Eine höchst irritierende Kleinigkeit nur. Ich gehe kurz raus, denn ein Spaziergang ab und zu muss ja sein. Ich gehe die Straße entlang, die hier normalerweise die belebteste ist, oft war sie mir in den letzten Jahren viel zu voll. Nervtötendes Touristengewimmel und Gastrogetöse, überall Menschen, die penetrant im Weg stehen oder sitzen, dabei will man doch einfach nur da lang – na, das war früher. Jetzt ist die Straße natürlich leer, und da das Wetter schlecht ist und der Tag noch jung und auch niemand einen Ausflugstermin hat, für den man aus dem Bett müsste, ist sie gänzlich leer. Es fährt auch kein Auto, ringsum die Geisterstadt. Ich gehe einen Block entlang, ich sehe niemanden. Ich gehe noch einen Block weiter, ich sehe niemanden, nicht einmal in der Ferne, auch nicht in den Nebenstraßen. Beim dritten Block schließlich kommt mir doch noch einer entgegen. Unser kleines Bahnhofsviertel ist manchmal wie ein Dorf, viele der Einheimischen kennen sich hier, den da kenne ich aber nicht, der mir da entgegen kommt. Irgendeiner ist das eben, nie gesehen, einfach ein weiterer Mensch aus der Millionenstadt. Er geht ganz links und ich gehe ganz rechts, bloß nicht zu eng aneinander vorbei, wie man es jetzt so macht, und da passiert es – er grüßt mich und ich grüße ihn.

Ich grüße einen fremden Menschen. In der Hamburger Innenstadt. Das wirkt vielleicht zunächst nicht so, aber das ist dermaßen irre, ich kann meinen Enkeln einmal davon berichten, also wenn ich welche erlebe: “Dann kam es eines Tages sogar soweit, wir haben angefangen uns auf der Straße zu grüßen. Wie in einem Dorf.” Und dann staunen die aber.

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Später am Tag im Vorübergehen gehört:

“Sechzig Prozent der Arbeitnehmer sind …”

“Ach, leck mich doch mit deinen Zahlen immer.”

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Nur soviel für heute, morgen mehr, während wir die Fiktion eines Montags durchspielen.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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