So ist das

Der Text des Tages steht heute beim Goethe-Institut, geschrieben noch in Zeiten vor Corona, wie man deutlich und sofort merkt, er spielt in einer geöffneten Bücherei. Also damals.

***

Apropos Bücherei. Da habe ich kurz vor der großen Schließung noch einen letzten Mohnkuchen gegessen, während um mich herum Menschen Berge von Büchern hamsterten und ich folgendes Gespräch zwischen drei Damen neben hörte:

“Na, es ist nun so, wie es ist.”

“Und so ist es dann eben.”

“Genau. So ist das.”

Und das, scheint mir, kann man erstens erstaunlich weit verallgemeinern und zweitens auch eine Weile so stehen lassen.

***

In Quarantäne

***

Nachdem ich neulich den Gap zwischen Medien und Wirklichkeit mehrmals im Blog erwähnt habe, trat wiederum ein fast schon befremdlich pointensicherer Humor des Schicksals zutage und der Gap wurde für eine Weile auf ungeahnte Weise aufgehoben. Was in den Newstickern ist, das ist auch da draußen, ich gucke auf den Bildschirm, ich gucke auf den Spielplatz, hier und dort Menschen mit Mundschutz, ein paar Meter weiter der ungeahnt leere Hauptbahnhof. Hätte ich gestern oder vorgestern das Liveblog zur Wirklichkeit weitergeschrieben, es hätte wie all die anderen Liveblogs geklungen. Wie abgefahren ist das denn?

***

Ich beherrsche mich übrigens nur mühsam, hier ein wirklich schlechtes Wortspiel mit “Schpreppergarten” unterzubringen.

***

Ansonsten neige ich zu Gebrechen neben dem Trend, Schultergelenkentzündung, ich tippe hier also wieder wie ein einarmiger Bandit und muss mich kürzer fassen, als es mir lieb ist. Das wird leider auch noch ein paar Tage so bleiben, sagen die Erfahrungswerte. Vielleicht eher ein paar kurze Einträge mehr, mal sehen. Die Schreiblust vergeht mir so schnell nicht.

***

Nur eine schnelle Erwähnung noch. In der Nacht zum Sonnabend schreit jemand auf der Straße herum, was hier wirklich nicht ungewöhnlich ist, Mitte der der Millionenstadt, das zieht sie eben alle an. Ein Mann steht um 04:30 vor der Kirche und brüllt mit tiefer Stimme: “Das ist die wahre Dreieinigkeit!” Oft brüllt er das, aber erklären tut er es leider nicht, und das ist ein wenig nervtötend, denn man wüsste dann doch ganz gerne, was das denn nun genau ist, die wahre Dreieinigkeit. Die Auflösung kommt aber hartnäckig nicht. Dann brüllt er: “Die Schergen des Todes!”, was eine immerhin erstaunliche Wortwahl für einen dieser meist stark alkoholisierten Brüller ist, die können sich in aller Regel nicht so gewählt ausdrücken. “Die Schergen des Todes” brüllt er, und weiß sicher gar nicht, dass er dabei auf einem ehemaligen Friedhof steht, was in einer Schauergeschichte immerhin ein nettes Detail wäre und also auch absatzlang erwähnt werden müsste. Und dann kommt nur noch der nicht weiter ausgeführte Abgesang, man hört es, während er weiterzieht und leiser wird: “Corona! Corona!”

So also kommt die Nachrichtenlage bei den verwirrten nächtlichen Brüllern an. Fast kann ich es verstehen, ich habe zum ersten Mal seit langer Zeit auch das Gefühl, nicht mehr recht hinterherzukommen und “Corona, Corona”, das hört man in absolut jedem Gespräch, wo, wann und an wem man auch vorbeigeht.

***

Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

***

Sie können hier Geld für Mohnkuchen aus anderen Cafés in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Wenn Sie aber den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch überweisen wollen, die Daten dazu finden Sie hier.

Ein Kommentar

  1. Sie haben zwar nicht um Rat gebeten, aber ich trau mich mal, meine Erfahrung mit einer Schultergelenksentzündung vor Jahren mitzuteilen:

    Die gute Nachricht zuerst: es besteht Hoffnung, denn sie kann, wie bei mir, ohne OP überwunden werden.

    Nicht ganz so gut: kann dauern.

    Geduld ist angesagt und nicht zu verzagen, weil es doch enorm schmerzt.

    Orthopädische Hilfe als Erste Hilfe in meinem Fall waren Cortisonspritzen. Geht nur eine Weile.
    Danach habe ich immer zwei Coolpacks im Gefrierer gehabt, im Wechsel also mit Bedeckung durch Geschirrtuch um die Schulter gebunden, bis ich den Arm nicht mehr spürte.
    Pause, und dasselbe von vorn.
    Das war alles nicht schön und Sie haben mein tiefes Mitgefühl!
    Aber irgendwann hat es genützt. Über die Dauer sage ich lieber nichts, das ist bestimmt – wie ja schließlich alles – individuell zu betrachten.

    Ich hoffe, Ihnen nicht zu nahe getreten zu sein, wenn, vergessen Sie es bitte.

    Aber auf jeden Fall wünsche ich gute Besserung!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.