Zwischen Bartleby und Frankenstein

Am Montag war der erste Werktag, der erste Home-Office-Tag für mich also. Das Konzept Berufstätigkeit überzeugt mich auch nach mehreren Jahrzehnten Testphase noch nicht recht, der innere Bartleby ist nach Urlaubstagen und -wochen stark in mir. Die Herzdame kann mit ihrem Job etwas später anfangen und bricht am frühen Morgen noch spontan zu einer Boostergelegenheit für die Söhne auf, das läuft besser und schneller als gedacht, sie sind ruckzuck wieder zurück. Haben wir auch das erledigt, eine Sorge weniger. Am Mittwoch dann unweigerlich der Schulanfang in Hamburg, dabei ist von Präsenzunterricht auszugehen. Ich kann das nicht richtig finden, ich finde aber auch Home-School nicht richtig, ich weiß nicht, was richtig ist. Ich möchte sehr gerne mit dem Thema nichts mehr zu tun haben. Wieder der Bartleby, ich möchte lieber nicht, I would prefer not to. Mit dem nahm es allerdings auch kein gutes Ende, mit dem Bartleby, der taugt nicht als Vorbild.

Lieber überlegen, was ich wohl möchte. Da mal drüber nachdenken.

Am Abend und beim Einkaufen, Kochen etc. höre ich den Frankenstein von Mary Shelley als Hörbuch, da geht es um einen Mann, der ehrgeizzerfressen zu viel will, der alles, alles erreichen möchte und dafür sämtliche Grenzen überschreitet. Und da man auch da weiß, dass es nicht gut ausgeht, kann man diese Variante des Wollens ebenfalls gleich abhaken.

Andererseits muss ich gar nicht nachdenken, was ich möchte oder nicht. Es ist ein Stapel Aufgaben da, es gibt schon etwas zu tun, es liegen bereits Themen vor und To-Do-Listen herum. Einfach weitermachen. Okay. So war es letztes Jahr auch, ich erinnere mich.

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Immer interessant: Die Monatsnotizen von Nicola Wessinghage.

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Ein Kommentar

  1. Impfangebot im Jugendzentrum – das lob ich mir. So nah wie möglich ran an die, die man erreichen will.

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