„Die Betriebstemperatur ist zu hoch, der Autor muss gekühlt werden!“ So lautete die immerhin klar verständliche Fehlermeldung auf dem Display der inneren Kommandobrücke. Dem ist unbedingt Folge zu leisten, denke ich mir, weswegen es hier wohl ein bis drei Tage Pause geben wird. Es ist einfach zu warm für alles, wie Ihnen sicher auch aufgefallen sein wird. Schon die Korrektur von Grammatik, Wortwahl und Tippfehlern ist mir gerade entschieden zu nah an einer handwerklichen, also körperlich fordernden Tätigkeit. Der Wunsch, einen Text zu schreiben, der irgendwem gefällt, und sei es wenigstens mir, er ist viel zu nah am Sport.
Und allein der Gedanke! Nein, nein.

Es gibt Bücher um mich herum, es gibt Serien und Filme auf Streamingplattformen. Es gibt auch noch Podcasts und Hörbücher. Ich werde schon irgendwie zurechtkommen, auch ohne mich zu bewegen. Lassen Sie mich einfach hier zurück, ohne mich können Sie es schaffen.
Ohnehin darf ich mich aber gar nicht weiter beschweren, denn andere Menschen leisten sehr wohl etwas, auch bei diesen in einer idealen Welt gar nicht zulässigen Temperaturen. Andere Menschen stehen etwa souverän eine mündliche Prüfung durch, sogar noch im Fach Mathe, und haben damit das Abitur bestanden. So wie Sohn I gestern.
Der doch neulich noch erst so groß … (der Autor macht an dieser Stelle vage Gesten in Hüfthöhe) …
… und der jetzt aber (der Autor wedelt irgendwo über seinem Kopf herum).
Sie wissen schon. Es überfordert mich heute deutlich, es weiter auszuführen.

Es blitzt mehrfach, während ich dies schreibe. Grellgelbe Bilderbuchblitze auf dunkelblauem Grund über der Hamburgflagge auf dem Hotel gegenüber, sehr gut sieht es aus. Würde ich es fotografieren, gleich hätte man einen AI-Verdacht. Darüber könnte man auch länger nachdenken, nicht wahr, wenn man denn noch nachdenken könnte. Aber.
Donner rollt kurz darauf über Hamburg-Mitte hinweg und verhallt über der am frühen Morgen spiegelblanken Alster. Ein Luftzug weht kurz und verheißungsvoll durch unsere Wohnung. Ein Fenster schlägt heftig zu und unten auf dem Spielplatz rauschen die Blätter an den Bäumen und Büschen kurz und wild auf, im Zugriff einer Böe.
Der Luftzug bleibt dann aber allein. Er hatte keine Gefährten bei sich und zieht ohne jede Gesellschaft seinesgleichen weiter, er eilt zum Fenster hinaus und fort, durch die Straßen dieser Stadt. Er war nur ein versprengter Kämpfer der windigen Art.
Und so auch meine Gedanken an diesem Tag – eher vereinzelt auftretend.

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