An der Straße vor dem Büro hängen Werbeplakate für Konzerte von Angelo Branduardi und Shakin’ Stevens, das ist erstens in dieser Kombination wirklich unpassend und wirkt zweitens auch verunsichernd bezüglich der aktuellen Jahreszahl. Habe ich gleich in der ersten Stunde Mathe oder arbeite ich schon seit mehreren Jahrzehnten? Ein paar Meter weiter wird für Falco geworben, das aber scheint laut Unterzeile ein Musical zu sein. Was immerhin weiterhilft, so ein Musical schreibt sich ja nicht über Nacht, dann ist der wohl wirklich schon länger tot und 2018 kann grob hinkommen. Haben wir das geklärt. 

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Ich habe heute morgen getwittert, dass der Start in den Tag ein Fehlstart war und deswegen alle noch einmal zurück in die Betten müssen, ein zugegeben gar nicht mal so guter Scherz, aber die Vorstellung lässt mich seitdem gar nicht mehr los, wie sie da alle murrend und knurrend in der ganzen Stadt wieder in die Betten steigen und angespannt darauf warten, dass noch einmal jemand etwas ansagt, zurück auf Start wie damals bei den Bundesjugendspielen, da natürlich ohne Betten, schon klar. Die einen nur schwer genervt, weil der Quatsch sich jetzt noch länger hinziehen wird, die anderen besorgt, weil andere jetzt eine Winzigkeit besser wegkommen könnten, noch andere wiederum mit leichter Hoffnung, jetzt minimal besser ins Rennen zu kommen, so warten sie und warten, nervös und angespannt, bis endlich das erlösende Zeichen kommt, und dann aber los. Allerdings fällt mir gerade ein, wenn meine Tage wie Bundesjugendspiele wären – nein, wir streichen diese Vorstellung bitte gleich wieder. Entsetzlich.

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“So, und jetzt kommst du” von Arno Frank durchgelesen und trotz der – das liegt bei dem Buch in der Natur der Sache – vorhersehbaren Handlung sehr lesens- und empfehlenswert gefunden. Lesen Sie das ruhig auch, es wird Ihre Kindheit mit einiger Sicherheit relativieren, was ja bei der einen oder dem anderen auch mal ganz nett sein kann. Und es gibt darin wichtige Details, die sind überhaupt nicht vorhersehbar.

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Ich hatte mal vor vielen Jahren ein Gespräch mit einem Manager, der mir tatsächlich allen Ernstes zum Einstieg den unfassbar dummen und fürchterlich klischeehaften Satz entgegenwarf: “Ich möchte keine Probleme hören, nur Lösungen”, vermutlich hatte er das aus einem besonders leicht lesbaren Sachbuch übers Management. So wie diese Woche bisher jedenfalls in jeder Beziehung verlaufen ist, ich hätte dem nach dieser Vorgabe nichts sagen können. Gar nichts.

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Musik! Und sie reden auch ein wenig.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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