Sehr geile Radwege.

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Wie im Sommer 2090. By the way: Klimanotstand jetzt auch in Marl, Gladbeck und Bochum, Münster, Eutin und Saarbrücken. Nächste Woche dann vermutlich ein paar mehr.

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Wir reden über Utopien.

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Ich habe neulich die Veranstaltung mit Irina Scherbakowa und Jörg Ganzenmüller erwähnt (hier) und bevor es in den Kommentaren zum Artikel untergeht – der Mitschnitt des Abends ist online, man kann sich das also komplett ansehen. Was aber zu der interessanten Frage führt – lohnt es sich, Notizen bei Veranstaltungen zu machen, wenn hinterher ohnehin alles online verfügbar ist? Da mal drüber nachdenken, wie der olle Kempowski gesagt hätte. Also für mich und mein Denken lohnt es sich auf jeden Fall, das meine ich nicht, aber ob es sich für die Berichterstattung lohnt, wenn doch der Film immer der vollumfängliche Bericht ist?

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Ansonsten passiert gerade, was in jedem Jahr vor den Sommerferien passiert, es hat eine verdächtige Ähnlichkeit mit der Zeit vor Weihnachten. Alle werfen mit Terminen um sich und alle reitet der Wahn, schnell noch irgendwelche Feste veranstalten zu müssen. Und obwohl die Herzdame und ich vermutlich wesentlich flexibler als viele andere auf zeitliche Sonderanforderungen im Alltag reagieren können, obwohl die ganze Familie hier ziemlich spielbereit und experimentiefreudig ist, wenn es um die fortwährende Optimierung des Alltags geht, bleibt doch die Erkenntnis, dass über längere Strecken dieser ganze Vereinbarkeitsklimbim einfach vorne und hinten nicht hinkommt. Dass es bei objektiver Betrachtung auch gar nicht hinkommen kann, wie bei einer Gleichung mit einem fetten Fehler darin, es geht einfach nicht auf, es kann auch gar nicht aufgehen, Error. Es fängt schon damit an, dass man zwar am Konzept Ganztagsschule vieles gut finden kann, unserer Erfahrung nach aber der verbleibende freie Rest des Tages einfach vorne und hinten nicht für den Rest des Familienlebens reicht. Das ist auch keine Frage des Gefühls, das kann man nachrechnen, Arztbesuch plus Vokabeln lernen plus Abendbrot – aus, und da fehlen dann noch zwei, drei Aspekte, wenn nicht mehr.

Dann dieses leichte innere Einknicken, wenn morgens noch eine Mail aus den Schulen kommt mit dem Betreff “Die nächsten Termine” und man weiß schon beim Lesen der ersten Zeilen, jetzt haben die Söhne wieder x freie Tage außer der Reihe oder man muss sie zur normalen Bürozeit wegen irgendwas ans andere Ende der Stadt bringen und selbstverständlich dort auch wieder abholen. Natürlich geht es dann doch irgendwie, natürlich schaffen wir das. Aber immer mit der Ahnung oder sogar Gewissheit, dass ein Aspekt dabei gewaltig zu kurz kommt. Mal ist es ein Thema oder ein Vorhaben, mal ist es ein Kind, mal sind es die Herzdame oder ich. Wie bei einem Projekt im Beruf, das man zwar irgendwie zum Ende bringt, weil das nun einmal der verdammte Job ist, bei dem man aber doch auch weiß, also der Knaller ist das jetzt wirklich nicht, die Zeit und die Ressourcen haben schlicht nicht für mehr gereicht.

“Die Eltern waren stets bemüht.”

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Musik! Sommerlich mit Hepcat. Das ist im Moment so meine Arbeitsmusik, im Büro ist es warm. Sehr warm. Ma findet wenig Videos von ihnen, auf Spotify etwa gibt es aber reichlich Zeug zu hören.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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