Es ist das Hochzeitstagwochende. 17 Jahre sind wir jetzt verheiratet. Gestern vor 17 Jahren die standesamtliche Hochzeit, heute vor siebzehn Jahren die kirchliche Variante. In der Kirche übrigens, in der dann auch beide Söhne getauft wurden, und die hier bis heute dauernd als Kulisse im Blog vorkommt, weil wir direkt neben ihr wohnen. Abends die große Feier, und was für eine. Wir sind allerdings, und das ist höchstens dezent übertrieben, das letzte überlebende Paar der damaligen Gästeliste, alle anderen sind getrennt, zerstritten, vergessen, auseinander, viele sogar schon längst.

Es tut ein wenig weh, an die Feier von damals zu denken, weil auch manche Freundschaften nicht gehalten haben, weil sich nicht alles zum Guten gewendet hat. Weil auch Gäste für immer fehlen, und wie sie fehlen. Es ist andererseits auch schön, an damals zu denken, weil wir noch da sind. Weil wir immer noch wir sagen, weil wir uns morgen noch einmal heiraten würden. Gutes Gespons, gerne wieder.

In der letzten Woche gingen der Trockner und die Waschmaschine im Abstand von zwei Tagen kaputt, auf der Wochenendfahrt nach Nordostwestfalen auch noch das Auto. Wir haben dazu ein massives und im Moment gänzlich unlösbares Stress- und Erschöpfungsproblem, wir haben die unblogbaren Probleme, die sich in nächster Zeit vermutlich auch nicht lösen werden, es ist wahrhaftig nicht alles gut. Aber wir sind wir.

Der nordostwestfälische Kfz-Profi, bei dem wir eben gerade waren, sagte, dass wir mit dem orangefarben aufleuchtenden Motorfehler im Display noch nach Hamburg zurückkommen werden: „Also wahrscheinlich.“ Und das Wort wahrscheinlich dabei so merkwürdig betont und melodiös gedehnt, Sie kennen das. Und eine abwägende Gestik dabei, eine Hand macht langsame Schüttelbewegungen. Kann sein, kann auch nicht sein: „Aber ruhig mal machen.“

Seit zwanzig Jahren sind wir zusammen, die Herzdame und ich. Neulich fiel es uns auf, wir können das nämlich anhand eines Ereignisses ausrechnen, das allgemein als Horrorereignis im kollektiven Gedächtnis geblieben ist: 9/11. Die Bilder dazu haben wir gemeinsam im Bett gesehen. Ein romantischerer Anfang wäre denkbar gewesen, to say the least. Andererseits: Krisenfest von Anfang an.

Es war, wie es war, es ist, wie es ist. Und wir sind wir. Besondere Grüße an die zwei, drei Leserinnen, die damals bei der Hochzeit waren. Ein special thanks auch an alle, die uns seit dieser Zeit schon lesen, als die Herzdame noch die Die Verlobte war. Es ist mir eine Freude, für Sie zu schreiben, echtjetztmal.

Wir steigen morgen ins Auto und schaffen es vielleicht zurück bis nach Hamburg. Für alle anderen Themen gilt, was der Schrauber sagte, in etwas abgewandelter Form: Ruhig mal weitermachen.

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