Beifang vom 21.02.2017

Ich habe drüben bei der GLS Bank vier Links zum Thema Konsum zusammengestellt, vielleicht überraschend auch mit Jonathan Safran Foer dabei, der eigentlich etwas zu Trump sagt, dann aber auf den Konsum kommt. Ich lege hier fix noch einen weiteren Schriftsteller an, T.C. Boyle hat nämlich auch eine Meinung zu Trump. John Irving auch, aber hinter einer Paywall, dann eben nicht. 

Bei den GLS-Links geht es u.a. um kuratiertes Einkaufen, dazu hatte neulich auch Sven etwas geschrieben. Das war Werbung, aber ich fand es tatsächlich recht erhellend – so geht das also. Das ist eben manchmal der Vorteil bei Blogwerbung, mit etwas Glück erklärt jemand gut. Ich habe dann eine Weile überlegt, ob ich dazu auch eine Meinung habe, womöglich eine freundlich aufgeschlossene – aber ich glaube, mir ist das egal, es reizt mich überhaupt nicht. Ich finde dieses Hin- und Herschicken von Zeug ganz schrecklich, weil dann dauernd jemand hier klingelt und mich stört und ich irgendwann kurz darauf wieder Retourenpakete durch den Stadtteil tragen muss. Ich finde auch die Vorstellung schrecklich, mit einem Stylisten zu telefonieren und meine Vorlieben zu erklären, was für ein völlig absurder Gedanke. Ich finde es ja schon furchtbar, wenn ich in real existierenden Läden vom Verkaufspersonal angesprochen werde, da werde ich mir das beim Onlinehandel nicht freiwillig dazubuchen. Wenn ich online etwas kaufe, dann doch wohl damit ich nicht kommunizieren muss. Außerdem wäre ein Gespräch mit einem Stylisten in meinem Fall vermutlich auch eher lustig. Ich gehöre ja zu den Typen, die ein Kleidungsstück tatsächlich in sieben identischen Exemplaren im Schrank haben, weil es nun einmal gut ist und also ruhig jeden Tag getragen werden kann. Siehe schwarze Rollkragenpullover.

Egal. Nun noch ein Lied zur guten Nacht. Es gibt viele Filmaufnahmen von Duetten mit Peggy Lee, immer sieht es so aus, als seien ihr die Gesangspartner spontan verfallen. Faszinierend.

Woanders – der Wirtschaftsteil

Eine Ausgabe zum Thema Konsum, das passt gut in die Weihnachtszeit. Es geht aber mit Arbeit los, auch das passt natürlich, während viele schon die Tage vor dem Weihnachtsurlaub zählen. Und zwar mit ein paar etwas radikaleren Gedanken von Robert Wringham zum Bezug zwischen Arbeit und Konsum. Das werden die wenigsten anwendbar finden, aber vielleicht ist es ein wenig Nachdenken wert, wieviel Arbeits- und damit Lebenszeit man in seinen Konsum investiert. Hier noch ein Blogartikel, in dem der Konsumwunsch als etwas vorkommt, das einen gefangen hält. Auch die Kommentare dazu sind interessant, man stößt auf die Gedanken, die vermutlich alle umtreiben, die über Konsum nachdenken.

Wer seine Ansprüche nach solchem Nachdenken tatsächlich herunterschraubt, der kauft vielleicht gebrauchte Ware, die ist günstiger und sinnvoller. Aber wenn das Gebrauchte dann schick ist, weil man doch wieder einem Trend folgt, gehört man plötzlich zu den Vintage-Fans. Im Freitag denkt ein Kulturwissenschaftler über Flohmarkt-Apps und über den Used-Look nach, übrigens mit einem besonders schönen letzten Satz.

Auch das Sharing könnte man als Versuch werten, den Konsum zu reduzieren. Vielleicht geht es dabei aber um das Gegenteil, dazu noch ein Artikel aus der Zeit.

In jedem dieser Texte bisher kommt das Wort Zufriedenheit vor, das fällt auf. Da kann man philosophisch werden und diese Zufriedenheit mit oder ohne Konsum hinterfragen. Und zwischen Bedürfnis und Begehrnis differenzieren. “Es gibt, was den Konsum angeht, ein richtiges Leben im Falschen.”

Andererseits muss man aber nicht immer über Philosophie und Moral reden, wenn es beim Konsum doch um handfeste Probleme geht. Es erzeugt eben nicht nur großartiges Wirtschaftswachstum, wenn wir etwas kaufen. Es löst auch Komplikationen aus, die wir immer noch allzu gerne übersehen.

Und weil wir das gerne übersehen, denkt man hier und da über Regelungen nach, die etwas korrigieren sollen. Etwa in Schweden, wo Steuern auf Reparaturen gesenkt werden.

Es ist Zufall, dass dahinter ein Link aus Dänemark passt, noch ein skandinavisches Beispiel also. Da geht es um abgelaufenes Essen, ein interessantes Konzept mit auch noch wohltätiger Ausrichtung.Könnte das auch hier funktionieren?

GLS Bank mit Sinn