Links am Morgen

Es fehlt nicht an Schwarzen, die sprechen, sondern an Weißen, die zuhören. Eine Politikerin aus meinem Heimatland. 

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In Italien läuft die Fahrradprämie.

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Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob es so clever ist, jetzt noch Urlaub in Deutschland oder überhaupt irgendwo zu buchen. Wir haben diese eine Woche auf Eiderstedt im Juli, die wir immer mit sehr langem Vorlauf buchen, die kann wohl stattfinden, soweit ich sehe, wenn Schleswig-Holstein da nicht gerade wieder geschlossen wird. Und die nehmen wir auch wahr, denn da können wir auf den Hof, in die Ferienwohnung und dann da einfach bleiben. Das finden die Söhne eh am besten so, ohne diese blöde Ausflüge, was Eltern immer mit Ausflügen haben, es ist eigentlich unbegreiflich, also aus Kindersicht. Nach St. Peter-Ording müssen wir diesmal wohl eher nicht, denke ich.

Hätten wir diese Buchung nicht, ich würde nicht nach etwas suchen, nehme ich an. 

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Bei Anne Tyler bin ich bei “Abschied für Anfänger angekommen”. Und mittlerweile fällt doch sehr auf, dass zwar alle ihre Romane in Baltimore spielen, es diese Stadt in den Büchern aber nicht gibt oder sie nur bestenfalls schemenhaft vorkommt. Da wird nichts beschrieben, man sieht nichts vor sich, keine Gebäude, keine Straßen, keine Landschaft, es blüht nur dauernd irgendwo Hartriegel. Wie blüht Hartriegel? Hübscher als es klingt. Wenn ein Auto in eine Straße einbiegt, dann biegt ein Auto in eine Straße ein, damit ist das auch schon fertig beschrieben. Oh, wie schön ist Baltimore. Da gibt es auch fast keine Gesellschaft, keine Politik, keine unterschwelligen oder offensichtlichen Strömungen, es gibt auch kaum Wetter, es ist nur ab und zu Weihnachten. Das ist alles einfach nicht ihr Thema. Und das ist schon okay, es ist nur in diesem Ausmaß etwas verwunderlich, wie sehr es eine Kulisse nicht geben kann. Es gibt nur die Figuren, die aber sehr. Wie in diesen Vorabendserien, in denen die Kulissen keine große Rolle spielen dürfen, da sie nur Geld kosten, es geht vor allem um die Dialoge, Dialoge sind billig.

Nur dass die Dialoge bei Anne Tyler etwas durchdachter ausfallen und sie es schafft, dass man die Leute genau vor sich sieht, wie sie da über eine leere Bühne gehen. 

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Sie können hier Geld in den allerdings nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch, die Daten dazu finden Sie hier. Merci! 

 

5 Kommentare

  1. Mein Lieblingsroman von Anne Tyler ist „Caleb oder das Glück aus den Karten“; war es jedenfalls vor knapp 30 Jahren, man stellt ja leider oft fest, dass man mit früheren Lieblingswerken nichts mehr anfangen kann. Dann werde ich das demnächst testen.

  2. Guter Beitrag von Aminata Touré, werde ich an afrodeutsche Bekannte weiterleiten (das ist übrigens eine Bezeichnung, die mir eine Freundin mit dunkler Hautfarbe genannt hat, besser als „schwarz“, oder „farbig“).

  3. @Paula: Danke für“Afrodeutsche“, das erlöst mich von der Unsicherheit in der Benennung, die ich hatte, weil ich nie wusste, wie es für die Gemeinten akzeptabel ist. Tatsächlich ist meine Welt so, dass ich eher über sie als mit ihnen reden kann, daher fehlte es bisher an Gelegenheit, sie mal selbst zu fragen.

  4. Ich denke, der Artikel von Aminata Toure ist für alle gedacht, speziell für die nicht von Rassismus betroffenen, warum ihn also nur an afrodeutsche Bekannte weiterleiten?

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