The words of the prophets are written on the subway walls and tenement halls. Aber im Stadtteil ist weiterhin weit und breit nichts zu finden, nur kryptische Kürzel, seltsam unfertige Zeichnungen und immergleiche Schmähungen gegen die Polizei, das ist ja nicht so unterhaltsam. Miriam kommt zwar auch weiter vor, wird aber stets nur als Schlampe bezeichnet, kein neuer Content für uns und the words of the prophets sind das wohl auch nicht.

Immerhin ein Aufkleber, unter dem man unterschreiben könnte:

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Apropos Liebe. Nachdem am Sonnabendmorgen hier ein Familienstreit buntester Ausprägung stieg, haben die Herzdame und ich kurzerhand beschlossen, uns zu trennen.

Hier ein Cliffhanger?

Hm …

Nein, doch nicht.

Also nur für zwei Tage, versteht sich. Die Herzdame ist mit Sohn II ins Heimatdorf gefahren, ich bin mit Sohn I hiergeblieben, bei nächster Gelegenheit drehen wir das dann um, versteht sich auch, es soll ja alles ausgeglichen sein. Und wieder haben wir gedacht, wir dumm wir doch sind, das nicht viel öfter zu machen. Es ist alles so dermaßen viel einfacher, wenn man auf einmal nur noch ein Kind und keinen weiteren Abstimmungsbedarf mehr hat, es kommt so herrlich Ruhe rein, Frieden, Entspannung – ein Wundermittel, das nicht einmal etwas kostet. Immer wieder denken wir, das sollten wir öfter machen, es ist gut für die Kinder, die sich wenigstens zwei Tage mal nicht in die Haare kriegen können, es ist gut für uns, weil wir deswegen dann nicht mehr dauernd so angespannt sind. Man erreicht auf einmal ein ganz anderes Niveau, wenn man nicht mehr als Horde auftritt, man kann plötzlich Vorhaben ganz simpel abstimmen, einfach durch zwei Sätze, man kann normal miteinander reden, man kann sogar zivilisiert in ein Restaurant gehen, wie ein durchschnittlicher Erwachsener. Es ist fantastisch. Also zumindest für zwei Tage, danach treten dann andere Probleme auf.

Aber ich weiß schon, was kommt – der Impuls geht im Alltag unter und fällt uns erst in ein paar Wochen wieder ein. Ganz seltsam. Daran ist noch zu arbeiten. Teams zu bilden, das halte ich für eine sehr schlaue Maßnahme im Familienalltag, wir müssen das dringend besser in den Alltag integrieren, zumal wir uns uns auch zwischen Garten und Wohnung sinnig aufteilen und beliebig kombinieren können.

In Kürze fahren die Söhne in ein Zeltlager, fällt mir gerade ein, dann bilden die dort ein Team und die Herzdame und ich hier das andre, das wird auch schön. Und wie gut, dass es nicht andersherum ist, aus dem Zeltalter bin ich gründlich raus. Immer auch über Kleinigkeiten freuen!

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Robert Habeck über Deutschland und seine Revolutionen.

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Wenn Leute nicht über Fußball sprechen, sprechen sie über Politik, da muss man auch schrecklich aufpassen, wo man hingerät, Langeweile ist ja immer noch besser als Ärger.

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Bienen und Mathe.

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Ich habe mit Sohn I dann an diesem Zweier-Wochenende u.a. etwas gemacht, was ich sonst nie mache, ich habe eine Serie geguckt. Und weil es um pädagogisch wertvolle Stunden ging, haben wir sie in der englischen Originalfassung gesehen, mit deutschen Untertiteln. Das war für ihn zwar vermutlich eher Lesetraining als Englischunterricht, da die Serie entgegen meiner Erwartung sprachlich doch eher anspruchsvoll war, aber egal – wir haben Spaß gehabt und ja, ich tatsächlich auch. Spaß mit The Tick, einer xfach ironisch gebrochenen Superheldenserie, da haben sich Drehbuchautoren prächtig amüsiert, keine Frage. Hier eine längere Besprechung, offiziell empfohlen wird die Serie ab 12.

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Der Musiktipp kommt heute nach längerer Pause auch einmal wieder von Sohn I: Alan Walker mit “Faded”. Haben wir also wieder einmal geklärt, was die jungen Leute so hören.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen – ich habe den Artikel, in dem ich die Verwendung dieser Summen im Juni detailliert erläutere, bereits in Arbeit. Ein blumenreicher Monat! So schön!

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