Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare zur Schreibgerätefrage gestern, es waren sehr sinnvolle Hinweise dabei. Überhaupt großartig, wie das hier mit den Kommentaren läuft, ich freue mich jeden Tag.

Ich teste mich dann mal da durch … wobei so ein Kolbenfüller von Montblanc vermutlich schon fortgeschritten exzentrisch wirkt. Egal. Und wenn Sie jetzt auch gerade Lust auf Schreibgeräte bekommen – ich bin eben ein Infüllencer.

***

Goethezitate – aber mit lol am Ende. Wie heißt es auf Twitter immer: Genau mein Humor.

***

Gegen die Lausemaus. Unterschreibe ich sofort.

***

Frühmorgens gehe ich zum Bahnhof, da stehen zwei von der Polizei hinter einer hölzernen Fahrradgarage und lugen immer so mit langen Hälsen um die Ecke, dass man sich gleich denkt, die beobachten da doch bestimmt irgendeinen schlimmen Finger. Oder mehrere. Weswegen auch alle Passanten total unauffällig stehenbleiben und genau dahin gucken, wo auch die Polizisten hingucken, dann wieder prüfend auf die Polizisten. Blicklinie peilen, dann wieder da hinten hinsehen. Da sieht man dann aber nur eine ganz normale morgendliche Straßenszene und fragt sich daher unwillkürlich, welche dieser kreuz und quer einhergehenden Figuren zweihundert Meter weiter denn nun verdächtig sind. Und weswegen? Was haben sie wohl vor? Und merken die eigentlich nicht, dass da jetzt schon eine kleine Menschentraube gespannt herüberstarrt, alle sehr gut zu sehen, also alle außer den beiden von der Polizei, versteht sich, die verstecken sich ja. Die Rentnerin da vor dem Kiosk, wer weiß. Alles nur Tarnung, die späht da doch was aus, der Rollator ist am Ende nur Requisite. Oder die Grundschüler, die da so brav an der roten Ampel warten. Wer weiß, was die im Ranzen haben! Also ich weiß es, weil einer von ihnen mein Sohn ist und ich ihm eben noch ein Frühstücksbrot in den Ranzen gestopft habe, aber das weiß der Rest ja nicht. Würde ich den Sohn nicht kennen, er käme mir gewiss auch verdächtig vor. Schon diese verstrubbelten, ungebürsteten Haare! Bei Boygroups z.B. weiß man ja, die mit den unordentlichen Haaren, das sind immer die, auf die man besonders aufpassen muss.

Geht es den kriminellen Elementen etwa am Ende um die Sparkasse an der Ecke gegenüber? Aber die hat noch gar nicht auf, das wäre doch blöd bei einem Überfall, müsste man erst die Tür wegsprengen, was ein Aufwand.

Ein Polizist und eine Polizistin, sie hat einen blonden Pferdeschwanz, er hat eine Durchschnittskurzhaarfrisur und keinen Bart. Er ist etwas größer als sie, sie sehen aus wie Herr und Frau Mustermannn in Uniform, im Grunde sehen sie aus wie ausgedacht. Stehen da und gucken hinterm Holzverschlag hervor wie zwei Figuren auf einer Illustration in einem Kinderbuch. Auf dem alten Einband von “Emil und die Detektive” stehen die Kinder genau in dieser Pose hinter einer Litfaßsäule, ich habe das gerade noch einmal nachgesehen, wirklich exakt so. Die Polizisten sehen aus wie zwei Nebenrollen aus der Fernsehserie Großstadtrevier, wie zwei Schauspieler im Theater, in einer modernen Inszenierung des Hotzenplotz vielleicht.

Die Passanten gehen dann irgendwann weiter, man kann ja um die Zeit auch nicht ewig warten, wer da nun was macht, man muss doch zeitig ins Büro oder wo man sonst so arbeitet. Man arbeitet jedenfalls nicht hinter hölzernen Fahrradgaragen, das machen nur die von Polizei und es hat ja Gründe, dass man einen anderen Job hat, die Entscheidung ist durch und lange her, für Detektivspiele ist es nun zu spät. Schon auch schade! Aber es steht dann morgen eh in der Zeitung oder im Internet, was da nun wieder war. Wenn es denn was war.

Und mir fallen natürlich schon wieder die Achtziger ein.