Aus der Grundschule kommt am Nachmittag ein kleiner Mensch. Ich höre im Vorbeigehen, wie er zu seiner ihn begleitenden und ebenso kleinen Freundin mit eindeutiger Begeisterung in der Stimme sagt: „Ich steh ja auf die Acht. Ist die toll!“ Und er malt eine große Acht in die Luft. Sie sagt: „Ich mag die Zehn“, und da guckt er aber skeptisch und schüttelt den Kopf. Es ist die Acht, die so toll ist, er hat es ihr doch gesagt. In seinem Blick eine fundamentale Erkenntnis, wieder was fürs Leben gelernt: Andere Menschen sind echt anders.

In einer kleinen Nebenstraße gehen zwei, die schon lange erwachsen sind, gerade in einen Hauseingang. Er hält ihr freundlich die Tür auf, sie trägt die Einkäufe rein, er macht einen Briefkasten auf, Nachbarn wohl. Ich höre im Vorbeigehen, wie er mit Bückwarenverheißungsstimme zu ihr sagt: „Weißte, wie du an einen Impftermin kommst? Weißte? Pass ma auf!“ Dann hebt er einen Zeigefinger und wendet sich ihr zu, dann schließt sich die die Tür, noch bevor ich den Trick hören kann. Denn um einen Trick, einen genialen womöglich, wird es sich doch gehandelt haben, so wie er geguckt und geklungen hat.

Im Edeka legt kurz darauf einer frischen Koriander in seinen Einkaufswagen und fragt seinen Freund, dem er dabei die Hand auf die Schulter legt: „Oder hast du etwa dieses Seifenproblem?“ Der Freund winkt lachend ab, nein, er hat kein Seifenproblem, er mag Koriander.

Ich bin da übrigens ein Mischtyp, eine ganz seltene Spezies, glaube ich. Ich finde nämlich schon, dass Koriander ziemlich nach Seife schmeckt. Aber ich mag Seife. Vermutlich Freak durch und durch.

Egal. Hier noch zwei Links.

An den hier beschriebenen Auftritt von Beuys bei Bananas und an den ungeheuer dumpfen Text und die eher tumbe Performance kann ich mich tatsächlich noch erinnern. Aber der alte Mann war auf der richtigen Seite, fand ich, es war also alles gut. Sechzehn war ich da.

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Ich habe für das Goethe Institut etwas über den Bahnhof geschrieben, den ich hier quasi vor der Haustür habe.

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