Im Laden steht eine Spendendose für ich weiß gar nicht was an der Kasse, da wirft Sohn II einen Cent ein. Und erklärt mir dann: “Das war jetzt nur ein Cent, weil ich mehr gerade nicht hatte, aber darauf kommt es auch nicht an, wie viel das ist, es kommt eigentlich darauf an, dass man nett ist, denn wenn man nett ist, werden andere, die das sehen, auch nett, also wenn man Glück hat jedenfalls, und wenn die dann nett sind, dann machen sie auch was Nettes und andere sehen das dann und immer so weiter, es kommt einfach mehr Gesamtnett in die Welt und wenn die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt nett sind, zack, hat man einen Weltkrieg verhindert. Für einen Cent. Ist doch so. “

Das lassen wir heute mal so stehen.

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Kurzentschlossen vor der Sturmhöhe noch schnell einen Band Rühmkorf gelesen, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich ihn besitze, nie gesehen, diesen schmalen Insel-Band: “Aufwachen und Wiederfinden – Gedichte”. Den behalte ich natürlich, denn ein vollständiger Rühmkorf ist in einer gepflegten Bibliothek anzustreben. Aber bitte, nur meine Meinung.

Der Mond ist aufgegangen,

Ich, zwischen Hoff- und Hangen,

rühr an den Himmel nicht.

Was Jagen oder Yoga?

Ich zieh die Tintentoga

des Abends vor mein Angesicht.

 

Die Sterne rücken dichter,

nachtschaffenes Gelichter,

wie’s in die Wette äfft –

So will ich sing- und gleißen

und Narr vor allen heißen,

eh mir der Herr die Zunge refft.

[…)

(Variation auf “Abendlied von Matthias Claudius, natürlich vom ollen Rühmkorf selbst)

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Musik! Eine Perle. Man beachte die sehr angebrachte Träne auf 3:12.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfenheute natürlich für Sohn II. Vielen Dank!

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