Der Tag begann mit massiver Übersättigung, denn Sohn I hat gestern am späten Abend noch gebacken, das ist in seinem Freundeskreis gerade in. Nett, diese Trends bei den jungen Leuten!  Und weil es gestern bereits zu spät war, mussten wir den Kuchen natürlich heute zum Frühstück ausführlich probieren, Double-Choc mit Sahne und lemon curd, ich musste das erst einmal googeln, denn ich bin ja eher Banause, was so etwas angeht. Gefühlt war der Kuchen sogar eher Triple-Choc oder mehr und noch bis zur Mittagszeit fühlte ich mich im Zuckerschock wie nach drei Stück Frankfurter Kranz. Aber lecker war er, der Kuchen, gar keine Frage, den kann er gerne wieder machen, auch gerne mal fürs Blog. Foodgebloggt hat hier bisher noch kein Sohn, da geht noch etwas. (Stellt sich raus: Ja, das macht er gerne und bald, nach “Die Herzdame backt” also dann in Kürze “Sohn I backt”, aber er legt bereits im Vorwege Wert auf die Anmerkung, das er nicht im Kleid backen wird.)

Es ist überhaupt nett, wenn Kinder solche brauchbaren Fähigkeiten entwickeln. Kochen, Backen, Kaffee machen, Einkaufen, Beete anlegen, Knöpfe annähen, das ist alles nicht zu unterschätzen. Und nichts davon konnte ich in dem Alter. Warum eigentlich nicht?

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Die Augenärztin sagte gestern im Laufe der Untersuchung zweimal “Gucken Sie bitte auf mein Ohr”, um meinen Blick in die richtige Richtung zu dirigieren. Wenn die am Tag nun etwa 30 bis 40 Patientinnen hat, weist sie vermutlich 30 bis 40 Menschen an, bitte ihr Ohr anzusehen, das muss ja auch seltsam sein. Ob sie morgens im Bad diesem Zielohr ganz besondere Sorgfalt widmet, so mit dreimaligem Kontrollblick? Ob sie ihr Ohr überhaupt jemals irgendwo in einem Spiegel sehen kann, und sei es nur zufällig im Vorbeigehen an einem Schaufenster, ohne genau diesen Satz zu denken? Ob sie schon seit Beginn ihrer Berufstätigkeit ihre Frisur auf die Sichtbarkeit dieses Ohres ausrichtet? Und ob ihr der Satz schon jemals in anderen Situationen rausgerutscht ist, einfach weil er in ihrem Hirn so dermaßen präsent ist, etwa kurz vorm Küssen? Andere Berufe, andere Probleme!

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Eine Geschichte aus Moskau. Mir ist die WM ja in einem gar nicht mehr beschreibbarem Ausmaß egal, aber solche Geschichten kann sie ruhig produzieren.

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Der Plastiklink des Tages: diese vorgeschnittenen Früchte, die es in immer mehr Läden in immer größerer Auswahl gibt, sind nicht nur blöd verpackt, sie können einen auch ziemlich krank machen.

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Ich habe zum ersten Mal Zuckererbsen aus dem Garten gekocht und dann mit Zwiebeln – auch aus dem Garten – sachte in Butter geschwenkt. Was soll ich sagen, das war sensationell, ein Tellerchen voller Glück. Erbsen machen wir im nächsten Jahr wieder und mehr davon. Viel mehr.

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Im letzten Artikel hatte ich den jungen Bill Withers, heute die wesentlich ältere Version. Nicht die beste Tonqualität, dennoch sehenswert. Cornell Dupree an der Gitarre. Ich möchte bitte im höheren Alter noch so bloggen können, wie er spielt.

 

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