Im Vorübergehen gehört, ein junger Anzugträger am Handy: “Aber was ist, wenn diese Arbeit mich mehr frustriert, als dass sie mich weiterbringt?”

Ich habe mich aber zurückgehalten und es ihm nicht mal eben erklärt, was dann ist.

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Das Hörbuch des zweiten Teils der Reimanntagebücher habe ich durch, beim Herumsuchen nach neuem Stoff habe ich kurz Wolfgang Welt gehört: “Ich schrieb mich verrückt”, gelesen von Frank Goosen. Kurz, weil das Hörbuch so kurz war, nicht etwa, weil es mir nicht gefallen hätte. Der Sprachsound der Achtziger, es weckt Erinnerungen, und einen Satz möchte ich eben teilen, eine ganz kleine Erwähnung nur, aber was für eine. Wolfgang Welt schreibt da einen längeren Heinz-Rudolf-Kunze-Verriss, und wer damals dabei gewesen ist, der erinnert sich vielleicht noch an die Coolness, mit der man auf den Schulhöfen über diesem Sänger stand. Bei mir zumindest ist das eine recht deutliche Erinnerung an das Coolnesss-Setting dieser Zeit. Und Welt unterstellt Kunze im Laufe dieser Albumbesprechung, er würde sich, ich komme jetzt zwanglos auf eine ganz aktuelle Meldung, als “singender Erhard Eppler stilisieren wollen”, womit ich erstens dem Herrn aus der Politik eben freundlich nachwinke und mich zweitens kurz einer ausgesprochen westdeutschen Nostalgie hingebe, denn hey, unser Land von damals gibt es auch nicht mehr, und wozu ich drittens noch gestehe, gerade eben nachgesehen zu haben, ob der Kunze noch unter den Lebenden weilt.

Ja, das ist so. Dieser leicht gelangweilte Satz der Söhne, den sie immer aufsagen, wenn ich über irgendeinen aus der Musik spreche: “Und, ist der auch schon tot?”, der trifft nämlich gar nicht immer zu.

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Im Rahmen des alten Coolnessdrucks aber doch lieber andere Musik. Paul Desmond and Chet Baker. Beide schon tot, eh klar.


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Und außerdem bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte. 

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