Ganz nett

Im Laden steht eine Spendendose für ich weiß gar nicht was an der Kasse, da wirft Sohn II einen Cent ein. Und erklärt mir dann: “Das war jetzt nur ein Cent, weil ich mehr gerade nicht hatte, aber darauf kommt es auch nicht an, wie viel das ist, es kommt eigentlich darauf an, dass man nett ist, denn wenn man nett ist, werden andere, die das sehen, auch nett, also wenn man Glück hat jedenfalls, und wenn die dann nett sind, dann machen sie auch was Nettes und andere sehen das dann und immer so weiter, es kommt einfach mehr Gesamtnett in die Welt und wenn die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt nett sind, zack, hat man einen Weltkrieg verhindert. Für einen Cent. Ist doch so. “

Das lassen wir heute mal so stehen.

***

Kurzentschlossen vor der Sturmhöhe noch schnell einen Band Rühmkorf gelesen, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich ihn besitze, nie gesehen, diesen schmalen Insel-Band: “Aufwachen und Wiederfinden – Gedichte”. Den behalte ich natürlich, denn ein vollständiger Rühmkorf ist in einer gepflegten Bibliothek anzustreben. Aber bitte, nur meine Meinung.

Der Mond ist aufgegangen,

Ich, zwischen Hoff- und Hangen,

rühr an den Himmel nicht.

Was Jagen oder Yoga?

Ich zieh die Tintentoga

des Abends vor mein Angesicht.

 

Die Sterne rücken dichter,

nachtschaffenes Gelichter,

wie’s in die Wette äfft –

So will ich sing- und gleißen

und Narr vor allen heißen,

eh mir der Herr die Zunge refft.

[…)

(Variation auf “Abendlied von Matthias Claudius, natürlich vom ollen Rühmkorf selbst)

***

Musik! Eine Perle. Man beachte die sehr angebrachte Träne auf 3:12.

***

Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

************************

Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfenheute natürlich für Sohn II. Vielen Dank!

************************

 

Büroballast

Heute nur die Kurzversion, der Alltag ist zu turbulent, keine Zeit, keine Zeit, geschwind zu Pferde! Ich möchte aber doch eine berufliche Sache erwähnen, was auffällig ist, da ich ja nie berufliche Sachen erwähne, das ist eben etwas schwierig, wenn man in einer Finanzabteilung arbeitet. Aber eines dann doch, wie gesagt nur auf die Schnelle, ein Bekenntnis am Rande sozusagen, es hat auch fast gar nichts mit Zahlen zu tun.

Ich arbeite selbstverständlich viel mit Excel, und in dieser schönen Software gibt es eine Funktion, die ich oft verwende, sie heißt “Blatt schützen”. Damit sperrt man Excel-Arbeitsblätter, so dass andere sie zwar noch sehen, aber nicht mehr an den Zahlen herumspielen können, das ist eine feine Einrichtung, wenn ich das mal kurz loben darf, keine bezahlte Werbung, versteht sich. Ich mache also irgendwas, ich gehe anschließend auf “Blatt schützen” und, Achtung, jetzt wird es seltsam, dann meldet sich mein innerer Husar – man hat aber auch Typen in sich! – und brüllt im kernigen Paradenton: “Gott schütze das Blatt!” Jedes verdammte Mal spult mein Hirn diesen Satz ab, je-des Mal es ist tatsächlich auf Dauer ein wenig belastend und trägt nicht gerade dazu bei, dass ich mich für geistig gesund halte. Gott schütze das Blatt! Und dann Marschmusik. Schlimm.

Falls Sie auch mit Excel arbeiten und dabei gelegentlich ein Blatt schützen müssen – vergessen Sie diesen Text. Schnell.

Es ist aber überhaupt so eine Sache mit den Automatismen im Hirn, ich klicke auch jeden Tag in einem anderen Programm auf einen Link mit der Bezeichnung “Yesterday”, wonach unweigerlich Paul McCartney singt, wenn ich Pech habe sogar den gesamten Song. Nichts gegen den Song, aber irgendwann reicht es eben. Was aber auch wiederum noch harmlos ist gegen die wirklich üble Phase, Gott sei Dank ist sie vorbei, in der mir jeden Tag unweigerlich das Wort Mexico auf dem Bildschirm begegnete, und dann Les Humphries volle Pulle und in aller Fröhlichkeit lostobten, die Älteren erinnern sich, ich zitiere hier zur Orientierung nur mal eben den Refrain:

Mexico, Mexico, Mexico, Mexico, Mexico

Yeah, yeah

Mexico yea yeah

Yeah, yeah

Mexico yea yeah

Yeah, yeah

Mexico yea yeah

Oh oh

Mexico yea yeah

Oh oh oh

Mexico

Oh oh oh

M-E-X-I-C-O

Mexico, Mexico, Mexico, Mexico, Mexico

Ich nehme an, Sie verstehen das Problem.

***

Zwischendurch ein besonderer und herzlicher Dank an die Leserin I.R. für besondere Treue in Sachen Trinkgeld, das muss auch mal gesagt werden. 

***

Ich habe Väter und Söhne von Turgenew beendet und zwar, grandioser Zufall, am Geburtstag des Autors, Timing kann ich. Ich könnte jetzt anpeilen, die als nächstes zu lesende Sturmhöhe am Todestag der Autorin zu beenden, das ist nämlich der 15. Dezember, doch, das wäre absolut machbar. Aber man will ja nicht zu exzentrisch werden.

***

Musik! Gucken Sie mal, ein unfertiger Song. Faszinierend.

***

Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

************************

Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, verbindlichen Dank.

************************