Themen, Pflichten und Klimbim

Der erste Tag nach dem Urlaub war, ich habe es nicht anders erwartet, etwas erschlagend, es ist einfach zu viel Zeug für so wenig Stunden, zu viele Themen, Pflichten und Klimbim, es geht schlicht nicht auf, es kann auch gar nicht aufgehen.

Der einzig berichtenswerte Moment war, als ich aus dem Büro nach Hause kam und die Nachrichten nachlas. Man weiß heute nicht recht, ob man nach zwei, drei Stunden ohne Ticker irgendeine fatale Weltenwendung womöglich verpasst hat, und dann steht man doof da, während um einen herum schon alle die Koffer packen und flüchten. Oder Sonnenblumenöl kaufen, meine Güte.

Ich saß also und las, und der Nachbar, der dauernd Klavier übt, der spielte wieder in der Wohnung neben mir. Was mich fast nie nervt, ich habe die doch etwas längliche Jingle-Bells-Phase aus dem Dezember schon wieder erfolgreich verdrängt. Er spielte ein Stück, das mir vage bekannt vorkam. Das geht mir oft so, bei diesen leisen Tönen durch die Wand, dass ich erst nach einer ganzen Weile darauf komme, was der da eigentlich spielt, obwohl die ganze Zeit schon klar ist, dass es sich um ein gängiges Stück handeln muss. Aber die Pausen, die er macht, die vielen Wiederholungen einzelner Passagen, die Wand zwischen uns – es wirkt alles etwas verfremdend.

Ich las von Mariupol und von Eingreiftruppen, von Belagerungen und Kriegsflüchtlingen. Der Nachbar übte immer weiter Klavier, und dann kam ich darauf: Imagine. John Lennon.

Das wäre in einer Geschichte zu kitschig, zu gesucht und zu platt, aber in der Wirklichkeit, da ist das einfach so. Einer liest Kriegsnachrichten, einer spielt ein Friedensliedchen und am Kirchturm vor unseren Fenstern weht die ukrainische Flagge.

So geht es hier gerade zu.

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Ich hatte lange keine Werbung mehr unter diesen Texten, ich werde das auch künftig eher selten haben, aber bei gewissen Kunden mache ich doch gerne eine Ausnahme. Etwa für die untenstehende Veranstaltung, bei der ich damals, vor Corona, mehrmals war und die ich dabei für interessant befunden habe, das Europacamp der Zeitstiftung in Hamburg. Ich werde, wenn es denn alles so eintritt, wie erwartet, in diesem Jahr wieder hingehen, das wird dann die erste Veranstaltung seit dem März 2020 sein, es war damals auch die erste, die abgesagt wurde. Das aktuelle Programm etc. finden Sie unter dem Link unten.

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Sie können hier Geld in den allerdings nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch, die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel. Merci!

Es folgt Werbung, sie ist heute gar nicht einmal so unpassend.

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