Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, die einen sehr entspannten Tag hatte.

Die Söhne mit dem iPad

Für alle, die das Experiment noch einmal von Anfang an lesen möchten bitte hier entlang.

Obwohl die Kinder am Abend zuvor erst irgendwann zwischen 22-23 Uhr geschlafen haben, sitzt Sohn 1 am Samstag schon um 6 Uhr vorm iPad und Sohn 2 gesellt sich um 7 Uhr direkt nach dem Aufstehen dazu. Sagt der Gatte. Ich kann das nicht beurteilen, ich habe bis 8 Uhr geschlafen.

Sie spielen dann mit wenigen Unterbrechungen bis 9 Uhr. Unsere Fragen, ob jemand mitfrühstücken möchte oder gar Brötchen holen könnte, werden mit „Nein“ beantwortet. Der Gatte und ich frühstücken also ganz in Ruhe, ohne Gezappel, ohne Gesabbel und ohne dass mir jemand meinen O-Saft wegtrinkt. Wir schweigen und lesen, ganz wie in alten Zeiten ohne Kinder.

Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, ist es dann 10:30 Uhr und die Kinder spielen immer noch. Oder schauen Serien, wer weiß. Geht mich auch nichts an, ist ja ihre Entscheidung.

Zwischendurch machen sie dann mal eine kurze Pause, um sich ein Honig-Toast (normalerweise bestehe ich erst mal auf ein „gesundes“ Brot und dann ein süßes hinterher, egal aktuell nicht mein Bier) zu machen, wollen dann eigentlich auch aufhören …

Es ist jedenfalls sehr entspannt und ruhig hier. Man merkt gar nicht, dass Kinder in diesem Haushalt leben. Warum haben wir das nicht schon früher angefangen? Die Diskussion über „Medien und Kinder“ scheint mir gerade völlig überbewertet.

Sohn 2 bekommt dann spontan eine Anfrage für ein Date am Vormittag, entscheidet sich aber weiter iPad zu spielen und sagt ab. Mittags hängen die Kinder immer noch am iPad. Haben es sich im Bett gemütlich gemacht, und das Süßigkeitenglas mit Bonbons geholt, glauben wohl, dass ich das nicht merke. Ich sage aber nichts. Irgendwann nach 5 Stunden stelle ich fest, dass sie schon seit 5 Stunden zocken und Serien gucken: „Wir wollten gerade aufhören und ein bisschen aufräumen.“ Aha!

Langsam mache ich mir ein bisschen Sorgen. Normalerweise bekommen sie nach zu viel Medien (also einem durchschnittlichen Spielfilm) wirklich schlechte Laune und drehen auch gerne mal richtig durch.

Es ist 13:30 Uhr, ein sehr ruhiger Tag heute, unglaublich entspannend. Die Sonne scheint, alles ist toll. Ich kann in Ruhe schreiben und habe schon 3,5 Artikel geschafft. Von den Kindern habe ich noch nicht viel gesehen. Die gucken inzwischen seit 7 Stunden Serien und zocken auf dem iPad. Mich wundert, dass es noch nicht heiß gelaufen ist. Das ist der ultimative Belastungstest, was das Gerät abkann.

Weil wir um 16 Uhr verabredet sind, teile ich um 14 Uhr mit, dass ich mich jetzt langsam fertig mache und spreche die Empfehlung aus, dass Zähneputzen so langsam mal ganz gut wäre. Die Zähne würden sich freuen. „Ja, gleich, nur noch die Runde zu Ende.“ Uff.

Ich weise noch zwei bis drei mal auf die Uhrzeit hin, aber es ist ja ihre Entscheidung, ob sie pünktlich fertig sind und mitkommen oder nicht. Obwohl ich es sehr schade fände wenn nicht, weil wir die Freunde seit ihrem Umzug lange nicht gesehen haben.

15:30 Uhr Abflug. Die Kinder haben bis dahin 9 Stunden fast ununterbrochen gezockt und Serien geschaut und sich ausschließlich von Honig- und Nutellabrötchen und Bonbons ernährt. Sie tragen jetzt ihre Sachen von gestern, inklusive Wäsche und Socken.

Wir kommen dann doch nicht so pünktlich los, wie ich wollte, weil die Kinder auf den letzten Drücker noch unbedingt Zähne putzen wollen. Also mir wäre das ja egal gewesen…

Es war ein wirklich schöner Nachmittag und wir kommen erst sehr spät um 23 Uhr nach Hause. Die Kinder sind wahnsinnig müde und auch unter normalen Umständen würde ich sie um diese Zeit nicht mehr zum Zähne putzen zwingen. Aber Sohn 2 kommt wie selbstverständlich mit mir ins Bad und putzt, ohne dass ich was sage, seine Zähne. Und als Sohn 1 schon im Bett liegt und ich einfach nur nachfrage, springt er noch mal auf und rennt ins Bad. Ich bin beeindruckt.

Hier noch mal alle Berichte des Experiments:

Einleitung | Tag 1Tag 2 | Tag 3 | Tag 4 | Tag 5Tag 6Tag 7 | Tag 8 | Fazit

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Da die Söhne Hauptfiguren dieser Blogartikelreihe sind, mittlerweile aber schon ziemlich gut mitlesen können und eine genaue Vorstellung davon haben, was sie von sich im Netz lesen wollen und was nicht, werden diese Artikel vor Veröffentlichung mit ihnen besprochen und lektoriert. Auch wenn ich es richtig blöd finde, wenn ein guter Witz von ihnen gestrichen wird und rausfliegt.

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Um der Verdummung durch zu viel digitale Medien entgegen zu wirken – der Sponsor dieser Reihe ist die SZ Familie.