Links am Morgen

Lesen als Herd der Unruhe betrachtet – vielleicht passt mir die Lektüre auch deswegen gerade nicht, das kann sein.

***

Hier geht es um das Einkaufen in kleinen Läden. Ob es wohl vielen Leuten so geht? Ich finde es ja spannend, wie sich das Einkaufen jetzt verändert. In der letzten Woche fielen mir z.B. auch etliche Amateure auf, also Menschen, die im Supermarkt stehen und dort falsch sind, sich nicht auskennen, keine Ahnung von nix haben, die etwa eine Packung Quark in der Hand haben und dann merken, dass es mehrere Sorten Quark gibt, aber welche ist bloß gemeint, wenn auf dem Einkaufszettel einfach nur Quark steht? Solche Leute, männlich und weiblich. Und ich nehme an, dass entweder wegen der neuen Logik der Abläufe im Home-Office und in der Home-School oder aber wegen der generell als unerfreulich empfundenen Umstände beim Einkaufen in manchen Beziehungen die Zuständigkeiten gerade gewechselt wurden. Aber da rät man natürlich nur herum. 

***

Sicher kennen Sie das, wenn man durch ein Musikpartikelchen kopfüber in ein Stimmungsloch fällt, in einen Stimmungstunnel eher, der Gott weiß wo mündet, in längst verheilter Teenagertraurigkeit oder ähnlich furchtbaren und natürlich auch albernen Zuständen, und die Musik ist aber dennoch seltsam schön und man hört immer weiter und guckt aus dem Fenster, wo natürlich genau in diesem Moment etwas mit einer gewissen Melodramatik passiert, was weiß ich, Wolken ziehen noch malerischer als sonst vorbei, eine Amsel singt in der Dämmerung oder eine Magnolienblüte erzittert und fällt oder ein Mensch geht vorbei, der zwar einfach nur irgendein Mensch ist, aber stimmungsbedingt total einsam und auch noch nach einer Geschichte aussieht. Herrje! So ging es mir mit diesem Stückchen hier, einem Zufallsfund, und wer damals, in den wüsten Zeiten erster Liebe,  auch eher dunkeldüsteres Zeug mit deutschen Texten gehört hat, der merkt es vielleicht auch gleich, der Tunnel führt zu Ludwig Hirsch, diese eine Stelle da. Die ganze Zeit denke ich beim Hören, gleich fängt er an zu singen! Aber der singt ja nicht mehr. 

***

Und hier noch eine nette Übung. Wenn man beim Spaziergang mal an einem kleinen Mäuerchen vorbeikommt, dann kann man das einmal versuchen.

***

Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

***

Sie können hier Geld in den allerdings nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch, die Daten dazu finden Sie hier. Merci! 

4 Kommentare

  1. Ertappt! Das mit dem Quark hätte ich sein können, denn ansonsten geht mein Mann einkaufen … ich stehe in jedem Supermarkt erst einmal latent hilflos vor den Regalen und der Auswahl.

  2. Während die eigenen Einkäufe gewohnt routiniert ablaufen, kann das Übernehmen der Besorgungen für ältere Mitmenschen durchaus zur Herausforderung werden, wenn man deren Gewohnheiten nicht kennt. Notizen wie „Eis: oval, ohne Früchte“ lassen einen möglicherweise auch überlegend und suchend im Supermarkt stehen…

  3. Das Lesen fällt mir schwer in diesen Tagen.
    Die Wirklichkeit ist so absurd, dass kein Buch gegen sie ankommt. Ich habe es merhfach versucht, die Muse lässt sich nicht locken,
    Danke für‘s Verlinken.

  4. Die Musik lässt das Video gleich noch toller aussehen!
    Ich hab es wohl zum richtigen Zeitpunkt gestartet, es war total auf die Musik abgestimmt.
    Ich lasse mir momentan die Tore der Welt vorlesen, allerdings die gekürzte Version. Davor gab es die Langversion „Die Säulen der Erde“. Das passt grad sehr schön in die Situation… Haben sie doch grad die Pest am Hals…
    Den 3. Teil werde ich aber vermutlich wieder ungekürzt lesen lassen. So im Vergleich fehlt der Detailreichtum aus Band 1…

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.