Mein beklagenswert eintöniges, um fast jeden Freigang reduziertes Leben, in dem ich hauptsächlich knurrend in der immer noch zu kalten Wohnung sitze und immer schlechter gelaunt überlege, was ich alles Großartiges machen könnte, wenn ich nur wieder ausreichend gehfähig wäre …
Also, nein, Moment. Ich komme noch einmal rein. Denn es ist selbstverständlich keineswegs so, dass ich Großartiges mache, wenn ich ausreichend gehfähig bin, wie wir alle wissen. Aber man denkt es dann doch manchmal, in solchen Situationen, auch wenn man meinen sollte, längst ausreichend Erfahrung mit sich selbst zu haben.
Man nimmt es sich trotz allem vergleichsweise ernsthaft vor, in der näheren Zukunft irgendwie anders zu sein, besser womöglich. Auf jeden Fall aber so, dass da durch das eigene Verhalten und Wollen etwas justiert wird. Denn man strebt nach einem systemischen Ausgleich.

Das haben auch schon die ersten Zellen kurz nach dem Beginn des Lebens auf der Erde getan, dieses Bestreben legen wir so leicht nicht ab. Es hat sich immerhin vielfach bewährt, seit etwa vier Milliarden Jahren. Wir hätten Systeme nun einmal gerne stabil, auch unser eigenes. Und wenn von etwas zu wenig da ist, braucht man kurz darauf etwas zu viel davon, dann wird es schon wieder passen, zumindest tendenziell. Denkt man sich.
Geistreich wie eine Amöbe, aber so läuft es eben.
Dieses beklagenswert eintönige Leben jedenfalls unterbrach ich am Freitag kurz, um geschätzte Menschen aus dem Internet zu treffen. Was dankenswerterweise krückenfreundlich hier um die Ecke geschah. Wir kamen im Gespräch auch auf aktuelle Ausstellungen der Museen in Hamburg, denn es war selbstredend eine kulturbeflissene Runde. Und in diesem Zusammenhang, das wollte ich nur eben sagen, beschloss ich, einen sinnigen Hinweis zu verbloggen:
Nämlich den auf den gerade erst erfolgten Ausstellungswechsel im Bucerius-Kunst-Forum, wo man sich nun die Ausstellung „F. C. Gundlach – You’ll never watch alone“ ansehen kann. Die immerhin noch bis Mitte August läuft, so dass auch ich es schaffen könnte, dort hinzukommen. Denn so lange habe ich für die Reparatur des Fußgelenks nun auch nicht eingeplant.
Wenn Ihnen dieser Herr Gundlach nichts sagt, das ist der hier. Und wenn Sie einmal kurz die Google-Bildersuche mit seinem Namen bemühen wollen, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Bilder entdecken, die Ihnen bekannt vorkommen dürften.
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Zusammenhangslos noch etwas Musik, es kann nicht immer elegante Übergänge geben. Den YouTube-Kanal der Ed-Sullivan-Show hatte ich Ihnen schon einmal empfohlen, ich sehe da weiterhin besonders gerne rein. Gestern etwa erschien diese fantastische Aufnahme eines Auftritts der „The Brothers Four“ aus dem Jahr 1960 mit dem lieblich klagenden Trauer-Klassiker „Greenfields“:
Für die eher muntere Stimmungslage, vielleicht möchten Sie sich ja heute dynamisch und positiv geben, lief mir online Paul Heaton wieder einmal über den Weg. Den ich schon lange nicht mehr gehört hatte, dessen Stimme aber nicht nur mir seit seiner Zeit bei „The Housemartins“ und bei „The Beautiful South“ unvergesslich ist.
Hier singt er mit Rianne Downey.
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