Im Sinne des Hip-Hops

In einem Park gehe ich an einer Gruppe von Menschen vorbei, die mir etwa zehn Jahre voraus sind, frühes Rentenalter. Man geht gerade auseinander, man umarmt sich, man winkt noch einmal. Das war, ich höre es mehrfach, ein schönes Treffen. Das machen sie auch wieder, und zwar bald. Eine der Frauen, etwas an den Heidi-Kabel-Look erinnernd, falls das überhaupt noch jemandem etwas sagt, ruft abschließend: „Ich möchte mich im Sinne des Hip-Hops verabschieden: Tschüss, Digga!“

Tretboote an einem Steg an der Außenalster

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An einem der vielen Eingänge zum Hauptbahnhof gerät ein junges Paar in einen lebhaften und lauten Streit, bei dem man nicht genau erkennen kann, wie ernst sie es meinen. Sie stehen vor einem Fahrkartenautomaten und verstehen wohl nicht, was man da kaufen muss, was richtig sein könnte. Oder sie versteht es nicht, es geht wohl nur um sie, um ihre Fahrkarte. Er sagt, und er wiederholt es immer lauter: „Dann frag eben jemanden!“ Zeigt dabei mit ausholender Geste auf das Menschengewimmel um sie herum.

Warum er selbst keinen fragt, das erschließt sich nicht. Vielleicht braucht er keine Fahrkarte, vielleicht hat er, wie in dem alten Django-Witz, eine Monatskarte. Sie studiert kopfschüttelnd erneut die Angaben an und neben dem Automaten. Schulterzucken, Hände zum Himmel, im Drehbuch steht so etwas wie „Wut und Verzweiflung“. Er redet immer weiter von hinten auf sie ein, frag doch jemanden, frag doch jemanden, du musst einfach jemanden fragen.

Schließlich dreht sie sich um und sagt sichtlich entnervt: „Ich rede doch nicht mit Leuten!“ Er lacht.

Was beide nicht wissen können, was nur ich sehen kann, ist ein so absurder Zufall, dass man ihn sich eher nicht ausdenken würde. Es ist einfach zu wenig wahrscheinlich. Aber tatsächlich ist es so, dass der Mann, der an dem Fahrkartenautomaten neben dem, welcher der jungen Frau solche Rätsel aufgibt, gerade ein Ticket kauft, einen Pullover trägt, auf dem hinten ein Aufdruck ist: „Do not disturb“.

An manchen Tagen inszeniert diese Stadt respektable Szenen, da gibt es nichts.

Segelboote an einem Steg an der Außenalster

Tretboote an einem Steg an der Außenalster

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Vor ein paar Tagen schon hat der erste Deko-Laden entschlossen auf Weihnachten umgerüstet, und zwar gleich das volle Programm. Außerdem entnehme ich der lokalen Presse, dass in dieser Woche bereits der erste Weihnachtsmarkt in Hamburg öffnet, irgendwas mit „Winterzauber“ oder dergleichen im Titel. Es ist keiner von den gewöhnlichen Weihnachtsmärkten, es ist irgendein Spezial-Event, aber dennoch.

Kritik ist auf jeden Fall angebracht, denn zum einen kommt mir die Entwicklung der Weihnachtsdeko doch etwas seltsam vor, siehe unten, zum anderen tritt die Weihnachtsdeko- und Eventswelle damit noch vor der in Kürze erwartbaren Halloween-Eskalation in Erscheinung.

Kalendarische Unordnung ist das. Man möchte boomermäßig etwas von früher erzählen, auch von „wir hatten ja nichts“ und „alle bekloppt“, sowie auch von „wo soll denn das alles noch hinführen!“.

Aber wie immer gilt: Man reißt sich selbstverständlich zusammen und notiert das alles einfach nur. Besser ist das.

Tannenbaumdeko in Magggiflaschenform

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