Schon hat man Ansprüche

Auf dem Weg zum samstäglichen Einkauf sehe ich zwei plötzlich ergrünte Bäume. Es muss in wenigen Stunden passiert sein, Blattaustrieb in der immer wieder beeindruckenden Expressversion, der Frühling als stürmischer Dringling.

Im Discounter aber steht direkt vor der Kasse nach wie vor eine angebrochene Palette mit billigem Glühwein. Der Absatz ist mittlerweile bestenfalls mäßig, wenn ich das richtig beobachte, aber wenn sie nur lange genug dort steht, noch ein paar Monate, wird er auch wieder zunehmen. So vieles ist nur eine Frage der Geduld.

Unten auf dem Spielplatz streut die Zierkirsche großzügig tausend rosafarbene Blütenblätter. Der eiskalt auffrischende Wind nimmt sie und legt Muster in den am Morgen noch regennassen Sand um die Schaukeln herum. Einen großen Halbkreis legt er, unregelmäßige Tupfen dazu, zwei, drei Wirbel auch, ein Künstler mit lässiger Hand.

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Auf dem Hotel gegenüber weht wieder eine Flagge, die ich nicht kenne, es ist ein Staatsbesuch aus … ich muss erst einmal nachsehen. Malaysia, so sieht das aus. Durch die Flagge der USA wurde sie inspiriert, was es alles gibt. Am Abend sehe ich viel Polizei vor dem Hotel, Kolonnenfahrzeuge und Geleitschutz, es wird recht hoher Besuch sein.

Ich denke bei Malaysia allerdings vor allem an Sandokan, denn ich bin alt genug für so etwas. 1979 lief das im Fernsehen.

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Bei Anke eine interessante Newsletter-Empfehlung im Blog.

Bei einem anderen Newsletter (vielen Dank für die Tipps gestern!) lande ich beim Abo auf einer Roboter-Prüfseite, sie wird automatisch übersetzt und fordert mich sprachlich etwas unglücklich auf: „Bestätige die Menschheit!“

Ich zögere lange.

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Kurz im Garten gewesen, 20 Kilo Dünger dorthin geschleift. Ohne Auto, damit es auch sicher als Sport gilt. Es blüht eine ganze Armee blauer Hyazinthen unter dem Weißdornbaum, der noch vor sich hinträumt. Ich wollte die ersten Radieschen säen, habe es dann aber gelassen, es war mir bei einstelligen Temperaturen zu kalt dafür und der Wind trieb mich wieder nach Hause.

Unter 12 Grad spiele ich nicht mehr gerne mit, wie immer im März. Kaum war es einmal warm, schon hat man Ansprüche.

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Gerne gelesen: Dieses Interview mit Nick Cave in der SZ.

Und bei Frau Novemberregen ein Satz, den ich sicher bei Gelegenheit und in geeigneter Umgebung zitieren werde: „Es ist ja ein Arbeitsplatz, keine Tagespflege.

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Im Bild eine Weide am gegenüberliegenden Ufer der Billerhuder Insel, sie kommt hier im Laufe der Jahreszeiten öfter vor.

Eine frisch ergrünte Weide am Ufer der Bille vor strahlend blauem Himmel

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3 Kommentare

  1. Hach ja – bei Sandokan hab ich auch sofort die Melodie wieder im Ohr.
    Und seh Mariana (?) tanzen.
    Das kam damals offenbar auch im TV der DDR…..

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