Ein Blogeintrag mit einem ganz wunderbaren letzten Satz.

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Im Tagebuch aus dem Jahr 1962 stellt Sandor Màrai bei einem Besuch in Hamburg zwar keine Fremdenfeindlichkeit, aber doch eine Fremdengereiztheit fest – wenn der wüsste, was daraus geworden ist. Wie sehr dass mittlerweile als verniedlichender Begriff wirkt, Gereiztheit. Er notiert da außerdem, dass die Gastarbeiter oder deren Nachfahren, so sagte man damals, später zu einem anderen Typ des Europäers werden sollten, unabhängiger von nationalen Konstrukten wie etwa Belgien, Deutschland etc.. Na, was man damals so geträumt hat.

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Im Vorübergehen gehört, ein Mann in einem irritierend nach den Achtzigern aussehenden Business-Outfit am Handy:

“Das kostet dann 500 Euro … das ist Flug und Hotel … ja … das stimmt … eine Luftmatratze irgendwo wäre billiger, ja.”

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Neulich saß ich im Auto im Regen vor einem Container für Gewerbemüll, man kann ja nicht nur glamouröse Momente im Leben haben. Ich saß da und las, was soll man auch sonst machen, wenn man auf etwas warten muss, etwa auf Söhne. Zwischendurch sah ich kurz hoch und mein Blick fiel auf diesen Container. Der war sehr voll, oben quollen schon die prallen Säcke heraus, zwei nasse Plastikwülste, einer rosafarben und einer blau. Und das, so dachte ich, ist auch wieder nur konsequent, das in dieser Gesellschaft mittlerweile sogar schon der Gewerbemüll nach Geschlecht getrennt wird.

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Der Sohn lernt Vokabeln, jede Woche schreiben sie einen Test in Französisch, einen Test in Englisch, da kommt etwas zusammen. Noch komme ich ganz gut mit, das wird sich natürlich irgendwann ändern, besonders im Französischen. Im Englischen war mir aber auch gerade ein Begriff nicht geläufig, nie gehört das: “partially sighted” für sehbehindert. Das kann man sich zwar leicht erschließen, aber ich denke, ich habe das niemals wirklich gelernt oder auch nur bewusst gesehen. Partially sighted, okay, jetzt weiß ich es. Neue Generationen lernen andere Vokabeln, was weiß ich denn, wie wichtig das Wort heute ist, das kann man vielleicht schon mal gebrauchen, denke ich mir. Ich sage also “sehbehindert” und der Sohn schreibt genervt auf, was da aufzuschreiben ist, auch wenn er nicht recht einsieht, warum sie nun ausgerechnet diese Vokabel, wozu denn die nun wieder – aber gut, solche Gespräche führen bekanntlich zu nichts. Schule, Lernen, fertig, manche Sachen ändern sich wohl nie.

Der Sohn also notiert und versteht erst mein Lachen gar nicht, als ich seine Vokabeln korrigiere und sehe, was er da geschrieben hat. Da ist ihm nämlich die Gegenwart dazwischen gekommen, die Gegenwart und der Druck der Werbung, die digitale Welt, das halb abgespeicherte im Unterbewussstsein – sehbehindert hieß bei ihm jedenfalls: “parship sighted.”

Falls Sie mit diesem Portal oder einem ähnlichen irgendwelche Erfahrungen haben – passen Sie bloß auf mit den Sehstörungen.

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Sohn II brach sich währenddessen wieder etwas und wir wissen jetzt, dass man damit beim dritten Mal schon etwas routinierter umgeht. Es tut aber, so sagt er, und ich will es ihm gerne glauben, so weh wie beim ersten Mal.

Schreiben und Reiten kann er jedenfalls ein paar Wochen vergessen, da fühle ich mit ihm. Also beim Schreiben jedenfalls.

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Und außerdem bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte. 

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank!

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Es folgt Werbung für eine Veranstaltung in Hamburg: