Von Fichten verfolgt

Ein fehlendes Bett.

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Wort Sitkafichte bis vor ein paar Tagen überhaupt noch nicht kannte, dann kamen diese Nadelbäme bei mir im Wirtschaftsteil vor (hier der Artikel über Irland) und jetzt begegnet mir die Art schon wieder. Und zwar in einem Artikel über den Beginn des Anthropozäns: Der einsamste Baum der Erde. Das Anthropozän ist demnach ungefähr so alt wie ich, was sagt mir das jetzt?

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Kurz in den Garten gefahren, der ist zwei Stadtteile weiter, also quasi irgendwo da draußen, und es ist immer wieder faszinierend, wie sehr es anderswo Winter ist, nur bei uns nicht. Da lag reichlich Schnee und alles sah nett aus, hier war am Nachmittag alles grau wie immer. Die Stadtmitte hat eben auch Nachteile.

Im Garten steht erwartungsgemäß nach wie vor der Bagger sinnlos herum. Sohn II will da jetzt einen Zettel mit einer Frist dranmachen, und wenn die Frist verstrichen ist, gehört der Bagger ihm. Das gute Kind.

Garten im Schnee

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Hier noch eine typisch hamburgische Aufforderung zum Widerstand und nein, da ist kein Schreibfehler drin.

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Auf der Straße steht der stadtbekannte Jesusbrüller und predigt vehement wie immer, die Leute weichen ihm eilig aus. Mir fällt zum ersten Mal auf, dass er die Bibel so hält, wie die jungen Leute ihre Handys halten, so ans Kinn gehoben und dann hineinredend, als sei das ein Empfangsgerät. Da er aber seine wüste Rede niemals unterbricht, um einmal zuzuhören, wirkt das ein wenig so, als würde er endlos und aufgebracht auf seinen Gott einreden, er ist der besorgte Gläubige vom Dienst mit der schier endlosen Sprachnachricht.

Nun bin ich kein religiöser Mensch, aber ich würde doch generell davon abraten, auf Gott einzureden wie auf einen lahmen Gaul, in welcher Religion auch immer. Das interessiert den Jesusbrüller aber natürlich nicht, denn er hat ja Recht, heiliges Recht sogar, und er schimpft immer weiter in seine Bibel, jedes Hallelujah eine beleidigte Belehrung. Ich weiß ja nicht recht, ich kenne mich auch nicht aus, aber das geht doch besser und sympathischer.

Beifang vom 16.04.2017

Im Landlebenblog geht es um den Geruch der Heimat. Mir fällt zu meiner Heimat Lübeck gar kein Stadtgeruch ein, vielleicht abgesehen vom dicken Zuckermandelduft im Verkaufsraum bei Niederegger und vom kühlen Moderhauch in den großen Kirchen, Backsteingotikaroma. Sonst verbinde ich Gerüche eher mit Travemünde, wo ich später gewohnt habe. Verrottender Tang und faulende Muscheln, das klingt nicht schön, aber das riecht wie Heimat, also gut. So riecht es auch nicht überall am Meer, wie man vielleicht meinen könnte. Die Nordsee etwa riecht ganz anders, da liegt so etwas wie Tang einfach nicht lange genug herum, durch dieses ewig unruhige Hin und Her dort.

Hier geht es um das Kochen für Sterbende.

Und hier um tote Kaninchen.

Herr Spiegel denkt wieder auf nicht witzigen Tweets herum.

Eine Kritik an der Performance von Theatern auf Instagram. Kritik an Verlagen könnte man da zwanglos anschließen. Man postet ein Cover und sagt: “Kommt im April”, dazu die Superlative vom Klappentext. Na toll. Ich würde mich über viel mehr Projekte wie den Resonanzboden freuen, da finden auch Inhalte statt. Man will doch lesen, wenn man sich für Verlage interessiert. 

Hier wird an die Legende vom heiligen Trinker erinnert, ein in der Tat wunderbares Buch von Joseph Roth. Schöne Osterlektüre auch.

Nach dem Ende eines Trinkers das Ende eines alten Hippies, wir lesen hier von einer ungewöhnlichen Beerdigung. Mit feiner Musik.

