Die zweihändige 60

Beim Nachlesen der babylonischen Vorliebe für die 60 stieß ich auch auf das Abzählen an den Fingern bis 60, und ist es denn zu glauben, das kannte ich auch nicht. Nicht alle Völker zählen nämlich stumpf ganze Finger, einige zählen etwas feinsinniger Fingerglieder. Wenn das etwa der Daumen der rechten Hand macht – der auf der linken Seite würde allerdings auch gehen -, dann könnte der auf diese Art bis 12 zählen, denn vier Finger sind neben ihm, jeder mit drei Gliedern, alle einmal antippen, zack, zwölf. Wenn jetzt an der anderen Hand ein Finger gestreckt wird, um sich zu merken, dass bis 12 gezählt wurde, und bei der nächsten 12 ebenso, bis alle fünf Finger gestreckt sind, dann hat man 5 x 12 = 60. Das hat mir in Mathe auch wieder keiner erzählt.

Und jetzt nehmen wir das Handy, werfen die Stoppuhr an und zählen auf die eben beschriebene Weise eine Minute lang gelassen die Sekunden mit, schon haben wir den Lerninhalt verfestigt und körperlich erfahren, das vergisst jetzt keiner mehr.

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Ich habe Sohn I zu einem Kindergeburtstag gebracht, auch diesen Weg macht er dann beim nächsten Mal alleine. Im Grunde ist das ein Loslassen und Flüggewerden in ÖPNV-Stationen, alle paar Wochen wird ein neuer Punkt auf dem Stadtplan erobert und ist damit ein für allemal abgehakt. “Eines Tages”, sage ich zu ihm vor dem U-Bahnplan und zeige vage auf den Gesamtbereich, “eines Tages wird das alles Dir gehören.” Das stimmt zwar nicht exakt, aber ab und zu drängt es mich doch, diesen Satz zu sagen.

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Für den Wirtschaftsteil bei der GLS Bank führe ich eine lange Liste von möglichen Artikeln, viel mehr, als da jemals erscheinen können, denn ich gehe jeden Morgen für dieses Format auf längeren Beutezug, da kommt mit der Zeit etwas zusammen. Nicht alle Texte lese ich sofort, das wäre auch gar nicht zu schaffen, manche lese ich nur kurz an oder quer. Dann wird es irgendwann Zeit, sie ganz zu lesen, zu beurteilen und korrekt zu verschlagworten, denn ohne Schlagworte würde ich nie zu thematischen Päckchen kommen, irgendein System braucht man dabei. Ich verwende gerade Pocket und Tags, nachdem ich irgendwann Evernote wegen technischer Fehler wieder verworfen habe. Das ist eine sehr besinnliche Arbeit für lange Winterabende und graue Herbstsonntage. Musik hören und dabei lesen, sortieren, taggen, verwerfen, bewahren. Was bei anderen das Stricken, das ist bei mir das Verschlagworten. Ab und zu sehe ich die Schlagwortliste durch, alles was vier und mehr Treffer aufweist, könnte theoretisch noch genauer gesichtet und verarbeitet werden. Zum Schlagwort Faulheit etwa habe ich zwei Artikel, wenn das jemals vier werden sollten, es wird der entspannteste Wirtschaftsteil ever,

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Musik!

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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4 Kommentare

  1. Mal ne ganz dumme Frage: Warum nur bis 60? Konsequent zu Ende gedacht wäre doch, bis 144 zu zählen?
    Aber interessant ist es allemal. Sollte ich mal wieder viel zählen müssen, denke ich hoffentlich dran.

  2. Das mit dem Zählen lass ich mal aus.

    Aber bei der Sache mit den ÖPNV musste ich kurz überlegen: Wie wurde mir das eigentlich beigebracht?

    Gut, ich hatte es als Kind einfach: Die Bushaltestelle zu Hause war Endstation. Die andere Endstation war der Busbahnhof, direkt in der Stadt. Es war also einfach von Zuhause in die Stadt zu kommen (War jetzt aber auch keine Metropole wie Hamburg).

    Schulbus war einfach: einfach da aussteigen wo alle aussteigen.

    Ich glaube, dass das gute alte Internet mir da eine große/r Lehrer/in war: schon damals bot unsere Verkehrsbund so eine Suchfunktion auf seiner Webseite ein. Start und Ziel eintragen und los gehts. So kam ich immer gut von A nach B in meiner Jugend.

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