Kleinteiliges

Wo es hier gerade um das ritualisierte Großbesäufnis in München geht (mitleidige Grüße an alle betroffenen Einheimischen dort, thoughts and prayers und alles), fiel mir wieder eine seltsame Vorstellung auf, die ich einfach nicht loswerde. Am Ende muss ich damit noch etwas machen. Und habe ich vielleicht Zeit dafür?

Treibende Blätter auf der Alster

Aber es geht ohnehin um Visuelles, und da kann ich nur Fotos, also wenn man da von Können sprechen möchte, nicht aber etwas in der Richtung von Infografiken. Um die es wohl gehen müsste.

Jedenfalls werden in dem Text drüben auch wieder Zubehörteile aufgezählt, die jenes Fest und vor allem die Begleiterscheinungen ausmachen. Also etwa die weißblauen Rauten, die Brezeln, die Weißwürste, das Bier etc. Ich habe es schon mehrfach geschrieben, ich weiß, aber immer wieder denke ich bei so etwas diese Playmobilassoziation mit. Bei der man sich eine Figur „Wiesenbesucher“ vorstellen kann, und da wären dann selbstverständlich Kleinteile dabei. Typische Kleinteile. Also derartig typisch, dass sie alles im Kern erfassen, die Essenz der Requisiten, was man wirklich braucht.

Kurz dachte ich gerade an die Darstellung von Erbrochenem als Playmobilkleinteil. In meinem Kopf möchte man auch nicht immer sein.

Treibende Blätter auf der Alster

Man muss es sich etwa als Poster vorstellen, all diese Kleinteile. Diesen ganzen Ausrüstungskatalog, der vermutlich für dieses und auch für andere Feste gar nicht so viele Teile umfassen würde, irgendeine Anzahl unter 20. Vielleicht fotografiert, etwas in der Art haben schon etliche Fotografinnen gemacht, oder auch als Grafik.

Eine Schautafel, wie man sie auch aus der Schule noch kennt: Das also ist dieses Fest, das braucht man da, das gehört alles dazu. Und im Umkehrschluss: Wenn man das hat, dann ist dieses Fest.

Treibende Blätter auf der Alster

Und jetzt, da wird es eigentlich erst spannend, stellen Sie sich vor, es gäbe eine Zeitreihe. Ein solches Poster pro Fest aus jedem Jahr, hundert Jahre zurück meinetwegen – wäre das nicht eine überaus einladende Form der Präsentation von Kulturgeschichte? Und wäre es nicht spannend, wie und ob überhaupt sich z. B. das diesjährige Weihnachtsposter von der Version des Vorjahres unterscheidet? Oder die Schlagermove-Grafik, die Halloween-Schautafel? Mit der man hier allerdings keine hundert Jahre zurückkäme, ich weiß.

Treibende Blätter auf der Alster

Es gibt doch diese alte und nach wie vor fundamental richtige alte Grundregel:

Alle Fragen, die mit „Bin ich eigentlich die oder der Einzige …“ beginnen, können verlässlich mit Nein beantwortet werden.

Daher kann ich mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass so ein Projekt nicht nur mich interessieren würde. Möchte nicht vielleicht jemand, eine Künstlerin, ein Fotograf, ein Museumsmensch … Nein?

Na, ich denke ja nur so herum. Aber großartig fände ich es doch.

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Noch etwas September-Musik, von der es außerordentlich viel gibt. Man kann es schwer zählen, aber der Monat ist vielleicht sogar führend, wenn es um die Erwähnungen in Songs geht.

Vaughan und Marsalis:


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Ein Kommentar

  1. diese idee mit zubehör- postern gefällt mir, könnte eine zeitreise sein. sie würden wahrscheinlich zeigen, wieviel unnützer kram angeblich zu festen gehört, einfach ganz viel müll und oft minderwertiges oder wenig benutztes. die generationen vor uns hatten weder das geld noch den willen dazu, jedes fest speziell auszustaffieren. das taten nur angeber, die ihr vermögen zeigen wollten. erschüttert hat mich, dass immer mehr menschen in trachtenlook zum oktoberfest gehen, wie uniformen. es braucht zu festen dinge, die nicht auf postern darstellbar sind, denke ich.

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