Vorweg ein Dank an Unbekannt für die Briefsendung aus dem etwas speziellen Bundesland, die mich leider verspätet erreicht hat. Großartig!

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In den Kommentaren zum letzten Artikel wurde gefragt, welche Bücher ich denn mehrmals gelesen habe. Bei den großen deutschen Romanen führen da sicher mit einigem Abstand die Buddenbrooks und der Schimmelreiter. Die Familiensaga, weil ich auch aus dieser Stadt komme, weil ich auch auf dieser Schule war, weil man das Buch eben kennt, wenn man aus Lübeck kommt, weil man manchmal verdammt lange braucht, um sich ein eigenes Urteil zu bilden und in Ruhe sagen zu können: Ach nee. Dann doch nicht. Aber in frühen Jahren hat mich der Roman immerhin so weit geprägt und traumatisiert, dass ich mir später sogar eine Frau mit ähnlichem Nachnamen … Nun ja. Liebe war schon auch im Spiel. Den Schimmelreiter habe ich eher aus Begeisterung gelesen, gerade neulich erst habe ich ihn wieder gelesen, und er macht immer noch Freude. Diese herrliche Verschachtelung der Erzählebenen am Anfang! Das wunderbare Bild des Pferdeskeletts auf Jeversand! Ganz groß. Effi Briest habe ich nach der Schulzeit noch einmal und sozusagen in Ruhe und ohne nervende Lehrerfragen gelesen, den Stechlin habe ich als Erwachsener doppelt oder sogar dreifach gelesen, mindestens einmal davon zur Beruhigung in wirren Zeiten, quasi als kultiviertes Sedativum. Diese Auswahl ist ziemlich vorhersehbar und konventionell, merke ich gerade. Geradezu brav, wenn ich es recht bedenke. Einiges von Keyserling las ich auch mehrfach, fällt mir noch ein, der schrieb immerhin das edelste Deutsch, wo gibt. Na, Geschmackssache. Und aus dem Ausland? Auf jeden Fall Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde, ein Roman, den ich bis heute jedem empfehlen möchte, immer wieder. Als Jugendlicher habe ich natürlich auch das ganze Hemingwayzeug mehrfach gelesen, aber das zählt in diesem Zusammenhang nicht, zu lange her. Aus reiner Bewunderung: mehrere Bände von Guy de Maupassant, wobei es so viele von ihm gar nicht gibt. Und natürlich einiges von Simenon. Okay, es kommen doch ein paar mehr Bücher zusammen, zugegeben. Demnächst dann mehr dazu beim Wiederlesen. Oder beim Aussortieren.

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Auf einer dieser Craftbeerbuddeln, auf denen hinten jetzt wie bei Weinen draufsteht, wozu das Gebräu jeweils passt und welche wunderfeinen Geschmacksnoten man als Kenner im Abgang erwarten darf, wird mir als harmonisch ergänzendes Gericht Baklava empfohlen. Baklava! Zum Bier! Ich glaube, ich habe meinen persönlichen Peak Craftbeer damit endgültig erreicht.

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Man müsste Klavier spielen können.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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