Ain’t no change in the weather

Donnerstag, der 22.6. Die Tage sind lang und schwül, das Wetter drückt und macht alles langsamer. Die Menschen da draußen, jedenfalls sofern sie nicht hinter einem Steuer sitzen, bewegen sich jetzt zögerlicher, die Gedanken auch. Es wird breiförmig und zäh, was sprudelnd und fließend war, der träge Schlamm der Einfälle. Menschen auf den Fußwegen auch, die einfach mal stehenbleiben, um zwischendurch etwas zu atmen, Menschen aus allen Altersgruppen. Wie anstrengend dieses Wetter für uns ist, wie fordernd.

Es gibt auf der Arbeit etwas, worüber ich dringend nachdenken müsste, das ist arg ungünstig. Im Sommer bitte nur Routinearbeiten und stumpfes Herumklicken, Forschung und Entwicklung dann wieder gerne ab September, Oktober. Auch der berufliche Fortschritt hat Saison oder eben nicht.

In den Wetter-Apps blitzen die Gewitterwarnungen auf, allerdings nicht bei uns. Erst einmal in Mecklenburg, obwohl da doch sonst alles später ist, auf nichts ist mehr Verlass. In Dänemark dann auch, irgendwo an der Ostsee, dicke, schwarze Wolkensymbole. Da müsste man jetzt sein, Regen am Strand, was für eine überaus attraktive Vorstellung. Ich sehe nach, was Regen auf Dänisch heißt, es heißt Regn. That was easy! Jetzt dänisch redn.

Letzte Woche habe ich einen Wolkenbruch in der Innenstadt erlebt, so einen dieser Regenfälle, die früher eher selten waren und jetzt immer normaler werden. 15 Minuten nur, aber als ob jemand oben gigantische Wannen auskippen würde, fast sofort ein Regenwasserfluss in der Spitaler Straße, springende Touristinnen, alles rennet, rettet, flüchtet. Früher hat es einfach mal kurz geregnet, hat es nicht? Heute ist es gleich ein Wetter-Ereignis, von dem man Videos macht und hinterher allen erzählt, so wie ich gerade, q.e.d. Die Leute schoben sich drängelnd und patschnass in die nächstbesten Kaufhäuser, die dann schnell viel zu voll waren, schwitzender Leiber dicht an dicht, eine Geruchswolke, in der man ohnmächtig werden konnte, und die Teenager-Mädchen neben mir sprühten noch mit Deogewölk dagegen an, irgendwas mit Kokos und Frühling. Ich kämpfte mit dem Brechreiz, denn Kokos geht nur im Curry, nicht aber als Geruch. Alles hat Grenzen.

Es ist nicht meine liebste Zeit im Jahr, Sie merken es vielleicht, aber es geht noch ein wenig so weiter.

Ain’t no change in the weather, ain’t no change in me, hat ein weiser Mann einmal gesagt und gesungen, J.J. Cale war es: Call me the breeze.

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Im Bild heute wieder Hammerbrook. Ein durchlöcherter Stadtteil mit Ewigkeitsbaustellen, es erwartet längst niemand mehr, dass dort jemals irgendwas fertig werden könnte. Es gehört da so.

Blick von der s-Bahnstation Hammerbrook auf die aufgerissene Straße und die Absperrungen

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2 Kommentare

  1. Wir haben hier heute schöne 15-22 Grad. Die Einladung ins Mathematikum steht weiterhin für euch vier! Kommt! Genießt!
    Herzlichst, Meise mit Herz ?

    (Und ja: Kokos als Duft ist Brechreiz No.1!)

  2. Vorsicht bei den skandinavischen Sprachen. Auch wenn es schriftlich dem Deutschen sehr ähnelt, wird es unter Umständen deutlich anders ausgesprochen (und die Dänen verschlucken eh die Hälfte der Buchstaben). Regen zum Beispiel wird wie „rein“ ausgesprochen.

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