Linkwerk zum Wochenende

Gesehen:

Eine weitere Doku sah ich auf arte, diesmal über Marvin Gaye, “Visionär des Soul“. Ich habe nie richtig Zugang zu Soul gefunden, nehme aber an, dass alle bei musikalischen Richtungen irgendwelche größeren Lücken haben. Die No-Go-Areas der Unterkategorien. Manche öffnen sich dann doch noch irgendwann im Leben, und das ist dann auch gut. Aber noch zündet es nicht recht bei mir.

Dennoch interessant, dieser Dokumentarfilm.

Bei OpenCulture, wo man sich ohnehin pausenlos komplett und lange verlieren kann, fand ich ein animiertes Video (8 Minuten), in dem die Thesen und das Leben von Foucault erläutert werden. Und nach kurzer Zeit kamen mir diese Animationen immer anziehender vor. Es macht Spaß, die Effekte beim Text mitzudenken, und es würde sicher auch Spaß machen, an so etwas mitzuarbeiten. Zum Inhalt des Videos aber bitte auch die kundigen Kommentare darunter beachten, es gibt eine Falschaussage.

Apropos Animation, vielleicht wollen Sie auch in einem etwas nostalgischen Moment auf La Linea von Osvaldo Cavandoli zurückblicken. Falls Sie jetzt denken, Sie kennen das nicht – doch, Sie kennen das.

Blick über die Binnenalster Richtung Rathaus

Gehört:

Beim Deutschlandfunk Kultur ein Feature über das Trauma von Demmin – „Die Aufarbeitung des Massensuizids von 1945“ (31 Minuten). Ein geschichtliches Ereignis, von dem ich „nur“ durch einen Roman wusste, nämlich durch „Die Gespenster von Demmin“ (Verlagslink) von Verena Kessler, den ich vor ein paar Jahren gelesen habe.

Die Historikerin Ruth Hoffmann hat ein Buch über die Umdeutung von Begriffen durch Rechte geschrieben, über gekaperte Vokabeln: „Raubzug von rechts“. Im WDR wird sie dazu interviewt, 24 Minuten. Hier noch der Link zur Verlagsseite für das Buch.

Beim Podcast „Der Soundtrack meines Lebens“ hörte ich die Folge mit Jan Delay (1 h 26 Min.). Und amüsiere mich immer noch über seine Erzählung, wie man in Frankreich damals „Blade Runner“ ausgesprochen hat, als der Film herauskam. Denn es klingt wie eine edle Parfum-Marke: Bleu de Ranneur. Zu und zu schön.

Danach noch die Folge mit Francesco Wilking (2 h 15 Min.), dem ich besonders für seine Mitarbeit an der Albumreihe „Unter meinem Bett“ (Wikipedia-Link) zu danken habe. Kindermusik, die erträglich, die sogar gut war.

In der Reihe „Giantsteps in Jazz“ (ohnehin empfehlenswert!) hörte ich die Folge über Sonny Rollins, „Saxophone Colossus“ (14 Min.).

Gestaunt habe ich beim SWR über die Sendung (28 Min.) „Neue Drogen – woher sie kommen und wie gefährlich sie sind.“ Bei dem Thema bin ich doch recht ahnungslos. Was allerdings zweifellos noch ein Glück ist. Nach dem Hören ging ich um den Block und sah die Jugendlichen neben dem Spielplatz Lachgas konsumieren. Die greifen jetzt alle noch einmal zu, bevor die Quellen durch die neue Gesetzeslage versiegen. Es passte sehr gut in meinen Podcastkontext.

Und in der aktuellen Folge des wunderbaren Podcasts “Ill advised” von Bill Nighy geht es etwa um die Frage, wie man sich zu verhalten hat, wenn man irgendwo eingeladen ist und beim Hereinkommen aufgefordert wird, die Schuhe auszuziehen. Wonach man bekanntlich weder komplett noch gut angezogen ist. Bill Nighy kommentiert treffend: “If the carpet is worth so much money that you can’t risk a shoe, I don’t know how you can dare to put it on the floor.”

Blick über die Binnenalster mit Fontäne Richtung Rathaus

Gelesen:

Eine sinnige Ergänzung zu meinem Text über das Vorstellen in neuen Häusern nach Umzügen (hier war das), mit der Kernbotschaft: Kommt nicht wieder vor. Ich konnte es mir beim Lesen lebhaft vorstellen, zumal ich den Ort kenne, um den es dort geht.

Der Newsletter von Nils Minkmar mit der Statusmeldung aus Frankreich ist ohnehin immer lesenswert, in der letzten Ausgabe blieb ich aber gleich ganz am Anfang hängen. Da schreibt er nämlich:

Am Freitagnachmittag trat ein wie immer Sempé-haft verhuschter französischer Premierminister vor seinen Amtssitz, das Hôtel de Matignon im 7. Arrondissement und verkündete die Reaktion seiner Regierung auf die Energiekrise.

Und das verhalf mir unvermutet zu einer Jean-Jacques-Sempé-Gedenkminute (Wikipedia-Link). Ein Zeichner, von dem ich als Jugendlicher alles kannte, was nur irgend aufzutreiben war, von dem ich auch alles hundertmal gelesen, angesehen und oft nachgezeichnet habe. Sempé war mit dafür zuständig, dass ich früher lange überzeugt war, dass berufliches Glück vor allem als Zeichner zu finden sei.

Ich kam dann später davon ab, aber ich kann mich an das Gefühl noch gut erinnern. An die Begeisterung für seine Arbeiten und auch an den lebhaften Wunsch, dergleichen ebenfalls zu können. Das hat mir eine Weile lang Spaß gemacht, mich an all das zu erinnern. Und selbstverständlich auch an den kleinen Nick.

Blick über die Binnenalster Richtung Rathaus im Weitwinkel

Und sonst gibt es noch neue Musik, etwa von Arlo Parks.

Oder von Tabitha Smyth, die mir bisher unbekannt war, mit einem Song von Mick Flannery, der mir nicht unbekannt war: I’ll be out there.

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