Ich habe aus der Bücherei einen großartigen Bildband mitgenommen, mit Sicherheit den besten, den ich seit einiger Zeit gesehen habe, ich bin hin und weg: Village People von Jindrich Štreit. Dorfbilder, ganz einfach. Jedes Bild eine Erzählung, eine Novelle, ein Roman. Ich hatte beim Betrachten manchmal Geruchsempfindungen, so direkt springt einen das an. Also mich jedenfalls. Hier noch etwas im Guardian zu ihm.

Dabei fällt mir ein, wie lange ich nicht mehr fotografiert habe. Also mit einer Kamera, nicht mit dem Handy. Auch seltsam. Und wenn Bildbände so wirken, das ist ja willkommen.

Ich sitze beim Schreiben übrigens gerade als Taubenvergrämer auf dem Balkon. Endlich wieder eine beherrschbare Aufgabe! Wie beim Urlaub auf Eiderstedt, wenn der Bauer mich dort bittet, mich irgendwo in die Landschaft zu stellen, damit die Schafherde gerade da nicht abbiegt. Irgendwo einfach sein und gut ist und Sinn fällt wie nebenbei an. So erstrebenswert!

Der Balkon allerdings ist dennoch voller Taubenkacke, ich kann hier ja nicht den ganzen Tag sitzen. Schlimm. Vielleicht einen Schichtplan für die Familie machen? Ich meine, wir sind immerhin zu viert, das reicht doch, vier Vogelscheuchen für ein Halleluja. Wir müssten lediglich die Zeit zwischen etwa 5 Uhr und 21 Uhr abdecken, das sind nur 4 Stunden für jeden, wenn ich das mal kühn im Kopf überschlage, das ist doch fast nichts.

Stunden später ein Update dazu: Die Herzdame, die im Zimmer mit dem Balkon arbeitet, hat sich aus den Kinderzimmern genug Strippen, Bänder und Riemen zusammengesucht, um daraus einen langen Strick zu knüpfen. Es sieht etwas nach Fluchtversuch aus, das Gebastel ist aber nur mit einer gefüllten und ziemlich großen Gießkanne verbunden, die sie jetzt per lässigem Seilzug polternd über den Balkon wandern lässt, wann immer sich eine Ringeltaube nähert. MacGyver im Home-Office.

Und das klappt auch, so etwas schätzen Tauben nicht, Krachkannen sind nicht ihr Ding.

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Außerdem noch: Über das Impfen. Via Kiki auf Twitter.

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Ich lese gerade zum zweiten Mal „Tagebuchschreiben“ von Olaf Georg Klein. Auch beim zweiten Mal interessante Stellen gefunden, so soll das sein.

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