Weiter das Johannes-Evangelium gehört, die sprachlichen Besonderheiten rasten allmählich bei mir ein. „Esset und trinket“, möchte ich beim Abendessen zu den Söhnen und der Herzdame sagen, ebenso wie ein abschließendes: „Decket ab und räumet die Spüle ein.“ Und die Söhne decketen den Tisch ab, man muss das dann im Geiste auch so fortsetzen. Diese Zwischensilbe frisset sich aber im Kopf fest, das tutet gleichmäßig weh. Schon gut, lassen wir das.

Zwischendurch wieder längere Zeit nach Musik gesucht. Es gibt da dieses besondere Problem mit der Gattung Folk, dass ich in ihr einige Stücke mag, diese aber irre schwer zu finden sind, da ich das meiste darinnen nicht mag. Es wäre viel einfacher für mich, wenn ich die Gattung erst einmal sauber in zwei Hälften teilen könnte, nämlich in Winsel-Folk und Brumm-Folk. Winsel-Folk kann komplett weg, im Brumm-Folk mag ich manchmal etwas. Wobei auch im Brumm-Folk alles sofort weg kann, was ein zu langes Vorspiel hat, wo also jemand ohne groß erkennbare Melodie nur so vor sich hin weltvergessen Akkorde zupft, bis das imaginäre Lagerfeuer halb heruntergebrannt ist und man, also ungeduldige Menschen wie ich, aber nach ein paar Sekunden schon losranzen möchte, ob da jetzt vielleicht noch was kommt oder was, üben könne er doch wohl zuhause alleine, muss das im Studio sein, also wirklich.

Schnellstartenden Brummfolk suche ich manchmal, in bluesiger, aber eben nicht in hysterischer Stimmung, also gerne tendenziell traurig, aber robust. Ich will mich ja nicht aufgeben, ich will nur einen gewissen Unfrohsinn passend untermalen und mich dabei grob verstanden fühlen. Aber kann man danach vielleicht bei Spotify suchen, nach diesen ganz schlichten, sicher nachvollziehbaren und auch leicht zu fassenden Kriterien? Natürlich kann man das nicht.

Immer das drängende Bedürfnis, da einmal alles gründlich aufzuräumen. Schlimm.

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