Zum Stand der Raufaserabdeckungsmaßnahmen

Ich habe mir etwas Kunst online gekauft, weil mir nach ausreichend Bedenkzeit doch noch ein Bild mit Bezug zu mir und meiner Geschichte eingefallen ist. Ein Bild also, das nicht nur irgendein dahergelaufenes Bild ist, sondern vielmehr eine durch und durch sinnvolle Raufaserabdeckungsmaßnahme für die neulich hier erwähnte Stelle an der Wand.

Diesen Druck gab es bei mehreren Händlern. Google warf mir selbstverständlich zuerst die größten und gängigsten Anbieter aus. Deren Preise lagen dicht beieinander, waren teils auch identisch, mit Ausreißern nach oben. Ich sah aber auch noch etwas weiter hinten in den Suchergebnissen nach, ich las zusätzlich etwas nach. Und kam dann auf weitere Umstände, auf etwas Zusatzwissen und am Ende auch auf einen kleineren Händler – da war das Bild dann 40 Euro billiger als bei den Standard-Anbietern.

Es geht nun um keine bedeutenden Werte für hohe Kunst, versteht sich, ich habe jetzt 25 Euro statt 65 Euro für einen Druck bezahlt. Aber auf diesem bescheidenen Niveau finde ich den Unterschied im Preis für ein identisches Produkt doch etwas erstaunlich. Milde ausgedrückt, denn in Wahrheit ist es stark veralbernd.

Aber es passt als lehrreiches Vorkommnis natürlich hervorragend zu unserem so großartigen KI- und Tech-Zeitalter, in dem auch Suchergebnisse und Preisvarianten so trickreich wie nie zuvor und auch noch in Sekundenbruchteilen optimiert werden. Selbstredend stets im Sinne der Firmen, nicht in dem der Konsumenten.

Alles muss man also immer genauer ansehen. Alles muss man auch auf mehrere Arten und dann noch aus verschiedenen Perspektiven prüfen. Alles muss man hinterfragen und lieber jedem Aspekt, der einem nur ein- oder auffallen kann, akribisch hinterherforschen. Alles muss man gründlich und gewissenhaft absichern, um nur ja nicht hereingelegt, getäuscht und veräppelt zu werden.

Oder man macht es in trotziger Abkehr von aller Gegenwart gleich wieder wie früher und geht einfach in einen Laden oder zu sonst einer dieser alten Offline-Einrichtungen und lässt sich dort wie damals lieber von einem echten Menschen übers Ohr hauen.

Das hat eine viel höhere Erlebnisqualität und lässt sich auch nennenswert besser zu Anekdoten, Kolumnen, Geschichten und Filmen verarbeiten.

Aber klar, wir sparen jetzt alle wahnsinnig viel Zeit. Ja, sicher doch.

Kreideschrift auf dem Pflaster. Life is a ratrace

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