ist das Rheinland oder so? Und wie würde man es dann in diesen Gegenden eigentlich nennen, wenn man einmal wirklich etwas außen am Balkon macht, also dort etwa ein Transparent befestigt, auf dass man Parolen gegen die DSGVO gesprüht hat, um ein naheliegendes Beispiel zu verwenden? Wenn Leute mit diesem Sprachgebrauch so ein Transparent am Balkon befestigen, dann liegt es doch plan auf dem Boden und ist nur für Hubschrauberpiloten wahrnehmbar, also für eine wirklich spitze Zielgruppe? Ich schreibe diese Zeilen übrigens am Schreibtisch, nicht am Balkon, und es ist auch nicht meine Absicht, mich über “am Balkon” lustig zu machen. Es fiel mir einfach nur auf, deswegen lesen Sie das jetzt. Am Computer oder auf dem Computer. Egal. Eventuell denke ich auch hitzebedingt etwas am Rand des Wahnsinns herum. 

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Während ich auf Twitter gerade anlässlich des letzten Eintrags hier über alte Werbesprüche herumalberte (“Sie baden gerade ihre Hände drin”), sah ich dort auch die Meldung vom Tod des Schlagersängers Jürgen Marcus, und da waren sie dann plötzlich wieder sehr präsent, die 70er, da hatte ich die Rillen der braunen Cordsamtsessel vor dem Kamin im Wohnzimmer auf einmal wieder unter den Fingerkuppen und im Fernsehen lief die Hitparade. Samstag, 19 Uhr 30 Minuten und 26 Sekunden, hier ist Berlin. Faszinierend. Wenn man Cordsamt übrigens mal googelt, weil man ja unentwegt schlauer werden will, welcher deutsche Klassiker begegnet einem da? Na? Ich mache Ihnen mal einen sinnigen Merkreim, Moment: “Trägst du Cord an deine Beine, denke auch an Heinrich Heine.” Bitte sehr, hier lernt man ja was, das vergessen Sie jetzt nicht mehr. Musik!

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Ansonsten denke ich gerade über Aggression im Straßenverkehr nach, weil ich das Gefühl nicht loswerde, dass in dieser Stadt alle immer noch mehr durchdrehen. Das könnte natürlich an mir liegen, aber wen man auch fragt, das sehen alle so, das empfinden alle so. Also was ist hier eigentlich los? Und wie soll man Kindern etwa das korrekte Fahrverhalten mit dem Rad beibringen, wenn man nur mit nicht korrektem Fahrverhalten reelle Überlebenschancen hat? Das kann man hier leicht testen, einfach einmal mit dem Rad korrekt um den Hauptbahnhof herumfahren, ich wünsche gutes Gelingen und viel, viel Glück.

Wie die Herzdame sagt: Die Stadt ist voller geworden, seit wir sie kennen. Und zwar erheblich voller. Es fahren hier nennenswert mehr Menschen herum (etwa 250.000 mehr immerhin), aller Wahrscheinlichkeit nach sind darunter auch reichlich komplett irre Menschen, wie in allen Gruppen. Und ich denke, wenn all diese Menschen, die jetzt mehr in dieser Stadt sind, immer noch breitere Autos fahren, sich immer noch mehr gegenseitig blockieren, es immer noch eiliger haben – das muss doch schiefgehen? So fühlt es sich jedenfalls an. Ich möchte bei aller Vorsicht schon behaupten, dass sich das Verhalten im Straßenverkehr in den letzten paar Jahren signifikant geändert hat, wobei der Radverkehr ausdrücklich einzuschließen ist, da herrscht die gleiche Aggression. Es ist ja immer so eine Sache mit den privaten Hochrechnungen, aber bei diesem Thema bin ich mir doch ziemlich sicher.

Und warum schreibe ich das? Weil die Anzahl der von mir im Verkehr erlebten Situationen, die im Grunde als Mordversuch an mir zu werten sind, in den letzten vierzehn Tagen bei immerhin drei liegt. Und ich bin vielleicht besonders empfindlich, aber mich stört das allmählich.

Und manches bleibt ja auch länger in Erinnerung. Etwa der Vorfall neulich an einer großen, sechsspurigen Straße, die ich bei grüner Ampel als Fußgänger überquerte, im Pulk mit vielen anderen. Ein SUV, warum ist es immer ein SUV, fuhr da völlig ungebremst über die für ihn rote Ampel und zwischen den Fußgängern durch, er fuhr sicher die vollen 50, wenn nicht mehr, es ist eine Straße, die zum schnellen Fahren eindeutig einlädt, eine Ausfallstraße mit Autobahnfeeling. Ein wilder Zufall, dass niemand erlegt wurde, der Wagen passte genau in die Lücke zwischen zwei Grüppchen von Fußgängern, eine Handbreit bis zum Lack. Zwanzig Meter weiter eine Vollbremsung, der Fahrer stieg aus und guckte uns an, wir guckten ihn an, er stammelte etwas, winkte kurz, stieg wieder ein, fuhr weiter, hatte es eilig, immer haben es alle eilig.

Und wir standen da, wir Überlebenden, und sahen uns an, etwas blass im Gesicht und noch eine Weile sprachlos. Genau wie ich denken die anderen sicher immer noch ab und zu: Das wäre es fast gewesen. Ich hätte nur einen einzigen Schritt schneller gehen müssen. So passiert so etwas, so ist das also.

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Sie können hier Trinkgeld in den virtuellen Hut werfen, dann kaufe ich davon Pflanzen für am Schrebergarten.

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