Ich wohne seit über 30 Jahren in Hamburg, aber wenn ich auf einem Stadtplan die Stellen markieren würde, mit denen ich in dieser Zeit etwas zu tun hatte, an denen ich etwas zu tun hatte, das wären gar nicht mal so viele. Die drei, vier Wohnungen, die drei Adressen, an denen die Firma war, das Fitness-Studio (damals), dann natürlich die paar Ecken, an die ich nur durch die Söhne kam – der größte Teil der Stadt bliebe auf jeden Fall weiß und es gibt viele, viele Gegenden, in denen ich noch nie war, ich war immer ausgesprochen reviertreu.

Eine Kreuzung gibt es aber, mit der kann ich hundert Geschichten verbinden. Das ist so eine Stelle, die kam wieder und wieder vor, jedes Jahr gab es da eine neue Begegnung, eine weitere Story oder Szene, auch als ich schon längst nicht mehr dort in der Nähe wohnte. Mit den meisten Menschen, die ich in dieser Stadt näher kannte oder kenne, habe ich da irgendwelche Momente erlebt, auch und besonders mit den Frauen, denen ich wie auch immer verbunden war. Umarmungen und Beschwörungen fanden da statt, Dramen, Versöhnungen und Anbetungen, eine Eheanbahnung und auch das Ende einer langen Geschichte. 

Wenn ich mich an dieser Kreuzung aus einer Umarmung löste und hochsah, hing da ein Firmenschild, das beschrieb mich und die jeweils anderen sehr direkt, ich fühlte mich nicht nur einmal davon angesprochen: “Pappnase & Co”. 

Der Laden gibt jetzt leider auf – und damit hört irgendwie auch diese Kreuzung für mich auf, das macht ja so keinen Spaß mehr da.

Oder wie Sohn II sagte: “Das war mein Lieblingsladen, das geht doch nicht!”

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