Verwirrungen

In der Fußgängerzone kommt ein Mann aus einem Drogeriegemarkt. Bürokleidung der besseren Art, er trägt aber keine Anzugjacke, nur das leuchtend weiße Hemd und die wehende Krawatte, der arbeitet also sicher hier nebenan, der wird, die Schilder an den Türen weisen es aus, Steuerberater oder Notar sein, so etwas in der Art, es passt schon. Graumelierte Schläfen, seniorige Ausstrahlung, aber dabei ein Gang, der noch eindeutig als zackig zu bezeichnen ist. Der will noch etwas erreichen, und dafür muss er vermutlich dringend zurück an seinen Schreibtisch.

Auf der Schwelle des Ladens bremst er abrupt ab und setzt sich eine Maske auf. Und während er das macht, fällt ihm etwas auf, ruckartig schnellen die Brauen zusammen und drängen steil nach oben. Er dreht sich um und guckt nach, wo er gerade herkommt, er dreht sich wieder um und guckt nach vorne, auf die Straße. Er schüttelt den Kopf. In seinem Gesicht gibt es eine plötzliche Bewegung wie zu großen Stummfilmzeiten, in seiner Mimik ist richtig etwas los, als ihm klar wird, dass er das gerade völlig falsch gemacht hat. Man trägt die Maske im Geschäft, nicht davor. Man setzt sie beim Reingehen auf, nicht beim Rausgehen. Er nimmt sie wieder ab und geht weiter, jetzt ohne zackige Schritte, fast etwas zögerlich. 

In diesem Zusammenhang auch dieser nachgereichte Bäckereidialog vom Sonntag:

Bäckereifachverkäuferin: “Haben Sie eine Maske dabei?”

Kunde: “Jawoll!”

Bäckereifachverkäuferin: “Könnten Sie sie dann bitte aufsetzen?”

Kunde: “Ich habe sie auf!”

Bäckereifachverkäuferin: “Nein.”

Kunde: “Oh.”

Und er betastete überrascht sein unverhülltes Gesicht. 

Aber gut. Es ist ein neuer Alltag und es dauert etwas, bis wir uns alle zurecht gefunden haben.Und wie es aussieht, haben wir noch genug Zeit dafür.

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Links am Morgen

Ein Sohn wachte gestern mit dem Wort “Bananenbrot” auf, da nahm ich also an, es war einigermaßen dringend und wir buken umgehend ein Bananenbrot, nach diesem Rezept. Ich kann überhaupt nicht backen, wenn hier jemand backt, dann ist es die Herzdame, ich koche nur. Das Bananenbrot ist dennoch etwas geworden, völlig unbeeindruckt davon, dass es von zwei mäßig engagierten Laien zusammengerührt wurde. Es gab ein sehr essbares Ergebnis. 

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Ein Aufruf zu einer Blogparade, es geht um Museumsöffnungen. Man kann da aus Besucherinnensicht anlegen, ich schreibe dazu auch noch was.

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Jiddisch: Eine Sprache der Lebensfreude

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Frau Novemberregen beschreibt die Irritation bei Treffen im Garten und auch die auf einer Komposttoilette. Die bleibt übrigens, diese Irritation ohne Spülung, wie ich nach drei Jahren im Garten bestätigen kann.

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