Der Januar nähert sich allmählich dem Ende und in etlichen Wohnungen, in manchen Geschäften, sogar in den großen Einkaufsstraßen hängt noch immer die Dekoration aus dem Dezember, ist also noch Dezember. Tannenbäume in vollem Ornatgeglitzer, die noch immer in Wohnzimmern stehen, ich kann das im Vorbeigehen durch die Fenster sehen. Elektrokerzengefunkel, bunte Kugeln, das ganze Programm. Nicht stille Nacht – stille Nächte, im extended Plural.

Weihnachtsverschleppung. Es geht einfach nicht voran, es hängt und klemmt. Wie die Söhne sagen würden: Alles laggt, die ganze Welt ist buggy und lädt nicht.

Nichts fängt an, nichts wird geplant. Erst einmal alles so lassen, auch den Lockdown. Was nicht geht, einfach trotzdem machen, irgendwie machen. Aber wo es doch gar nicht geht? Hallo? Egal. Aufstehen, irgendwas mehr schlecht als recht machen, wieder hinlegen. Morgen wieder.

Wie sehr man sich sonst immer nach vorne gefreut hat, das fällt auch auf. Immer Ziele im Blick gehabt, wirre Wünsche zumindest, irgendwelche Vorhaben. Und jetzt ist da nur dieser große Stein, der da auf einmal herumliegt, wer hat den eigentlich bestellt. Okay, den rollen wir mal ein Stück bergauf. Ohne rechte Zuversicht, aber guck, er bewegt sich doch, mach mal mit, fass mal mit an. Am Abend lassen wir den dann oben liegen – oder was, wir wissen es doch auch nicht, wo gehört der eigentlich hin. Am nächsten Morgen gleich nach dem Aufwachen mal nachsehen, wo er liegt, ob der oben geblieben ist. Wenn er wieder unten liegt, gleich noch einmal versuchen, ob man den rollen kann. Stets bemüht! Aber erst einmal nachsehen. Ohne Hoffnung, ohne Angst, ohne Drama, Baby, nur nachsehen, ganz sachlich, mehr nicht. Wir stellen das erst einmal nur fest, wo der heute liegt. Mit so einem Arztblick, wenn der vorsichtig und beruhigend sagt: „Ich gucke erst einmal nur.“ Dann erst weiter.

Ein Schritt nach dem anderen. Kaffee. Toast. Zähne putzen. Stein.

Guten Morgen.

Ach guck, da liegt er ja.

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