Vor vielen Jahren saß ich einmal in einem Café an den Landungsbrücken, ich war noch gar nicht so lange in Hamburg. Der Ober brachte die Karte und ging wieder, nach der üblichen Zeitspanne kam er wieder und fragte in einem speziell für die Touristen optimierten und also betont hamburgisch klingenden Tonfall, mit spitzem S vor dem T und der Breite und Weite der nahen See in jedem offenen Vokal: “Na, schon ein Wunsch entstanden?” Der Hans Albers der Hafengastronomie. Aus irgendeinem Grund habe ich mir diese Abweichung zur sonst üblichen Frage, was es denn sein dürfe, jahrzehntelang gemerkt, weil ich es für ein ganz spannenden Thema halte, nicht nur persönlich, auch gesellschaftlich, wie und ob Wünsche entstehen, wenn man irgendwo so sitzt. Da ist man ja ruckzuck bei Blaise Pascal und seinem berühmten Satz vom Unglück, welches nur daher kommt, dass der Mensch nicht ruhig in einem Zimmer bleiben könne, da ist man ruckzuck knietief in der Philosophie. Na, schon ein Wunsch entstanden? Und dann sagt man eben ja, und es geht um Apfelkuchen oder um viel, viel mehr.

Was ich nur eben sagen wollte, das ging mir in diesem Monat eher nicht so, es drängte und zog mich zu nichts oder nur zu wenig, es entstanden wenig Wünsche und auch wenig Gelegenheiten. Im Garten war keine Pflanzzeit, da geht es im September wieder weiter, und die Zeit zwischen den Sommerferien und den beiden Kindergeburtstagen ist bei uns traditionell terminlich die dritte Sturmzeit des Jahres, nach der Woche vor den Sommerferien und vor den Wochen vor Weihnachten, da kommen wir zu noch weniger als ohnehin schon. Zwei Sachen also nur. Ich war erstens mit Sohn I auf dem Dom, für das Blog fiel das Wort “Billig-Adrenalin” dabei ab und für den Sohn und mich ferner noch die Erkenntnis, dass mit etwa zwölf Jahren der Dom dann doch einmal deutlich an Zauber verliert. Es gab da diese gewisse Ratlosigkeit, was mache ich denn, was mache ich denn, und wenn ich das einmal kurz verallgemeinere, dann ist das vermutlich ein typischer und auch wichtiger Schritt für nachwachsende Hamburger. Er hat dann irgendwann wieder mit den eigenen Kindern dort Spaß, also wenn.  Und das dauert erst einmal.

Davon abgesehen gab es zweitens gewisse Anzüglichkeiten, was die Verwendung der Trinkgelder betrifft, denn sowohl die Herzdame und ich haben uns davon ausgerüstet und in Form gebracht, ich mit einem Anzug, ich berichtete bereits, die Herzdame mit einem sehr schicken Hosenanzug. Das Beweisbild, nach dem an dieser Stelle einige fragen werden, es folgt sicher noch in diesem Monat. Die Leserinnen haben in beiden Fällen erheblich beigetragen, da gibt es geradezu ein Recht auf ein Bild. Zumindest in meinem Fall übrigens hat der Anzug auch etwas mit dem Blog zu tun, viel sogar, denn ich brauchte gerade ein wie auch immer geartetes Hilfsmittel to carry on, und so ein Anzug, nicht wahr, den zieht man an und fühlt sich gleich viel pflichtgemäßer, sortierter, klarer, leistungsfähiger … Ja, schon klar, das klingt übertrieben, aber es ist doch so – wenn ich mir das einbilden kann, dann reicht das vollkommen aus, da können Sie ruhig irritiert den Kopf schütteln, das macht gar nichts. Snoopy und ich, wir kennen uns da aus.

Kurzum, es ist aus dem Monat noch Geld für den Garten übrig, im September wird gepflanzt. Wir haben immer noch keinen Holunder, so geht es ja nicht.

Wie immer sehr herzlichen Dank für jede Münze! Es bleibt ein Fest, auf diese Art etwas zu bekommen.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank.

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