Ansonsten höre ich mich gerade in chronologischer Reihenfolge durch die Alben von Leonard Cohen (ohne die Live-Auftritte), während das Wetter in Nordostwestfalen immer schlechter wird. Und ja, ich kann das ab, niemand muss sich Sorgen machen. Es sind schöne Wiederentdeckungen dabei.

Woanders – Mit Hedsch, Helgoland, dem Klassenkampf und anderem

Ein paar schöne Helgolandbilder.

In der NZZ eine Verteidigung der Bildung. Oder eine Werbeschrift für die Bildung. Oder jedenfalls etwas, was man mal kurz mitdenken kann.

Jochen König über den Väterladen in Berlin.

Michael Seemann mit einer neuen Deutung des Klassenkampfes, gewissermaßen jedenfalls. Ich bin mir nicht sicher, ob die Erklärung für die Mehrheit der Rechten taugt, es gibt allerdings auch in meinem Umfeld tatsächlich Menschen, für die das so hinkommt – und zwar exakt so. Auch wieder interessante Kommentare.

Eine weitere Rezension zu “You want it darker” von Leonard Cohen, diesmal in der FAZ, wieder mit einigen neuen Informationen.

Eva trifft einen Trump-Anhänger.

Armin Wolf über Journalismus in den sozialen Medien. Enthält den Satz “Wenn jemand eine Nachricht nicht teilt, ist sie im Kern keine Nachricht”. Und enthält keinen Gedanken zur Finanzierung, aber das ist ja auch nicht immer Aufgabe, schon klar.

Patricia war in einem anderen Stadtteil. Ich habe gerade gestern mit einer Frau aus Nienstedten (das ist eine feine Gegend im Hamburger Westen) gemeinsam festgestellt, dass wir auch auf verschiedenen Planeten wohnen könnte. Es würde sich ähnlich absurd entfernt anfühlen.

Andere Bloggerinnen und ich haben hier etwas zu Büchern und Blogs gesagt.

Woanders – Mit der Heide, dem Hauptbahnhof, dem Schreiben und anderem

Henschel reist zu Kempowski und Schmidt. So etwas löst einen Habenwollenreflex bei mir aus.

Peter Stamm über das Schreiben.

Am Hamburger Hauptbahnhof soll wieder “aufgeräumt” werden, weil man damit ja bekanntlich alle Probleme löst. Wie die Stadt Hamburg darauf kommt, an Straßensozialarbeit und Obdachlosenunterkünften zu sparen – ach, egal.

Ich habe in Stuttgart eine ganze Reihe von Menschen getroffen, die ich online schon länger kenne, aber noch nie gesehen habe. Manchmal stehen etwas längere Geschichten hinter solchen Begegnungen, etwa hier.

Ein Artikel, der sich gegen kinderfreie Zonen richtet und ebenso fein wie sinnig argumentiert.

Stephan Remmler wird 70. Ja, da staunen jetzt ein paar, ich weiß.

Noch eine weitere schöne Rezension zu Leonard Cohens neuem Album. Alles richtig, es ist ganz groß. Und er hat die Songs im Wohnzimmer aufgenommen – ist das nicht grandios?

Woanders – Mit Felsen, Trollen, Podcasts und anderem

Bilder von einer Felswohnung in den Vogesen. In dem Blog jetzt übrigens auch “Was schön war.”

Patricia über Menschen im Ankunftsbereich.

Eine Rezension zu “Adressat unbekannt” von Kressmann Taylor (Deutsch Dorothee Böhm). Liest sich so, dass das Buch gleich auf dem Wunschzettel gelandet ist.

Vieles in diesem Artikel widerstrebt mir, zumal ich generell Generations-Artikel eher zum Weglaufen finde – und dennoch ist einiges interessant an dieser Analyse meiner Generation (Generation Grün, das ist zumindest nicht ganz falsch), die an der Macht ist und es nicht bemerkt.

Ein philosophisches Gespräch über Flucht, Migration und Solidarität.

Eine lange Reportage über Bautzen.

Mek über Podcasts, betrunken auf dem Fahrrad gehört.

Eine Meinung zum Thema Trolle, die ich argumentativ gar nicht so abwegig finde. Eher überzeugend.