Wenn in der nächsten Woche die Schule in Hamburg wieder losgeht, werden die Schülerinnen und Schüler, in den unweigerlichen Schulmails dann wieder mit SuS abgekürzt, ganztägig mit Maske im Unterricht sitzen. Und sie werden das einigermaßen komisch finden, denn sie sehen ja, etwa hier im kleinen Bahnhofsviertel, wie sich der ganze Stadtteil und zahlreiche Gäste von außerhalb abends in und vor den Kneipen zum Kuscheln trifft, ganz ohne Maske, Abstand und Umstand. Aber die Hygienekonzepte, sagt da irgendwer, und ich lache gerade noch freundlich und winke ab.

Ich will auch gar nichts dazu sagen, ich enthalte mich. Ich bin mir nur sicher, dass die SuS das seltsam finden werden. Wie auch die Tatsache, dass sie jeden Tag in die Schule sollen, wo sie doch jetzt wissen, dass Wechselunterricht in Kleingruppen viel besser und gechillter ist. Wie auch die Tatsache, dass einige von ihnen geimpft sein werden, aber mehr so heimlich, denn eine offizielle Impfkampagne für die Altersgruppe ab 12 gibt es bekanntlich nicht, und die Kinder unter 12 gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung sowieso nicht mehr. Ich enthalte mich auch da, ich notiere nur.

Die Eltern werden wieder Zettelchen unterschreiben, dass sie in den Ferien nicht in einem Risikogebiet waren. Die Lehrerinnen und Lehrer, die in den Schulmails dann wieder LuL heißen werden, sammeln diese Zettel ein und, was weiß ich, heften die ab oder so. Auf diesen Zetteln eine Unwahrheitsquote von x%, da darf man einmal raten und den jeweils anderen mehr oder weniger Moral zutrauen.

Und dann, nach ein, zwei Wochen, wird es Fälle geben, wie das Amen in der Kirche wird es die geben, es ist ja Stand heute vollkommen unvermeidlich. X Fälle pro Klasse und Jahrgang wird es geben, man denke sich eine Zahl. Und dann wird eine Klasse nach Hause geschickt, ein Jahrgang, eine Stufe, was weiß ich. Für zehn Tage, für vierzehn Tage, keine Ahnung. Man wird es vermutlich um Gottes willen nicht Home-School nennen, sondern irgendwie anders, damit es nicht so schlimm rüberkommt. Mobile-School oder so.

Ich habe keine Ahnung, was das Richtige wäre. Es ist schön, dass Sie alle eine Meinung zu allem haben, irgendwer von Ihnen wird sicher auch Recht haben, aber ich weiß es nicht. Ich weiß es alles nicht.

Na, wozu sollte ich es auch wissen. Bestimmt gibt es Pläne für alles. Da fällt mir gerade ein Text von mir wieder ein, ich glaube, der stimmt noch. Ich fürchte, der stimmt noch.

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