Der olle Theaterzauber

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Ich war mit Sohn I im Theater, in einem ganz normalen Stück für Erwachsene. Er möchte das gerne alles kennenlernen, also  kommt das jetzt womöglich öfter vor. Es gab “Die Nervensäge” von Francis Veber (Deutsch von Dieter Hallervorden) in den Kammerspielen, eine Komödie mit viel Slapstick und Situationskomik, da konnte also nicht viel schiefgehen. Ein Killer mietet sich in einem Hotel ein, um vom Fenster aus jemanden zu erschießen, im Nebenzimmer möchte aber jemand aus Liebeskummer seinem Leben selbst ein Ende setzen. Um seinen Job in Ruhe machen zu können, muss der Killer den Selbstmörder aufhalten und sich um ihn kümmern, was natürlich nicht gerade zu seinen Kernkompetenzen zählt.

Sohn I ist elfeinhalb, der Rest des Publikums war nennenswert älter als ich, da hat er schon gestaunt. Es war außer ihm keiner, wirklich kein einziger auch nur annähernd junger Mensch im Saal, es ist immer wieder betrüblich. Als wir in den Saal kamen, wurde auf der Bühne noch gearbeitet, es gab keinen Vorhang, man konnte alles sehen, wie da noch einer schnell mit dem Staubsauger durchs Bühnenbild – und dann kam so langsam die Erkenntnis, dass das schon zum Stück gehörte. Das ist für Erwachsene vielleicht nicht so originell, das ist nur ein kleiner Spaß nebenbei, aber für Kinder ist es ganz neu und das ist dann ein erheblicher Spaß, so etwas mitzubekommen. Der olle Theaterzauber, wie er wieder und wieder funktioniert, auch bei der nächsten Generation.

Wir hatten vorher überlegt, welche Rolle wohl einfacher zu spielen ist, die des eiskalten Killers (Sewan Latchinian, der künftig auch der künstlerische Leiter des Hauses ist) oder die des hysterischen Selbstmörders (Jacques Ullrich), wir haben uns vorgestellt, dass der ungerührte Killer wohl  nennenswert leichter zu geben ist. Damit lagen wir gründlich falsch, und das war auch gut so, die Überraschung hat den Abend noch verbessert.

Das Stück läuft noch bis 18. April, Sohn I fand den Abend hervorragend.  Es gibt keine Pause, man ist also recht früh wieder draußen und weit vor Mitternacht im Bett, das ist für Kinder ja auch nicht ganz unwichtig.

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Gelesen und gemocht: “Königinnen” von Elke Naters. Hier mehr dazu.

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Musik! Ein Tanz, den man heute eher nicht mehr sieht.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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8 Kommentare

  1. wir haben mit Sohn I (12Jahre) ein Theaterabo für Jugendliche! Auch sehr empfehlenswert, es gibt Stücke da staunt man, wie minimalistisch, wie enthusiastisch junge Schauspieler, kleine Theater und Bühnen Stücke zustande bringen. Letzten Samstag gesehen „We are…VR?“ Herrvorragend.

    Oder auch: Theaterabend in der Schule „Der Hummer“ , der wahnsinn.

    Die Nervensäge, ist das nicht mal verfilmt worden mit jack Lemmon und Walter Matthau?
    Weiterhin viel Spaß im Theater.

  2. Toller Tipp mit den Kammerspielen, bin neulich extra ins Winterhuder Fährhaus, um eine Komödie zu sehen.

  3. @Jutta
    Stimmt, das war ein toller Film mit den Genannten. Ich war immer besonders angetan von Filmen mit Matthau, er hatte eine solche Präsenz, brauchte sich nur an einen Türrahmen zu lehnen und beherrschte die Szene.

  4. Sewan Latchinian war vor seiner Zeit in Rostock lange Jahre recht erfolgreich in Senftenberg als Intendant.

  5. Der Film dazu heißt “Der Killer und die Nervensäge“, ist von 2008, Regisseur: F. Veber.
    Da ich den Film kenne, das Stück aber ähnlich sein wird, finde ich auch, dass der Killer den schwierigen Parr hat. In so mancher Situation tat er uns doch recht leid.

  6. @Trulla
    yes! love it!
    muss mit Sohn I gerade alle Terence Hill Filme gucken! ?
    Bildung halt. Kindheit braucht das? vielleicht…

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