(All die anderen “12 von 12” von zahllosen Bloggerinnen und Bloggern wie immer hier drüben.)

 

Saatgutadventskalender Tag 12

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Am Morgen erst einmal nachsehen, was im Saatgutadventskalender zu finden ist. Nach wie vor ist das der beste Adventskalender, den ich je hatte. Auch wenn er bereits jetzt zu gewissen Problemen und etwas schärferen Diskussionen in der Familie führt, und zwar in Verbindung mit Mandarinenkistchen. Das ist eine nicht unbedingt einleuchtende Verbindung, deswegen muss ich das kurz erläutern: Ich habe im Winter einen sehr hohen Bedarf an Mandarinen. Mandarinen gibt es überall in formschönen Holzkistchen. Holzkistchen schmeißt man nicht weg, wenn man einen Schrebergarten hat, denn sie sind, wie der Name schon sagt, aus Holz – und also kann und muss man sie wiederverwenden. “Wertstoffe!”, wie ein gewisser Sohn hier aus vollster Überzeugung rufen würde. Was heißt würde, er ruft es tatsächlich, unentwegt ruft er das, seit wir diesen Garten haben, denn das Grundprinzip, dass man im Schrebergarten immer alles gebrauchen kann, das hat er verinnerlicht wie andere ein heiliges Gebot Gottes. Und so sehr hat er es verinnerlicht, dass wir die Grenze zwischen “Kann man gebrauchen” und “Das kannst Du doch nicht einfach mitnehmen” ab und zu pädagogisch aufbereiten müssen, etwa nachdem auf der Baustelle nebenan plötzlich etliche recht große Bretter fehlten. Prima Beetumrandungen! Das gute Kind. Die Holzkistchen stapeln sich jetzt jedenfalls im Flur, rein zufällig werden es am Ende des Winters 24 sein, die man dann also irgendwie gefällig zusammennageln kann, um sie anschließend mit den Saatgutadventskalendertütchen zu bepflanzen, jede Kiste natürlich mit einer anderen Blumensorte. Die mit den Pfahlwurzeln zuunterst, ja, ich weiß. Während also der gewisse Sohn und ich hellbegeistert von Upcycling, Installation und frühlingshafter Floralskultpur sprechen, spricht die Herzdame noch vor Errichtung unseres Kunstwerks abfällig von Schrott, Sperrmüll und Landschaftsverelendung, es ist wirklich etwas herausfordernd. Das sind so die familiären Gräben im Dezember. Egal.

 

Danach ins Büro. Was soll man dazu schon sagen. Dummerweise ist es nach der Bürozeit schon dunkel, das macht die Sache mit den zwölf Bildern auch nicht gerade einfacher.

Zurück ins kleine Bahnhofsviertel, quer durchs traumschöne Hammerbrook.

Weihnachtsfeier in der Klasse von Sohn II. Wenn man Kinder hat, hängen dauernd Zettel irgendwo, auf denen man eintragen soll, was man zur nächsten Party mitbringen möchte. Dort, ganz wichtiger Tipp für werdende Eltern, immer SOFORT Käsewürfel eintragen. Käsewürfel machen keine Mühe, kosten wenig und jeder mag sie, zumindest bei Gouda mittelalt. Käsewürfel sind super.

Ich sehe mich zwischendurch im Klassenraum um und lasse mich inspirieren. Das hier z.B. kann ich super in Support-Telefonaten unterbringen, wenn mich wieder Menschen anrufen, die irgendwie nicht weiterkommen. “Haben Sie das Problem schon eingekreist und durchgestrichen?”

 

Danach an den heimischen Schreibtisch, im Bild hier die üppige Weihnachtsdeko. Es ist ja nicht lieblos hier!

Ich gehe ein Buch durch, zu dem die Rezension noch aussteht. Gutes Geschenkbuch, das sieht man ja so schon. Mehr dazu in Kürze.

Im Briefkasten Trauerpost, die Großtante, der die Familienmühle gehörte, ist nicht mehr. Besonders die Söhne finden das ganz unvorstellbar, denn Mühlen gibt es immerhin nicht in jeder Familie und es ist noch unklar, was mit dieser jetzt wird. Wir werden dennoch weiterhin auf jeder Fahrt ins Heimatdorf gespannt sein, wer zuerst von der Landstraße aus “unsere” Mühle sieht.

Es folgt eine leichte Zwischenmahlzeit.

Auf meinem Schreibtisch liegen meine neuen Visitenkarten. Mit Visitenkarten geht das bei mir so: Ich treffe völlig unerwartet einen Menschen, der mir seine Visitenkarte gibt. Ich sage: “Oh, ich habe gar keine mit.” Am nächsten Tag treffe ich noch so einen Menschen, gleiche Antwort von mir, am übernächsten auch. Ich denke, oha, ich müsste wohl besser auch mal Visitenkarten dabeihaben, das ist ja voll der Trend gerade. Ich stelle fest, ich besitze gar keine brauchbaren Exemplare, weil ich umgezogen bin oder meinen Nachnamen geändert habe oder zumindest die Blogadresse, irgendwas ist ja immer. Ich bestelle also neue Visitenkarten. Ich habe fortan stapelweise Visitenkarten dabei. Ich werde etwa zehn Jahre nicht mehr auf Visitenkarten angesprochen und treffe auch niemanden mehr, der mir Visitenkarten überreicht. Repeat.

Neue Visitenkarten.

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Die Herzdame spielt währenddessen schwarzweißes Schneeflockenmemory gegen einen Sohn, die hat es also auch nicht immer leicht.

Und das letzte Bild zum Tag ist wie meistens bei mir gar keines, das ist ein Videoclip, denn einmal in der Weihnachtszeit muss der hochgeschätzte Manfred Maurenbrecher hier singen: Ende der Nacht.