Vogelsang, Tulpen und die Empfehlung von damals

Am frühen Morgen singen seit dieser Woche Rotkehlchen und Amsel in der lieblichsten Art und der sinnlichsten Absicht unten in den Büschen rund um den Spielplatz. Rhythmisch werden sie begleitet oder aber penetrant gestört, je nach Betrachtung oder Gutmütigkeit, von der deutlich eintönigeren Blaumeise. Wobei es mir gar nicht unwahrscheinlich vorkommt, dass Singvögel von anderen Singvögeln aller Art dauerhaft schwer genervt sind.

Etwa so wie wir Menschen oft von uns Menschen. Immer und überall diese anderen, und dann sagen sie auch noch dauernd etwas.

Ein Strauß bunter Tulpen in einer Glasvase vor Raufaser

Saisonal passend zum durch die offene Balkontür hereinwehenden Vogelsang blühen die Tulpen in der Vase auf dem Wohnzimmertisch auf. Ein Bild, das man normalerweise nicht mit Schwierigkeiten in Beziehungen assoziiert, eher im Gegenteil. Aber beim so verlässlichen Dan Reeder findet man mittlerweile zu erstaunlich vielen Lebenslagen passende Song-Lyrics, und auch hier kann er souverän weiterhelfen. Mit einem Song über brüchige Beziehungslagen im Frühling. Falls da jemand gerade Bedarf hat, „Tulips on the table“.

Ich z. B. finde passende Musik bei vielen Themen bekanntlich oft trostreich. Und zwar besonders dann, wenn ich sie ungefähr viertel- bis halbironisch mitsingen kann. Bei Hundertprozenttreffern wird es dann schon wieder schwieriger, die können auch herunterziehend wirken.

The tulips on the table mean that spring is on the way

The sun shines through the windows like it hasn’t shone in days

And lately you don’t listen to a single word I say

My baby don’t love me anymore.”

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Ich habe ansonsten nach dem Bartleby ein neues Hörbuch begonnen. Wieder wählte ich eines aus der ARD-Audiothek, ich werde öffentlich-rechtlich weiterhin gut versorgt.

Diesmal ist es eines, das ich seit vielen, vielen Jahren schon lesen wollte. Sicher seit zwanzig Jahren oder mehr, etwa seitdem ich mit dem Bloggen begonnen habe. Damals hat es mir jemand lebhaft empfohlen, das weiß ich noch. Wer es mir aber empfohlen hat und in welcher Form, das ist allerdings längst vergessen, nur der Titel blieb mir immer präsent, durch all die Jahre.

Das liegt daran, dass dieses Buch mit dem Bloggen, insbesondere mit dem Bloggen aus einem eher ereignislosen, reisearmen und keineswegs actionbetonten Leben heraus, etwas zu tun hat, zumindest aus meiner Sicht. Von Xavier de Maistre (Wikipedia-Link) ist es, seine „Reise um mein Zimmer“, 1794 ist es erschienen.

Ein Werk, welches in einem als langweilig empfundenen, 42-tägigen Hausarrest nach einem illegalen Duell entstand, eine Art Beschäftigungstherapie also. Ein Klassiker der Nichtreiseliteratur, wenn nicht sogar DER Klassiker aus diesem Bereich. Der Vorreiter des Genres. In zehn Folgen à etwa 12 Minuten wird es vorgelesen, hier der Link zum Hörbuch.

Wieder aber werden weder ÜbersetzerIn noch Vorleser genannt, wie kann es denn nur sein.

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